Ballhaus Ost Berlin



Ballhaus Ost
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Pappelallee 15 - 10437 Berlin
Telefon: 030 44 049 250
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Bewertung und Kritik zu

I just called to say.. sHe’s dead.

Bewertung und Kritik zu

I just called to say.. sHe’s dead. 
von Tina Pfurr
 
Online-Premiere: 22. Februar 2021  
Ballhaus Ost, Berlin 

Zum Inhalt: Oft ist es nur die ungewöhnliche Uhrzeit, die zu lange Atempause, diese ganz bestimmte Stimmlage oder einfach der übersprunghafte Einstieg ins Gespräch, der verrät, dass dieser Anruf alles verändert. Die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen überbringt. Eine Lücke reißt. Die Zeit gefrieren lässt und nichts danach mehr so ist, so sein kann, wie noch Minuten davor. Der Moment, in der die Trauer beginnt, bevor wir überhaupt den Tod vernehmen, verstehen oder von uns weisen können. Jede Zeitrechnung eine andere wird.
Diesem Moment zwischen der Benachrichtigung und dem Annehmen des Unbegreiflichen, widmet die Performerin Tina Pfurr mit ihren Weggefährt:innen fünf Video-Miniaturen. Entlang und zugleich gegen jedwede Dramaturgie oder Logik folgt sie den fünf Phasen der Trauer. Weil sie geteilt werden muss. Weil sie politisch ist. Weil sie damit nicht allein ist. Weil wir viel zu selten dazu einladen und damit wichtige Räume zwischen uns verschließen. Weil wir doch wenigstens einmal diesen einen Song zu Ende hören müssen – ohne sie.
Eine Trauernde erinnert sich in wortlosen performativen Stillleben an all die Täler, durch die sie gewandert ist. Stellvertretend für so viele von uns. Wieder und wieder durch Leugnung, Wut, Verhandlung, Depression und Akzeptanz. In unterschiedlichen Reihenfolgen und mit immer neuen Vertiefungen. Ohne Wertung. Die Geister, die hier gerufen werden, wollen und sollen sich verbinden. In der Trauer. Im Tod. Unbedingt im Leben. In uns.

Brigitte Reimann besteigt den Mont Ventoux!

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BRIGITTE REIMANN BESTEIGT DEN MONT VENTOUX!
von Marlene Kolatschny & Jan Koslowski
 
Online-Premiere: 21. Januar 2021  
Ballhaus Ost, Berlin 

Zum Inhalt: Einen Berg erklimmt man am besten zu zweit. Erst recht einen so windigen! Doch die ideale Begleitung zu finden, das wusste Francesco Petrarca schon 1336, kann sich durchaus als knifflig erweisen. Keiner der guten Freunde erscheint ihm so richtig geeignet: »Der eine ist mir zu träge, der andere zu lebhaft, der ist zu langsam, der zu hastig, der zu trübsinnig, der zu lustig, der hat weniger, und der hat mehr Verstand als mir lieb ist.« Vielleicht lässt man es dann doch darauf ankommen und wartet ab, wen der Zufall noch auf den Gipfel treibt? Bei guten Luftverhältnissen trifft man so auf andere kühne Spezialistinnen des Ankommens, die eine persönliche Rückschau und Sinnsuche bereichern anstatt sie zu stören, denn — jetzt bitte festhalten und nicht umpusten lassen — auch Brigitte Reimann besteigt den Mont Ventoux!
Ausgehend von Petrarcas Bericht seiner Gebirgsbesteigung aus dem 14. Jahrhundert, gekürt zur »Geburtsstunde des Alpinismus«, sowie dem Werk Brigitte Reimanns, die das in der DDR gewachsene Genre der Ankunftsliteratur entscheidend prägte, lädt der größtenteils im Theater entstandene Film ein zu einer Auseinandersetzung mit der Idee der Klimax, der Zäsur, der Um- und Neuorientierung. Das ungleiche Schriftsteller:innenpaar schreibt sich ein in eine Berggeschichte zwischen provenzalischer Natur und sozialistischem Produktionsalltag, zwischen Anfang und Ende, Ankunft und Abschied, immer konfrontiert mit den Fragen: Wo stehe ich? Wofür arbeite ich? Und wie sollte er sein, der Blick auf die Wirklichkeit?

Name Her. Eine Suche nach den Frauen+

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NAME HER. EINE SUCHE NACH DEN FRAUEN+ 
von Marie Schleef
 
Premiere: 25. September 2020  
Ballhaus Ost, Berlin 

Eingeladen zum 58. Berliner Theatertreffen (2021) 

Zum Inhalt: Name Her. Eine Suche nach den Frauen+ ist die archäologische Mission einer alternativen Geschichtsschreibung aus weiblicher* Sicht. Die Long Durational Performance bildet ein performatives Lexikon prägender Frauen* und rückt dabei jene in den Mittelpunkt, die bislang einen blinden Fleck der Historiografie darstellten, um sie alle beim Namen zu nennen: Weibliche* Comicfiguren, Künstlerinnen*, Wissenschaftlerinnen*, Mütter*, Urgroßmütter*, Märtyrerinnen*, Spioninnen*, Kriegerinnen*, Herrscherinnen*, Aktivistinnen* und Superheldinnen*. Name Her. sucht und findet sie – unabhängig vom sozialen oder kulturellen Hintergrund, von A bis Z, in Form hunderter Schicksale aus der Weltgeschichte.

Entstanden durch monumentale Recherchearbeit präsentieren Marie SchleefAnne Tismer und Jule Saworski ein lebendiges Wissens-Triptychon aus YouTube-Schnipseln, Gewinnspielen, Reenactments, getanzten mathematischen Formeln – und den Lücken derjenigen Quellen, die endgültig verschollen sind.

Traumgirl & Traumboy

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TRAUMGIRL & TRAUMBOY
von Anne Welenc & Daniel Hellmann
 
Berlin-Premiere: 9. Januar 2020 (beide Stücke zusammen) 
Ballhaus Ost, Berlin 

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Zum Inhalt: Daniel ist Sexarbeiter. In der Solo-Performance Traumboy berichtet er von seinen Erfahrungen als Prostituierter. Er erzählt, warum er diese Arbeit aufgenommen hat, beschreibt seine Kunden und ihre Wünsche. Das Publikum erlebt einen jungen Mann, der sich gern prostituiert. Einziges Problem: das Stigma.
Kim ist Schauspielerin. Sie ist auch Sexarbeiterin, hat mal Seife verkauft, ist Barfrau, Deutsche, Polin… In Traumgirl verhandelt Kim, wie es ist, im Grenzbereich zwischen »richtiger Arbeit«, Performance und sogenannter »Drecksarbeit« zu arbeiten.
Traumboy und Traumgirl bewegen sich zwischen Dokumentartheater und Autofiktion und hinterfragen die Doppelmoral einer durchkapitalisierten und übersexualisierten Gesellschaft sowie die Bedeutung von Sex und Arbeit im neoliberalen System. Die Körper auf der Bühne werden zu Projektionsflächen für Ängste, Fantasien und Widersprüche. Was darf eine Frau / ein Mann von sich offenbaren? Was nicht? Und wer bezahlt den Preis?

Frauen der Unterwelt. Sieben hysterische Akte

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FRAUEN DER UNTERWELT. SIEBEN HYSTERISCHE AKTE
von Tine Rahel Völcker
 
Premiere: 7. Dezember 2019 
Ballhaus Ost, Berlin 

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Zum Inhalt: Sie waren eigensinnig und verletzlich. Sie rebellierten gegen die engen Grenzen, die ihnen auferlegt waren. Sie wurden krank durch erlittene Gewalt, Diskriminierung oder Armut – und in der früheren Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein vergast. Das neue Stück von Tine Rahel Völcker geht den Biografien von sieben kraftvollen Frauen nach, die als Opfer der sogenannten NS-Krankenmorde jahrzehntelang verschwiegen wurden. Auf der Bühne erzählen die Figuren nun erstmals ihre Geschichten – jenseits der Diagnosen und Urteile, die einst über sie gefällt wurden. Ihre Geschichten können sie nicht mehr ändern, wohl aber die Geschichtsschreibung!
Das weiblich-queere Ensemble lädt das Publikum zur Zeugenschaft. Sie suchen eine neue Perspektive auf die »hysterische Frau« und behandeln »Wahnsinn« nicht als Krankheit, sondern als spezifische Form des Wissens. Gemeinsam werden so die engen und stigmatisierten Formen weiblichen* Verrücktseins aufgebrochen und erweitert – um schönere, bewundernswerte Bilder des Ausscherens.

Between Worlds - Global Tales of Outsourcing Dementia Care

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BETWEEN WORLDS - GLOBAL TALES OF OUTSOURCING DEMENTIA CARE 
Costa Compagnie
 
Premiere: 7. November 2019 
Ballhaus Ost, Berlin 

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Zum Inhalt: In ihrer filmischen Performance widmet sich die Costa Compagnie der Auslagerung von Demenzpflege aus Europa und Nordamerika in den globalen Süden nach Nordthailand.
 Durch atmosphärisch dichte Filmaufnahmen bewegen sich drei Performer*innen aus Thailand, England und Deutschland und weben die Gesprächsfäden der Recherche zu einer vielschichtigen essayistischen Bühnen-Erzählung, welche die Perspektiven von Pfleger*innen und Gepflegten, vom Management und Angehörigen aufnimmt. Im schummrigen Licht des tropisch-feuchten Bergwaldes und im schattenlosen Hell der Krankenzimmer entfalten sich Geschichten von Fürsorge, von täglichen Neuanfängen und von dem, was bleibt, wenn das Vergessen Oberhand gewinnt.

Die Costa Compagnie aus Berlin und Hamburg entwirft intermediale Arbeiten, welche dokumentarische, performative und choreografische Methoden vereinen und sowohl in teils immersiven Performances, als auch in Virtual Reality und Film umgesetzt werden. Sie fokussiert sich auf globalpolitische Konflikte und Transformationsprozesse und die Frage nach dem Menschen darin und recherchierte dazu u.a. in Afghanistan, Israel, Irak, USA, Fukushima/Japan, Russland und im Libanon.

THE BODY MEMORY

Bewertung und Kritik zu

THE BODY MEMORY
Hang Su + Ensemble MaM
 
Premiere: 29. September 2019 
Ballhaus Ost, Berlin 

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Zum Inhalt: Zwei Personen, die auf verschiedenen Seiten der Mauer wirkten, stehen im Zentrum. Jürgen Baldiga war der Fotograf der queeren Subkultur Westberlins. Noch 1986 war dagegen der Autor Ronald M. Schernikau in die DDR emigriert. Beide starben sie an den Folgen ihrer HIV-Infektion. Unveröffentlichtes aus beider Archiven bildet den Fundus dieser Erinnerungsreise, die Elemente aus Text, Performance und Konzert zu einem bilderreichen Theater vereint. In Hang Sus Aneignung wandeln sich Balidgas Fotografien in graphische Partituren. Nicht allein Klang, auch die Körperbewegung der ausführenden Musiker sind ihnen mit eingeschrieben. Unentwirrbar fließt auch Hang Sus eigenes Erinnern mit ein – seine damaligen Jahre des Fremdseins als Künstler zwischen zwei Kulturen. Nach Berlin gelangt so unter anderem auch die alte Legende um Hu Tianbao. Hingerichtet weil er Männer liebte, wird er von den Beamten der chinesischen Unterwelt in den Körper eines Kaninchens versetzt und zum Schutzpatron der Homosexuellen erhoben.

SONGS OF REBELLION

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SONGS OF REBELLION
Opera Lab Berlin & Ensemble Garage
 
Regie: Michael Höppner 
Premiere: 27. September 2019 
Ballhaus Ost, Berlin 

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Zum Inhalt: In SONGS OF REBELLION setzen sich Brigitta Muntendorf (Komposition) und Michael Höppner (Regie) mitsamt ihrer aus verschiedenen Ensembles formierten »Community of Practice« der individuellen und kollektiven Kraft des Protestlieds aus und inszenieren dessen ambivalente Beziehung zu Formen des Aufbegehrens. Die widersprüchlich zwischen Aufruhr und Anpassung schwankende Rolle dieses Songtyps als Aufputschmittel, Kult, Mythos, Widerstandsgeste oder Partymusik lässt ihn ebenso unsterblich wie verletzlich erscheinen. SONGS OF REBELLION entfaltet einen Erlebnisraum musikalischer, theatralischer und medialer Schaltstellen, in dem Weltflucht und Agitation, Kunst und Politik, Neue Musik und Pop, Kontemplation und Aktion zu jeder Zeit Fanfare wie auch Schlaflied der Rebellion sein können.


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