Ein Tag im Universum

Bewertung und Kritik zu

EIN TAG IM UNIVERSUM 
Nele Stuhler /​ Laura Eggert /​ Lisa Friederich
 
Premiere: 21. Oktober 2021 (Monologfestival) 
Theaterdiscounter Berlin

Zum Inhalt: Christa Wolf hatte in dem berühmten jetzt-fokussierten Schreibprojekt „Ein Tag im Jahr“ über viele Jahrzehnte den 27. September Tagebuch-ähnlich dokumentiert und damit ein sehr persönliches und durch die Dauer auch zeitgeschichtlich bedeutendes Werk geschaffen. Nele Stuhler orientiert sich an diesem Vorgehen, entwickelt es weiter und schreibt seit einigen Jahren ihren eigenen 27. September auf. Doch in diesem Jahr kreuzen sich am vorbestimmten Datum verschiedene Zeitlinien und vielleicht sogar Paralleluniversen.

Es entsteht die Erzählung eines Tages mit all seinen Banalitäten, vermischt mit intimen Einblicken, Überlegungen zu gesellschaftlichen Strukturen und Ausblicken in die Zukunft, das Weltall und den ganzen Rest. Im Zuge eines zukunftsgerichteten Erzählens wird klar: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überlappen sich, greifen ineinander und verändern sich gegenseitig.

Performance Lisa Charlotte Friederich Text Nele Stuhler Regie und Musik Laura Eggert Künstlerische Mitarbeit Lisa Schettel Dramaturgie Sonja Risse Ausstattung Claudia Noack Koproduktion Monologfestival 2021 – TD Berlin


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Meditation über Schreiben und Erinnern
  · 23.10.21
Ein stiller, kleiner Text über das Schreiben und Erinnern ist „Ein Tag im Universum“ von Nele Stuhler, den Lisa Charlotte Friederich auf der TD-Bühne und im Live-Stream performte. Inspiriert von Christa Wolfs sehr lesenswertem Langzeit-Tagebuch-Essay-Projekt „Ein Tag im Jahr“, die jährlich am 27. September über ihr Leben, ihre Gesundheit, ihren Beruf als Schriftstellerin und die Weltlage reflektierte, verfasste Stuhler ihren Beitrag zum Monologfestival.

Sie schlug dabei einen viel nachdenklicheren, weniger aufgedrehten Ton an als zuletzt bei ihrer recht klamaukigen Groteske „Gaia googelt nicht", die im Frühsommer im Innenhof des Deutschen Theaters lief. Zum leitmotivisch eingespielten Beatles-Song „Octopus´s Garden“ entsteht an diesem Abend eine nachdenkliche Meditation über das Schreiben und Erinnern, in der sich Alltagsbeobachtungen, manch Banales und interessante Gedanken mischen.

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