Drei Lügen zu viel

Bewertung und Kritik zu

DREI LÜGEN ZU VIEL
von Frank Lüdecke und Sören Sieg
 
Premiere: 22. Oktober 2021 
Die Stachelschweine - Kabarett-Theater im Europa-Center, Berlin
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KARTEN ONLINE BESTELLENZum Inhalt: Wir schreiben das Jahr 2022. Corona ist überwunden. Doch schon droht eine neue Gefahr! Drei Menschen in einem Geheimbunker am Potsdamer Platz, tief unter der Erde, ausgewählt von Angela Merkel selbst, sollen die Welt retten. Und es muss schnell gehen. Denn das Desaster scheint unaufhaltsam. Ehen sind bereits tausendfach zerbrochen, Weltkonzernen droht die Pleite, die „Tagesschau“ muss abgeschaltet werden und Markus Söder will Bayern in die Unabhängigkeit führen. Denn eine neue gefährliche Krankheit breitet sich aus: Das Wahrheitsvirus. Die Opfer verlernen alles, was zivilisierte Menschen im Leben benötigen: Schummeln, Schwindeln, Flunkern, Lügen und Verschweigen. Sie müssen das Gefährlichste überhaupt tun: Allem und jedem die Wahrheit sagen. Unsere Helden arbeiten fieberhaft an einer Lösung. Ein Vier-Sterne-General, eine Medizinnobelpreisträgerin, der CEO eines Weltkonzerns - waren leider verhindert. Aber es gibt kompetenten Ersatz: Eine Neuköllner Streifenpolizistin, ein Psychiater aus Mecklenburg-Vorpommern und die Gleichstellungsbeauftragte für Britz-Buckow-Rudow. Sie haben keine Ahnung und nur 24 Stunden, ehe das Virus Moskau, Washington und Pjöngjang erreicht. Sie können sich nicht ausstehen, die Geheimdienste sind hinter ihnen her, Olaf Scholz streicht ihr Budget auf 56,50 Euro plus Verpflegungspauschale zusammen, und dann fällt auch noch das Gratis-WLAN aus...

Mit Jenny Bins, Mirja Henking, Steven Klopp

Text: Frank Lüdecke, Sören Sieg
Kostüme: Caroline Lüdecke
Musik: Sören Sieg
Requisite: Melissa Opitz, Elisabeth Pfautsch
Technik: Jens Glasa


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
„Es wird nie mehr gelogen als vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“ (Louis Berger)

„Die Stachelschweine“, das erste politische Nachkriegskabarett in Deutschland, geht wieder mit der Zeit und der politischen und medialen Entwicklung und bringt mit „Drei Lügen zu viel“ - einer Neufassung des Erfolgsstücks „Gelogene Wahrheiten“ von Frank Lüdecke und Sören Sieg - eine Satireshow der Extraklasse auf die Bühne.

Am Freitag, den 22. Oktober 2021, nahmen wir um 20 Uhr in dem urigen Theater im Untergeschoss des Europa-Centers, das 331 Sitzplätze im Parkett und an Tischen und eine Lounge im Eingangsbereich bietet, Platz und freuten uns auf die Show.

Wovon handelt die Satireshow „Drei Lügen zu viel“?
2022 – Corona ist endlich besiegt. Doch ein neues Virus greift die Menschheit an und diesmal ist es viel schlimmer, denn das neue Virus zwingt die Menschen dazu, immer und überall die Wahrheit zu sagen. Die Folgen sind katastrophal: Die Scheidungsrate steigt, die Welt kommt hinter das Geheimnis der Fleischindustrie, die Renten werden abgeschafft, Bayern will unabhängig werden.
Angela Merkel ruft eine Task-Force ins Leben: Drei Auserwählte in einem Geheimbunker am Potsdamer Platz sollen in nur 24 Stunden eine Strategie entwickeln, um das Virus zu besiegen. Können sie die Menschheit retten?

Dem großartigen Trio Jenny Bins, Mirja Henking und Steven Klopp haben wir es zu verdanken, dass die Show ein Brüller war und die Lachmuskeln des Publikums im fast vollbesetzten Zuschauersaal strapaziert wurden. Mirja Henking und Steven Klopp beginnen die Show und stellen eine Vater-Sohn-Beziehung dar. Doch keine gewöhnliche, sondern die zwischen Gott und seinem Sohn Jesus. Jesus ist mit den vielen Schöpfungen seines Vaters nicht zufrieden und schickt daher den Menschen einen neue Seuche an den Hals: das Wahrheitsvirus, das unsere Zivilisation fast ausrottet.

Unten auf der Erde sucht die Regierung fieberhaft nach einer Lösung und beruft daher drei Experten zusammen. Doch leider sind der Vier-Sterne-General, die Medizinnobelpreisträgerin und der CEO eines Weltkonzerns verhindert. Aber es gibt einen würdigen Ersatz: eine Neuköllner Streifenpolizistin (Jenny Bins), einen Psychiater aus Mecklenburg-Vorpommern (Steven Klopp) und die Gleichstellungsbeauftragte für Britz-Buckow-Rudow (Mirja Henking).

Doch es blieb nicht nur bei dieser Szene. Viele weitere folgten: eine Wohnungsbesichtigung, bei der die arrogante Maklerin dem belgischen Ehepaar eine überteuerte Wohnung verkaufen möchte; die Pflegeeinrichtung „Winterruhe“, wo osteuropäische Pfleger für Niedriglöhne arbeiten; eine Fleischerin, die erklärt, dass in der Wurst kein Fleisch steckt etc.

Zu meinen zwei Lieblingsszenen gehörten: Beim Rapport der beiden Soldaten bei der Generalin waren wir nur am Lachen. Die Generalin mag keine Flüchtlinge und keine Ostzonalen und muss sich den Bericht von einer Soldatin aus Leipzig und mit einem sächsischen Akzent anhören – herrlich! Dazu noch die Kritik an der nicht vorankommenden Digitalisierung in Deutschland.
Bei der Pressekonferenz des japanischen Ministers lagen wir vor Lachen auf dem Boden. Der Japaner versteht nicht die Arbeitsmentalität der Deutschen. Ein Herzinfarkt sei in Japan keine Krankheit, sondern eine Motivation, weiter zu arbeiten. Wie kann eine Arbeitswoche in Deutschland nur 38 Stunden dauern, wenn der Tag 24 Stunden hat?! Zum Brüllen komisch!

Mein Fazit: Die neue politische und sozialkritische Show „Drei Lügen zu viel“ in „Die Stachelschweine“ beschäftigt sich mit allen Themen, die in Deutschland aktuell sind: die unmenschlich hohen Immobilienpreise, die fehlgeschlagene Digitalisierung in Deutschland und die Angst vor einem neuen Virus.
„Drei Lügen zu viel“ ist eine sehr gelungene Gesellschaftssatire, die einen Sketch nach dem anderen bringt und das Publikum sehr gut unterhält. Empfehlenswert, nicht nur für politisch Interessierte!

Praktische Hinweise: In „Die Stachelschweine“ gilt weiterhin die 3G-Regel. Die Show dauert ca. 2 Stunden (mit einer Pause dazwischen).

Text © E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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Jens DargelHallo liebes Stachelschwein Ensemble....
wir waren am Dienstag dem 23.11.21 in Eurem Programm "Drei Lügen zuviel" zu Gast und waren hellauf begeistert. Was Ihr da auf die Beine stellt verdient einfach unsere Hochachtung. Es war an Aktualität und Bissigkeit nicht mehr zu überbieten. In so lausigen Zeiten mit doch sehr geringer Zuschaueranzahl war das ne Glanzleisung....Bleibt zu wünschen das unsere Damen und Herren in der Regierung der Kulturszene endlich mehr Beachtung schenken. Denn Kultur hat sehr viel mit Bildung zu tun und der sollte sich niemand entziehen....es gibt ein Sprichwort: "Lesen gefährdet die Dummheit"....Zuhören auch.
In diesem Sinne wünschen wir den "Stachelschweinen" Durchhaltevermögen und weiterhin viele neue Ideen.
Vielen Dank an Frank Lüdecke und seinem Team



seid herzlichst gegrüßt von Silke und Jens aus Zepernick
vor 11 Tag(e).AntwortenLink
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