Bewertung und Kritik zu

Das öde Haus

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DAS ÖDE HAUS 
nach E. T. A. Hoffmann
Regie: Felix Goldmann 
Premiere: 29. Oktober 2021 
ACUDtheater Berlin

Zum Inhalt: Stellen Sie sich vor: Sie kommen in eine große Stadt, sagen wir, eine Metropole, sie schlendern herum, genießen das vielstimmige Miteinander der unterschiedlichsten Menschen. Sie sehen teure Villen und schöne Parks, herunter gekommene Mietshäuser und Plätze, auf denen Müll und Hundekot herumliegen – alles fein säuberlich nach Bezirken getrennt.
Und da entdecken Sie in einer superteuren Gegend, direkt auf der Luxusmeile, ein eingeklemmt zwischen Protzbauten hockendes, kleines, abgerissenes, vergammeltes Haus: Die Fenster zugetackert, im Erdgeschoss sogar zugemauert, keine Klingel, kein Türschild, nichts.
Natürlich fragen Sie sich, was wohl mit dem Besitzer los ist, warum er das Haus verkommen lässt. „Ganz zufällig“ erhalten sie unterschiedliche, sich widersprechende Informationen. Eine zarte, wunderschöne Frauenhand mit einem blitzenden Diamanten am Finger erscheint kurz in einem der Fenster, aber der Verwalter bestreitet die Anwesenheit einer Frau im Haus. Sie beginnen das Haus zu beobachten, entdecken Anzeichen von „Verschleierung und Verdunklung“. Sie werden misstrauisch gegenüber den banalen Erklärungen, die man Ihnen liefert und fragen sich, ob da nicht vielleicht richtig schreckliche Dinge geschehen, jemand gefangen gehalten, gequält, gefoltert wird..?!

Ödipus, Tyrann

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ÖDIPUS, TYRANN 
nach Heiner Müller
Regie: Peter Atanassow
Premiere: 27. Oktober 2021 
Freilufttheater in der Jungfernheide Berlin

Zum Inhalt: Die Pest herrscht in Theben und mit ihr das Warten auf die Antwort einer Frage: Was tun? Kreon, ausgesandt, das Wort des Orakels zu überbringen, kehrt mit einer klaren Botschaft des Gottes Apollon zurück: Demnach befände sich der Mörder des Königs Laios noch im Lande und müsse verbannt oder getötet werden, um den Pestfluch zu beenden. König Ödipus schwört vor der Bürgerschaft, die Untat aufzuklären - nicht ahnend, am Ende dieser Ermittlung selbst der gesuchte Mörder zu sein.
Das Stück erzählt vom Verhältnis der Menschen zu Ordnung und Gesetz, erzählt vom Konflikt zwischen Bestimmung und Freiheit der Entscheidung. Für aufBruch führt die Geschichte unmittelbar zum Sinn von Theater im Gefängnis: Wie geht man um mit Tat und Strafe? Kann man unschuldig schuldig werden?

Drei Lügen zu viel

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DREI LÜGEN ZU VIEL
von Frank Lüdecke und Sören Sieg
 
Premiere: 22. Oktober 2021 
Die Stachelschweine - Kabarett-Theater im Europa-Center, Berlin
KARTEN ONLINE BESTELLEN 

KARTEN ONLINE BESTELLENZum Inhalt: Wir schreiben das Jahr 2022. Corona ist überwunden. Doch schon droht eine neue Gefahr! Drei Menschen in einem Geheimbunker am Potsdamer Platz, tief unter der Erde, ausgewählt von Angela Merkel selbst, sollen die Welt retten. Und es muss schnell gehen. Denn das Desaster scheint unaufhaltsam. Ehen sind bereits tausendfach zerbrochen, Weltkonzernen droht die Pleite, die „Tagesschau“ muss abgeschaltet werden und Markus Söder will Bayern in die Unabhängigkeit führen. Denn eine neue gefährliche Krankheit breitet sich aus: Das Wahrheitsvirus. Die Opfer verlernen alles, was zivilisierte Menschen im Leben benötigen: Schummeln, Schwindeln, Flunkern, Lügen und Verschweigen. Sie müssen das Gefährlichste überhaupt tun: Allem und jedem die Wahrheit sagen. Unsere Helden arbeiten fieberhaft an einer Lösung. Ein Vier-Sterne-General, eine Medizinnobelpreisträgerin, der CEO eines Weltkonzerns - waren leider verhindert. Aber es gibt kompetenten Ersatz: Eine Neuköllner Streifenpolizistin, ein Psychiater aus Mecklenburg-Vorpommern und die Gleichstellungsbeauftragte für Britz-Buckow-Rudow. Sie haben keine Ahnung und nur 24 Stunden, ehe das Virus Moskau, Washington und Pjöngjang erreicht. Sie können sich nicht ausstehen, die Geheimdienste sind hinter ihnen her, Olaf Scholz streicht ihr Budget auf 56,50 Euro plus Verpflegungspauschale zusammen, und dann fällt auch noch das Gratis-WLAN aus...

A Beginner’s Guide to Worldbuilding

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A BEGINNER’S GUIDE TO WORLDBUILDING 
Lois Alexander & Christoph Winkler
 
Premiere: 22. Oktober 2021 (Monologfestival) 
Theaterdiscounter Berlin

Zum Inhalt: Science Fiction und Fantasy sind mit Abstand die erfolgreichsten Film-Genres bei Netflix & Co. Komplexe Narrative, verästelte Handlungen und detailreiche Welten ziehen Millionen Menschen in ihren Bann. Aber wer konstruiert eigentlich die Handlungsstränge, baut die Welten? Und wie behält man den Überblick bei sechs Staffeln? Dafür gibt es zahlreiche Tools und Methoden, die behaupten, man könne Fantasie planen. Sie verfolgen einen zuweilen fast mechanistischen Ansatz.

Anhand von dokumentarischen Texten, Videoeinspielern und physischem Material untersuchen die Choreograf*innen Lois Alexander und Christoph Winkler diese Strategien – insbesondere das sogenannte „wounding event“. Dabei liegen die Funktionsweisen der menschlichen Fantasie auf dem Seziertisch und verweben sich neu zu einer Live-Performance, die dem Mechanischen Widerstand bietet.

Zealtotale X Gob Squad: Protect & Survive

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PROTECT & SURVIVE 
Zealtotale X Gob Squad
 
Premiere: 21. Oktober 2021 (Monologfestival) 
Theaterdiscounter Berlin

Zum Inhalt: Wir bauen einen Unterschlupf, um uns zu schützen, aber wovor schützen wir uns denn eigentlich? Wovor haben wir Angst? Wo lauert die echte Gefahr? Wenn wir von Audre Lorde gelernt haben, dass „The master’s tools will never dismantle the master’s house”, welches Werkzeug könnten wir dann finden, um unseren Unterschlupf zu bauen? Um zu überleben, muss man seine Freunde nah halten und seine Feinde näher, so sagen manche. Und manchmal tragen wir unsere Alter Egos vor uns her, um uns zu schützen, wir erschaffen um uns herum ein Kraftfeld, wie eine unsichtbare Rüstung. Was passiert, wenn wir unsere Deckung fallen lassen?

Durch Rituale, Poesie und persönliche Erzählungen erkunden drei aufstrebende Künstler*innen aus England das politische Potenzial einer Vielfalt von Identitäten und das emotionale Versprechen, dass wir uns besser kennenlernen, wenn wir uns anderen vorstellen: „Ich werde bewusst vorgehen und furchtlos. Vertrau mir… Glaub an mich… Ich lass dich nicht fallen… Lass mich nicht fallen.“ Vielleicht ist das, was wir brauchen, kein abwehrbereiter Schutzraum, sondern vielleicht müssen wir aus der Deckung kommen, um wieder zu uns selbst zu finden.

Ein Tag im Universum

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EIN TAG IM UNIVERSUM 
Nele Stuhler /​ Laura Eggert /​ Lisa Friederich
 
Premiere: 21. Oktober 2021 (Monologfestival) 
Theaterdiscounter Berlin

Zum Inhalt: Christa Wolf hatte in dem berühmten jetzt-fokussierten Schreibprojekt „Ein Tag im Jahr“ über viele Jahrzehnte den 27. September Tagebuch-ähnlich dokumentiert und damit ein sehr persönliches und durch die Dauer auch zeitgeschichtlich bedeutendes Werk geschaffen. Nele Stuhler orientiert sich an diesem Vorgehen, entwickelt es weiter und schreibt seit einigen Jahren ihren eigenen 27. September auf. Doch in diesem Jahr kreuzen sich am vorbestimmten Datum verschiedene Zeitlinien und vielleicht sogar Paralleluniversen.

Es entsteht die Erzählung eines Tages mit all seinen Banalitäten, vermischt mit intimen Einblicken, Überlegungen zu gesellschaftlichen Strukturen und Ausblicken in die Zukunft, das Weltall und den ganzen Rest. Im Zuge eines zukunftsgerichteten Erzählens wird klar: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überlappen sich, greifen ineinander und verändern sich gegenseitig.

Operette für zwei schwule Tenöre

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OPERETTE FÜR ZWEI SCHWULE TENÖRE
Johannes Kram (Text) und Florian Ludewig (Musik)
Premiere: 6. Oktober 2021 
BKA Theater Berlin 

Zum Inhalt: Ohne jede Vorwarnung hat sich Jan von Tobi getrennt und ist vom Dorf nach Berlin gezogen, um sich dort ausleben zu können. Tobi versteht die Welt nicht mehr, die beiden hatten doch alles: Ein Häuschen auf dem Land samt Gartenidylle, selbstgemachter Marmelade und freundlich grüßenden Nachbarn. Doch was für den einen die heile Welt bedeutet, ist für den anderen eben der Horror. Eine aufwühlende, moderne, brüllend komische, aber immer auch berührende Geschichte über schwules Leben zwischen Landidylle und Großstadtszene nimmt seinen Lauf.

Emigranten

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EMIGRANTEN 
von Sławomir Mrożek
Spielleitung: Kay Ramczyk 
Premiere: 28. September 2021 
Theater im Palais Berlin

Zum Inhalt: Was, wenn das Leben nur eine Dose Hundefutter ist? Und wir nur konserviertes Pressfleisch im Blech? Zwischen den Heizungsrohren im Keller öffnen zwei Männer diese Dose am Silvesterabend. Beide sind von zu Hause fort gegangen, um frei zu werden und finden sich nun zwischen Abwasserrohren wieder – ihre 2-Mann-WG und gleichzeitig eine Miniatur der Welt da draußen, die sie zu Außenseitern macht.
Während die gehobene Gesellschaft im Stockwerk über ihnen die Sektgläser klirren lässt, fechten die zwei Geflüchteten derselben Heimat einen Überlebenskampf aus: Wenn zwei nichts zu verlieren haben, riskieren sie alles und laufen dabei Gefahr, das einzige zu verlieren, was sie haben: Einander. Der Eine, ein arbeitsamer Familienvater, der sich Freiheit für sich und seine daheimgebliebene Familie durch das Anhäufen von Geld verspricht, das er als Gastarbeiter verdient.
Der Andere, ein vermeintlich politischer Flüchtling, der versucht sich über intellektuelle Überlegenheit einen Moment der Freiheit zu verschaffen, indem er sein Gegenüber als Forschungsobjekt für sein Studium des idealen Sklaven – des unfreien Menschen par excellence – benutzt.
Sie besaufen sich, sie machen sich lächerlich, sie kämpfen um ihre Anerkennung, sie wollen sich das nicht anmerken lassen, sie erinnern sich an gute alte Zeiten, die nur im Nachhinein gut sind oder es nie waren, das Jahr neigt sich dem Ende……………………………… 5,4,3,2…einer legt den Kopf in eine Schlinge.
Ob sich diese zuzieht…? Wie kann das neue Jahr für zwei beginnen, die fortgegangen sind und nirgendwo ankommen?

Mit: Ludwig Uebe und Fitim Qenaj

Spielleitung: Kay Ramczyk
Dramaturgie: Franziska vom Heede


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