Amanda Piña: Frontera | Border – A Living Monument

Bewertung und Kritik zu

FRONTERA | BORDER – A LIVING MONUMENT 
Amanda Piña
Premiere: 11. Oktober 2018 (Tanzquartier Wien) 
Deutschland-Premiere: 20. August 2021 (Tanz im August)  
Haus der Statistik Berlin 

Zum Inhalt: “Frontera | Border – A Living Monument” der mexikanisch-chilenisch-österreichischen Choreografin Amanda Piña ist inspiriert von einem Tanz, der an der Grenze zwischen den USA und Mexiko entstand. Dieser Tanz, der ursprünglich als Eroberungstanz von den Spaniern aufgeführt wurde, um den Sieg der Christen über die muslimischen Eroberer darzustellen, wandelte sich und wurde später als Widerstandsform gegen koloniale und neoliberale Mächte genutzt. In einer Choreografie, die Hip-Hop-Kultur, koloniale Erzählungen, indigene Praxen und Mystizismus verwebt, erinnert Piña uns daran, dass die Grenze nicht nur ein Strich auf einer Karte ist, sondern sich in manche Körper auch mehr einkerbt als in andere.

Mit Matteo Marziano Graziano, Daphna Horenczyk, Paula Andrea Chaves Bonilla, Dafne del Carmen Moreno, Juan Carlos Palma Velasco, Cristina Sandino, Rodrigo de la Torre Coronado, Lina María Venegas

Künstlerische Leitung & Choreografie: Amanda Piña
Art Design: Michel Jimenez
Choreografische Übertragung: Rodrigo de la Torre Coronado
Forschung: Juan Carlos Palma Velasco, Amanda Piña
Forschung, Theorie, Dramaturgie: Nicole Haitzinger
Senior Adviser: Marie-Christine Barrata Dragono
Livemusik & Komposition: Christian Müller
Live Percussion: Julio Cesar Cervantes Herrera
Kostüm: La mata del veinte, Julia Trybula


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Ironisches Spiel mit Tanzstilen und kultureller Aneignung
  · 22.08.21
Die Choreographin Amanda Piña, die in Mexico-City und Wien lebt, zitiert den Look und die Bewegungsmuster der Gangsta-Rapper. Wie in Zeitlupe lässt sie ihr Ensemble immer wieder auf das Publikum zumarschieren, das auf den Klappstühlen friert: stilisierte Posen, die erstarren und abbrechen, bevor die Gang erneut losmarschiert.

Das ironische Spiel mit Tanzstilen und die Auseinandersetzung mit kultureller Aneignung bilden den roten Faden, der in fast jeder ausgewählten Arbeit des „Tanz im August“ 2021-Jahrgangs deutlich wird. Auch bei dieser letzten Performance ist es zentral, dass der Eroberungstanz der spanischen Kolonial-Herren mit indigenen Mustern verwoben wird. Erst als der Percussionist Jogue luis Cruz Carrera mit Trommelwirbel die Bühne betritt, bricht sich die aufgestaute Energie des Abends für ein furioses Tanz-Finale ihre Bahn.

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