Das öde Haus

Bewertung und Kritik zu

DAS ÖDE HAUS 
nach E. T. A. Hoffmann
Regie: Felix Goldmann 
Premiere: 29. Oktober 2021 
ACUDtheater Berlin

Zum Inhalt: Stellen Sie sich vor: Sie kommen in eine große Stadt, sagen wir, eine Metropole, sie schlendern herum, genießen das vielstimmige Miteinander der unterschiedlichsten Menschen. Sie sehen teure Villen und schöne Parks, herunter gekommene Mietshäuser und Plätze, auf denen Müll und Hundekot herumliegen – alles fein säuberlich nach Bezirken getrennt.
Und da entdecken Sie in einer superteuren Gegend, direkt auf der Luxusmeile, ein eingeklemmt zwischen Protzbauten hockendes, kleines, abgerissenes, vergammeltes Haus: Die Fenster zugetackert, im Erdgeschoss sogar zugemauert, keine Klingel, kein Türschild, nichts.
Natürlich fragen Sie sich, was wohl mit dem Besitzer los ist, warum er das Haus verkommen lässt. „Ganz zufällig“ erhalten sie unterschiedliche, sich widersprechende Informationen. Eine zarte, wunderschöne Frauenhand mit einem blitzenden Diamanten am Finger erscheint kurz in einem der Fenster, aber der Verwalter bestreitet die Anwesenheit einer Frau im Haus. Sie beginnen das Haus zu beobachten, entdecken Anzeichen von „Verschleierung und Verdunklung“. Sie werden misstrauisch gegenüber den banalen Erklärungen, die man Ihnen liefert und fragen sich, ob da nicht vielleicht richtig schreckliche Dinge geschehen, jemand gefangen gehalten, gequält, gefoltert wird..?!

Mit: Heribert Gietz, Yael Schüler, Jan Viethen und Patricio Tonato

Regie: Felix Goldmann
Regieassistenz: Melanie Gebker
Ausstattung: Jens-Uwe Behrend
Video: C. Kernich
Sounds: Or Sarfati
Dramaturgie: Sibille Roth
Produktionsleitung: Mali Haustrate Ohana


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Die irre Angelika
  · 30.10.21
''Jan Viethen spielt und spricht den Theodor. Yael Schüler ist die alte und die einstmals jung gewesene Angelika, also diejenige, die (später und im hohen Alter) einen an der Waffel hat. Heribert Gietz fällt unter anderem als Dr. K., welcher den an sich selbst und seinem irrlichternden Nervenkostüm zweifelnden Studenten sehr gern "operieren" würde, auf. Ja und Patricio Tonato besticht und überzeugt als der die somnambulende Angelika im Öden Haus gekäfigt resp. eingekerkert habende Ex-Diener jener Adligen; auch spielt er sensationell Gitarre, und er singt auch wunderbar dazu. 

Allmählich will uns die Regie dann weismachen, dass all das Wunderliche, was dem Theodor dann so passiert, ein kreativer und seine Persönlichkeit voranbringender Fantasieausbruch gewesen sein könnte, und dass es immer gut ist, seinen eigenen Verstand mitunter aus dem herkömmlichen (bürgerlichen!) Einerlei herauszumanövrieren, um nicht völlig an dem Stinknormalen dieses (bürgerlichen!) Lebens vollends zu verzweifeln resp. zu verblöden. Recht so.'' schreibt Andre Sokolowski am 30. Oktober 2021 auf KULTURA-EXTRA
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