LEIPZIG



Oper Leipzig
SPIELPLAN & KARTEN

Schauspiel Leipzig
SPIELPLAN & KARTEN

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Bewertung und Kritik zu

Undine

Bewertung und Kritik zu

UNDINE 
von Albert Lortzing
Regie: Tilmann Köhler 
Premiere: 29. Oktober 2022 
Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Undinen, weibliche Wasserwesen, können nur durch die Vermählung mit einem irdischen Mann eine unsterbliche Seele erlangen. Doch welcher Preis ist dafür zu zahlen? Was macht eine Seele aus? Die Geschichte einer Liebe auf Leben und Tod beginnt in einer abgeschiedenen Fischerhütte eines alten Ehepaares und deren Ziehtochter Undine. Als Ritter Hugo Zuflucht vor einem Unwetter in dieser Hütte findet, verlieben er und Undine sich ineinander und heiraten. Noch bevor es gemeinsam zurück in die Stadt gehen soll, flüstert Undine ihrem frisch Angetrauten warnend zu: »O halte fest an deinem Glauben und bleibe deinem Schwure treu, dass ich dein Glück, dein alles sei!«, denn wenn Undines Liebe verraten wird, so heißt es in den alten Märchen, muss sie den treulosen Mann töten und ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gekommen ist.

Vor fast 180 Jahren musste Albert Lortzing das Stadttheater Leipzig aus tragischen Gründen verlassen, doch seine Musik ist untrennbar mit Leipzig verbunden und kehrt stets voller Poesie und Kraft zurück! Albert Lortzing selbst gibt dazu an: »Diese Oper muss gefallen. Ich versichere dir, dass Musikstücke vorkommen, deren Effekte ich nicht geahnt hätte.«

Luna Luna

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LUNA LUNA 
von Maren Kames
Regie: Enrico Lübbe 
Premiere: 30. September 2022 
Schauspiel Leipzig 

Zum Inhalt: Das Leben wird nicht einfacher, wenn im Schrank dein Sheitan lauert. Dein Sheitan, der dich immer wieder mit Ratschlägen befällt und dir vorzählt, wo und bei wem du wieder zu nachsichtig warst und zu hoffnungsvoll. Und die Mutter kommt auch gern mit Ratschlägen durch die Tür — natürlich ohne anzuklopfen. Mutters Themen: na ja, sind auch ungefähr die vom Sheitan.
So lebt M. Aber M. lebt nicht nur mit dem Sheitan und der Mutter, sondern auch mit Alphaville, Bon Iver, Portishead und Shakespears Sister. M. lebt mit deren Songs, lebt in ihnen, denkt in ihnen, spricht in ihnen. Und natürlich fragt M. sich ab und zu, ob der Sheitan und die Mutter nicht auch recht haben. Zumindest damit, dass M. mal wieder rausmüsste in die Welt. Und so tritt sie eine Reise an, wie die Welt sie noch nicht gesehen hat: auf ferne Planeten und wieder zurück, bis hin zum Mond-satten Finale mit Annie Lennox. Eine große Reise zu sich selber, auf der M. die letzten Monate und ihre verflossene Beziehung hinter sich lässt, auf der sie Asteroiden trifft und eine Sternschnuppe, Herrn Koschny von der ESA und einen älteren Herrn mit Ziege. Mit dabei als ihre Begleitung: der Sheitan und die Mutter — und über alle Brüche und Risse hinweg führt sie der Soundtrack ihres Lebens.

Die Kunst der Wunde

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DIE KUNST DER WUNDE 
von Katja Brunner
Regie: Katrin Plötner 
Premiere: 30. April 2022 
Schauspiel Leipzig 

Zum Inhalt: Was ist hier aus dem Lot geraten? Warum schauen mich die Leute in der Bahn auf meinem Weg zur Arbeit so schief von der Seite an? Was ist geschehen, seitdem die Welt zum global village wurde und sich schleichend das Gefühl in mir breitmachte, ich könnte den Anschluss verlieren, dann meinen Job samt meinen Freunden, samt sozialem Ruf? Ein diffuser, nicht ganz fassbarer Grauschleier der Angst und Paranoia entsteht aus einem Gespräch von Stimmen: Gehe ich jetzt mit meiner Erschöpfung nach Hause zum Internet-Shoppen oder google ich lieber gleich die nächste ärztliche Konsultationsstelle? „Ich bin ein Gewaltakt wie ich über die Straße gehe, JEDER kann es sehen.“
Viele Ichs geistern durch einen vielfach gebrochenen Gesellschaftszustand, suchen ihren Sinn, ihre Realitäten, ihr Zuhause, ihre Fronten, rangeln darum, stattfinden zu dürfen. Sie werfen Schlaglichter auf Diskursfronten und Ängste einer Gesellschaft. Am Ende fragen sie sich, wer in ihrer Zusammenkunft eigentlich die Regeln gemacht hat. Wer führt den Diskurs? Welche Normen formen uns in unserem alltäglichen Zusammensein, wer hat die Deutungshoheit über die Normen? Wer bestimmt sie und wann werden sie problematisch?

Maskarade

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MASKARADE 
von Carl Nielsen
Regie: Cusch Jung 
Premiere: 23. April 2022 
Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Jeronimus und Leonard haben beschlossen, dass ihre Kinder heiraten sollen, obwohl sich diese nicht einmal kennen. Umso erzürnter sind die Alten, als sie erfahren, dass Leander und Leonora bei einem Maskenball anderen Partnern verfallen sind – so glauben sie zumindest. Die Aussicht auf eine arrangierte Ehe führt daher zu heftigem Widerstand bei den frisch Verliebten. Um die Kinder zu ihrem Glück zu zwingen, suchen die Eltern den Ort des Geschehens auf: ein Komödienhaus, wo sie sich selbst ins bunte Treiben stürzen. Dieses wird nach einigen Irrungen und Wirrungen beendet, als der Zeremonienmeister das Ablegen der Masken anordnet und somit das glückliche Ende für alle Beteiligten einläutet.

Jeronimus und Leonard haben beschlossen, dass ihre Kinder heiraten sollen, obwohl sich diese nicht einmal kennen. Umso erzürnter sind die Alten, als sie erfahren, dass Leander und Leonora bei einem Maskenball anderen Partnern verfallen sind – so glauben sie zumindest. Die Aussicht auf eine arrangierte Ehe führt daher zu heftigem Widerstand bei den frisch Verliebten. Um die Kinder zu ihrem Glück zu zwingen, suchen die Eltern den Ort des Geschehens auf: ein Komödienhaus, wo sie sich selbst ins bunte Treiben stürzen. Dieses wird nach einigen Irrungen und Wirrungen beendet, als der Zeremonienmeister das Ablegen der Masken anordnet und somit das glückliche Ende für alle Beteiligten einläutet.

vendetta vendetta

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VENDETTA VENDETTA 
von Thomas Köck
Premiere: 12. Februar 2022 
Schauspiel Leipzig 

Zum Inhalt: Es gibt viele Spielarten der Rache: gefühlte Rache, gedachte Rache, geplante Rache, kollektive Rache, digitale Rache. Gesungene Rache gibt es auch. Seit versucht wird, die Rache aus dem direkten Miteinander auszuklammern, lebt sie umso stärker in der Kunst und in der Oper weiter. Berühmtestes Beispiel vielleicht: die Arie „Der Hölle Rache“ aus Mozarts „Zauberflöte“. Wie oft aber singt ein Chor von der Rache? In „vendetta vendetta“ wird er es tun.
Rache ist als Gefühl vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Immer wieder wurde versucht, die Rache zu ersetzen durch ein neues System des Rechts. Aber deswegen war die Rache nicht unbedingt verschwunden, ab dann war sie höchstens verdrängt. Was ist da passiert? Und welchen Platz hat sie heute in der Gesellschaft? Oder besser gefragt: Wo ist ihr Platz heute? Und wie geht es uns so, in einem Leben mit ohne Rache?
Verändert haben sich über die Jahrhunderte nicht nur Gesellschaften und deren Normen, sondern auch die Formen, Emotionen auszudrücken oder einzuhegen. Emotionen über die Musik auszuleben und in ihr zu erleben, gehört dabei zu den Ur-Techniken von Gesellschaft, genauso wie Formen des Ritus oder der Religion.
Eine parallele Geschichte des Rechts trifft in „vendetta vendetta“ auf eine parallele Geschichte der Polyphonie. Der Chor singt an gegen die Vereinzelung, aber auch: gegen die Gleichmacherei. Das gemeinsame Singen als „simultane Andersartigkeit“ und doch auch: als Abhängigkeit voneinander.
Und weil es sich mit der Geschichte verhält wie mit der Musik, liegt die Wahrheit nicht in der linearen Abfolge von Fakten (Tönen), sondern in der parallelen Bewegung ebendieser: Viele Geschichten, viele Melodien, die nicht ohneeinander erzählt werden können.

Das Schloss

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DAS SCHLOSS
nach Texten von Franz Kafka
Regie: Philipp Preuss 
Premiere: 21. Januar 2022 
Schauspiel Leipzig 

Zum Inhalt: Bei K.s nächtlicher Ankunft ist das Schloss vor lauter Nebel gar nicht sichtbar. Dafür die dunklen Augen, die K. beobachten, mustern, abweisen. Du bist nicht von hier, gehörst nicht dazu und wirst nie dazugehören, scheinen die Blicke zu sagen. Er sei vom Schlossherrn als Landvermesser bestellt, so K. Doch darüber will niemand Bescheid wissen.
K.s Versuche, Eintritt in das Schloss zu erhalten, um mit dem Auftraggeber sprechen zu können, scheitern: Selbst die Türen, die sich ihm durch seine Geliebte Frieda, seine vermeintlichen Gehilfen Artur und Jeremias sowie den Schlossboten Barnabas zu öffnen scheinen, entpuppen sich als Trugschlüsse. K. sieht sich einem undurchschaubaren Labyrinth aus Zuständigkeiten und Machtverhältnissen ausgesetzt; einer Welt, deren Gesetze er nicht zu entschlüsseln vermag. Und so bleibt K. all seiner Anstrengung zum Trotz ein Außenseiter: Sowohl das Schloss als auch die Dorfgemeinschaft verwehren sich ihm bis zuletzt — aber aufgeben, sich dem rätselhaften Bann des Schlosses entziehen und das Dorf zurücklassen, daran kann und will er trotzdem nicht denken.

Die Meistersinger von Nürnberg

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DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG 
Richard Wagner
Regie: David Pountney 
Premiere: 23. Oktober 2021 
Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Richard Wagners Oper »Die Meistersinger von Nürnberg« beschäftigt sich wie kein anderes seiner Werke mit der Stellung der Kunst und der Kunstschaffenden in der Gesellschaft. Anders als die Poeterei der Nürnberger Meister mit ihrem überlieferten Regelwerk entfaltet sich Kunst erst durch Wandel und Veränderung, so die These. Oder, wie Wagner selbst es ausdrückte: »Kinder, schafft Neues!«

Um die Dichtkunst neu zu beleben und deren Be-deutung bei den Bürgern Nürnbergs wieder ins Bewusstsein zu rufen, soll am Johannistag ein Wettbewerb stattfinden. Als ersten Preis wirft Goldschmied Veit Pogner seine einzige Tochter Eva in den Ring, was nicht zuletzt die Erzrivalen Hans Sachs und Sixtus Beckmesser gegeneinander aufbringt. Allerdings werden deren Ambitionen schnell unterlaufen, als ein Fremder namens Walther von Stolzing bei den Meistern vorspricht und um Eva wirbt. Was bei den übrigen Meistern auf höchste Ablehnung stößt, lässt den Schusterpoeten Hans Sachs aufhorchen: »Dem Vogel, der heut sang, dem war der Schnabel hold gewachsen.«

Die Rättin

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DIE RÄTTIN 
nach dem Roman von Günter Grass
Regie: Claudia Bauer 
Premiere: 8. Oktober 2021 
Schauspiel Leipzig 

Zum Inhalt: Einem einzelnen Mann berichtet die Rättin vom „Ultemosch“: Die Menschen hätten sich ihrer Lebensgrundlagen beraubt und schließlich selbst vernichtet, weshalb die Vorherrschaft auf der Erde künftig eben den Ratten zufällt. Und dabei hätten die Ratten sogar noch versucht, die Menschen zu warnen. Der Mann, der sich im Dialog mit jener Rättin wähnt, kämpft gegen deren Erzählung an, kämpft um seine eigene Erzählgewalt. Denn er ist sich sicher: Noch ist es nicht zu spät für die Menschen. Noch gibt es Hoffnung, es muss nur alles besser werden. Existiert die Rättin ohnehin nur in seinen Träumen? Sie selbst behauptet das Gegenteil: Auf den Trümmern der Menschheit würden Ratten nun eine solidarische Zivilisation aufbauen. Doch können sie nicht leugnen, dass ihnen die Menschen, jetzt, wo sie weg sind, durchaus fehlen.

Der Sturz des Antichrist

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DER STURZ DES ANTICHRIST 
Viktor Ullmann
Regie: Balázs Kovalik 
Premiere: 25. September 2021 
Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Welchen Handlungsspielraum hat der Einzelne im Kampf gegen ein diktatorisches Regime? Dieser Frage gehen Viktor Ullmann und sein Textdichter Albert Steffen mit ihrer Oper »Der Sturz des Antichrist« vor dem Hintergrund der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten auf den Grund. Ein Techniker, ein Priester und ein Künstler sind in der Gewalt eines Alleinherrschers, der ihre Dienste zur Befriedigung seiner Allmachtsfantasien einfordert. Mit Hilfe seiner drei Gefangenen möchte er sich die Erde untertan machen. Der Techniker soll durch den Bau einer Raumkapsel die Gesetze der Schwerkraft überwinden, der Priester durch die Verwandlung von Steinen in Brot den Hunger der Massen stillen, der Künstler schließlich einen Hymnus auf den Regenten verfassen. Während Techniker und Priester vor ihren Aufgaben versagen, verweigert sich der Dichter. Im Kerker schöpft er in der Zwiesprache mit einem greisen Wärter neue Kraft für seinen Widerstand gegen die Unvernunft seines Widersachers. Schließlich stürzt sich der Diktator in seinem Größenwahn selbst in die Tiefen.

Die selten gespielte Oper des Komponisten, der im Jahr 1944 in den Gaskammern des Lagers Auschwitz-Birkenau ums Leben kam, wurde ursprünglich für die Wiener Staatsoper komponiert, wo sie allerdings nicht mehr aufgeführt werden konnte. Nicht nur die Genrebezeichnung »Bühnenweihefestspiel« rückt das Werk in die Nähe von Wagners letzter Oper. Auch die klangliche Opulenz und der religiöse Anspruch, den die Kunst darin für sich behauptet, machen das Stück zu Ullmanns »Parsifal«.

Paradiese

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PARADIESE 
Gerd Kühr / Hans-Ulrich Treichel
Regie: Barbora Horáková Joly
Premiere: 9. Juli 2021 
Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Die Oper erzählt die Initiationsgeschichte eines ­jungen Mannes namens Albert vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Geschichte. Schauplatz ist die Stadt Berlin. Paradigmatisch für die einzelnen Stadien, die uns ins Westberlin der 70er Jahre, in eine mythologische Zeit auf dem deutsch-deutschen Niemandsland der Pfaueninsel, in die Westberliner Theaterszene der Vorwendezeit und schließlich in die Jahre nach der Wende führen, stehen vier Frauenfiguren: Lise, Studentin der Politologie, Friederike, Studentin der Zahnmedizin, Marie, Schauspielerin, und Anna, eine junge Frau aus Ostberlin.

»Die Musik ist ein stetig strömender Fluss inmitten des unsicheren Netzes von Zeit und Ort. Sie gibt Stabilität, verschafft Kontinuität und stellt dadurch in gewissem Sinne eine Art Zeitlosigkeit her.« So beschreibt der Komponist Gerd Kühr die Musik zu seiner Uraufführung nach einem Libretto des Schriftstellers Hans-Ulrich Treichel, der unter anderem als Librettist für Hans Werner Henze gearbeitet hat. Insofern ist die Musik auch gewissermaßen der rote Faden durch die vieraktige Oper, in der die Gegenwart und Vergangenheit der Stadt Berlin in teils zeitgeschichtlich-­realistisch, teils psychedelisch-surreal erzählten Szenen ineinanderfließen.


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