Oper Leipzig



Oper Leipzig
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Telefon: 0341-12 61 0
SPIELPLAN & KARTEN

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Bewertung und Kritik zu

Der Sturz des Antichrist

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DER STURZ DES ANTICHRIST 
Viktor Ullmann
Regie: Balázs Kovalik 
Premiere: 25. September 2021 
Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Welchen Handlungsspielraum hat der Einzelne im Kampf gegen ein diktatorisches Regime? Dieser Frage gehen Viktor Ullmann und sein Textdichter Albert Steffen mit ihrer Oper »Der Sturz des Antichrist« vor dem Hintergrund der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten auf den Grund. Ein Techniker, ein Priester und ein Künstler sind in der Gewalt eines Alleinherrschers, der ihre Dienste zur Befriedigung seiner Allmachtsfantasien einfordert. Mit Hilfe seiner drei Gefangenen möchte er sich die Erde untertan machen. Der Techniker soll durch den Bau einer Raumkapsel die Gesetze der Schwerkraft überwinden, der Priester durch die Verwandlung von Steinen in Brot den Hunger der Massen stillen, der Künstler schließlich einen Hymnus auf den Regenten verfassen. Während Techniker und Priester vor ihren Aufgaben versagen, verweigert sich der Dichter. Im Kerker schöpft er in der Zwiesprache mit einem greisen Wärter neue Kraft für seinen Widerstand gegen die Unvernunft seines Widersachers. Schließlich stürzt sich der Diktator in seinem Größenwahn selbst in die Tiefen.

Die selten gespielte Oper des Komponisten, der im Jahr 1944 in den Gaskammern des Lagers Auschwitz-Birkenau ums Leben kam, wurde ursprünglich für die Wiener Staatsoper komponiert, wo sie allerdings nicht mehr aufgeführt werden konnte. Nicht nur die Genrebezeichnung »Bühnenweihefestspiel« rückt das Werk in die Nähe von Wagners letzter Oper. Auch die klangliche Opulenz und der religiöse Anspruch, den die Kunst darin für sich behauptet, machen das Stück zu Ullmanns »Parsifal«.

Paradiese

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PARADIESE 
Gerd Kühr / Hans-Ulrich Treichel
Regie: Barbora Horáková Joly
Premiere: 9. Juli 2021 
Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Die Oper erzählt die Initiationsgeschichte eines ­jungen Mannes namens Albert vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Geschichte. Schauplatz ist die Stadt Berlin. Paradigmatisch für die einzelnen Stadien, die uns ins Westberlin der 70er Jahre, in eine mythologische Zeit auf dem deutsch-deutschen Niemandsland der Pfaueninsel, in die Westberliner Theaterszene der Vorwendezeit und schließlich in die Jahre nach der Wende führen, stehen vier Frauenfiguren: Lise, Studentin der Politologie, Friederike, Studentin der Zahnmedizin, Marie, Schauspielerin, und Anna, eine junge Frau aus Ostberlin.

»Die Musik ist ein stetig strömender Fluss inmitten des unsicheren Netzes von Zeit und Ort. Sie gibt Stabilität, verschafft Kontinuität und stellt dadurch in gewissem Sinne eine Art Zeitlosigkeit her.« So beschreibt der Komponist Gerd Kühr die Musik zu seiner Uraufführung nach einem Libretto des Schriftstellers Hans-Ulrich Treichel, der unter anderem als Librettist für Hans Werner Henze gearbeitet hat. Insofern ist die Musik auch gewissermaßen der rote Faden durch die vieraktige Oper, in der die Gegenwart und Vergangenheit der Stadt Berlin in teils zeitgeschichtlich-­realistisch, teils psychedelisch-surreal erzählten Szenen ineinanderfließen.

Der Ring an einem Abend

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DER RING AN EINEM ABEND 
mit den Texten von Loriot
Musikalische Leitung: Ulf Schirmer 
Online-Premiere: 17. April 2021 
Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Man muss sich entscheiden zwischen Liebe und Macht. Auf diese schlichte Formel lässt sich die Quintessenz aus Wagners monumentaler Mythentetralogie »Der Ring des Nibelungen« auf den Punkt bringen: »Nur wer der Minne Macht entsagt, nur wer der Liebe Lust verjagt, nur der erzielt sich den Zauber, zum Reif zu zwingen das Gold«, so die mahnenden Worte der Rheintochter Woglinde, mit denen das unheilvolle Schicksal des aus dem Gold des Rheines geschmiedeten Rings seinen Lauf nimmt. Der Komponist, der dafür bekannt ist, seinen in weihevoller Andacht erstarrenden Zuhörern eine gehörige Portion Sitzfleisch abzuverlangen, benötigt zur musiktheatralen Ausführung dieser Idee eine epische Breite von nicht weniger als vierzehneinhalb Stunden, Temposchwankungen der einzelnen Dirigate nicht eingerechnet, was insbesondere Operneinsteiger dazu veranlasst, einen Bogen um die Musikdramen Richard Wagners zu machen. Zumal Kürzungen in den Werken des Bayreuther Meisters, so zumindest die allgemeine Auffassung unter Wagnerianern, als absolutes Sakrileg zu ahnden sind, es sei denn man heißt Loriot.

Solitude

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SOLITUDE 
Ballett von Mario Schröder
Premiere: 16. Oktober 2020 
Leipziger Ballett in der Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Jede Entscheidung ist letztlich eine einsame und genau diese Entscheidungsmomente sind es, die Mario Schröder in den Mittelpunkt der Kreation »Solitude« stellt. In Zeiten von freiwilliger und auferlegter Isolation entsteht Einsamkeit in vielfältigen Facetten, denen sich die Tänzerinnen und Tänzer des Leipziger Ballett stellen. Denn es bleibt unklar wer entscheiden darf, ab wann allein sein zur Einsamkeit wird. Kann in einer Gesellschaft der dauerhaften Erreichbarkeit nicht auch die Einsamkeit ein Sehnsuchtsort werden?

Das Gemeinsame wird als Goldstandard des menschlichen Gehirns gesehen, es sehnt sich nach Nähe und Zugehörigkeit. Gesellschaftliches Zusammenleben, Innovation, Glaube – es ist schwer möglich sich eine Welt, ohne das Gemeinsame vorzustellen. Einsamkeit ist gefährlich, sie birgt den Anschein von menschlichem Versagen. Einsamkeit bedroht uns auf physischer und psychischer Ebene gleichermaßen. Solitude beschreibt einen freiwilligen Zustand des Seins, der die physische Anwesenheit eines anderen ausschließt und den Blick auf die eigene innere Landschaft legt. Momente von tiefer Reflexion, Selbsterkenntnis und Kreativität werden erst dann möglich, wenn äußere Einflüsse verschwinden und Raum bleibt für Einsamkeit.

Der Vogelhändler

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DER VOGELHÄNDLER
Carl Zeller
Regie: Rainer Holzapfel 
Premiere: 1. November 2019 
Oper Leipzig - Musikalische Komödie 

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Zum Inhalt: Carl Zellers »Vogelhändler« gehört zu jenen Operetten, die nachzuerzählen beim Leser für mehr Verwirrung als Erhellung sorgen würden. Am allerwenigsten wissen die Figuren selbst, mit wem sie es gerade zu tun haben, allen voran Titelheld Adam aus Tirol, der sich auf einen Flirt mit Marie einlässt, ohne zu wissen, dass es sich bei ihr in Wirklichkeit um die Kurfürstin handelt. Seine Braut Christel glaubt eigentlich den Kurfürsten vor sich, als sie für Adam ein Bittgesuch zur Beförderung zum Menagerieinspektor einreichen möchte. Stattdessen schlüpft Stanislaus, der hoch verschuldete Neffe des kurfürstlichen Wald- und Wildmeisters Baron Weps, in die Rolle des kurzfristig verhinderten Kurfürsten und nutzt bei einem Stelldichein im Pavillon seine neue Position schamlos aus. Zum Schluss dreht sich schließlich alles um die entscheidende Frage: Was ist wirklich passiert zwischen Adam und Marie und Christel und Stanislaus?

Carl Zeller hat mit seinem »Vogelhändler« eine der populärsten Operetten überhaupt geschrieben. Sein Rezept: Eine turbulente Verwechslungskomödie vor dem Hintergrund einer ländlich-volkstümlichen Idylle, eine Prise Erotik und eine gute Portion Sentiment sowie eingängige Melodien wie »Grüß’ euch Gott, alle miteinander«, »Ich bin die Christel von der Post«, »Wie mein Ahnl« und natürlich »Schenkt man sich Rosen in Tirol«.

Tristan und Isolde

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TRISTAN UND ISOLDE
von Richard Wagner
Regie: Enrico Lübbe
Premiere: 5. Oktober 2019 
Oper Leipzig 

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Zum Inhalt: Mit »Tristan und Isolde« schuf Richard Wagner seine wohl radikalste, aber auch sinnlichste Oper. Zwei Liebende werden in einen Strudel der Leidenschaften hineingesogen, der so intensiv ist, dass eine Erlösung nur im Tod möglich ist. Um der ungewollten Hochzeit mit König Marke von Cornwall zu entgehen, will die irische Königstochter Isolde ihrem Leben ein Ende setzen. Gemeinsam mit Tristan, dem Neffen des Königs, trinkt sie jedoch versehentlich kein Gift, sondern einen Liebestrank. Gequält von unerfüllter Sehnsucht leben die beiden fortan für den Wunsch, im Tod vereint zu sein.

Richard Wagner adaptierte für seinen »Tristan« das mittelalterliche Epos von Gottfried von Straßburg und ließ sich von der Philosophie Schopenhauers inspirieren. Dessen pessimistische Ideen vom Streben nach dem Ende der Existenz vereinte er jedoch mit der eigenen Neigung zu sinnlicher Hingabe. Dazu schuf er eine Musik, die die überwältigenden Gefühle der kaum noch aktiv handelnden Figuren zum Klingen bringt. Wie das immer größer werdende Verlangen der Liebenden drängt die Musik unaufhörlich nach Erlösung. Die beinahe sinfonisch anmutende musikalische Sprache, die Wagner verwendet, ist durch den Zusammenbruch der Tonalität und extreme Chromatik gekennzeichnet – eine zeitlose »unendliche Melodie« für die Ewigkeit, die den Lauf der Musikgeschichte unumkehrbar beeinflussen sollte.

Spiel mir eine alte Melodie

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SPIEL MIR EINE ALTE MELODIE
Schlager- Revue
Choreografie: Mirko Mahr 
Premiere: 27. September 2019 
Oper Leipzig - Musikalische Komödie 

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Zum Inhalt: Cusch Jung, Chefregisseur der Musikalischen Komödie, präsentiert in seiner Revue mit dem Titel »Spiel mir eine alte Melodie« ein Potpourri mit beliebten Melodien aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Freuen Sie sich auf eine »Nacht voller Seligkeit« mit Evergreens von Peter Kreuder, Mischa Spoliansky u. a.

Mit: Theresa Maria Romes, Nora Lentner, Angela Mehling, Anne-Kathrin Fischer, Adam Sanchez, Hinrich Horn, Milko Milev, Andreas Rainer, Michael Raschle und Justus Seeger

Der Liebestrank

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DER LIEBESTRANK
von Gaetano Donizetti
Regie: Rolando Villazón 
Premiere: 14. September 2019 
Oper Leipzig 

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Zum Inhalt: Manchmal hilft nur noch ein Liebestrank, vor allem wenn es so einer ist wie der von Tristan und Isolde. Zumindest Nemorino setzt all seine Hoffnung in dieses Gebräu: Schließlich ist er als kleiner Niemand in die anbetungswürdige, aber eher am schneidigen Belcore interessierte Adina verliebt. Welch ein Glück, dass der fahrende Wunderdoktor Dulcamara ein solches Mittel rein zufällig in seinem Sortiment führt. Das Wunderelixier, bei dem es sich freilich um nichts anderes als Alkohol handelt, zeigt auch prompt seine Wirkung: Mit frisch gewonnenem Selbstvertrauen steigt Nemorino zum begehrtesten Junggesellen weit und breit auf – wozu das Gerücht einer beträchtlichen Erbschaft wohl nicht unwesentlich beiträgt. So gelingt es Nemorino nicht nur, seinen Nebenbuhler auszustechen, sondern letztlich auch Adinas Herz zu gewinnen.

Schon der erste Tropfen von Gaetano Donizettis »Liebestrank« machte das Publikum 1832 süchtig nach den süßen, verschwenderischen Melodien, die der Komponist auch der berühmtesten Arie des Stückes einträufelte: Nemorinos berührender Klage »Una furtiva lagrima«. Rolando Villazón, der als Nemorino häufig genug selbst erfolgreich auf der Bühne stand, inszeniert Donizettis »Liebestrank« nun an der Oper Leipzig. Mit viel Witz und Herz, aber auch feinem Gespür für den Tiefsinn des Werkes erzählt er das heitere Liebesabenteuer als turbulenten Western-Movie.


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