Undine

Bewertung und Kritik zu

UNDINE 
von Albert Lortzing
Regie: Tilmann Köhler 
Premiere: 29. Oktober 2022 
Oper Leipzig 

Zum Inhalt: Undinen, weibliche Wasserwesen, können nur durch die Vermählung mit einem irdischen Mann eine unsterbliche Seele erlangen. Doch welcher Preis ist dafür zu zahlen? Was macht eine Seele aus? Die Geschichte einer Liebe auf Leben und Tod beginnt in einer abgeschiedenen Fischerhütte eines alten Ehepaares und deren Ziehtochter Undine. Als Ritter Hugo Zuflucht vor einem Unwetter in dieser Hütte findet, verlieben er und Undine sich ineinander und heiraten. Noch bevor es gemeinsam zurück in die Stadt gehen soll, flüstert Undine ihrem frisch Angetrauten warnend zu: »O halte fest an deinem Glauben und bleibe deinem Schwure treu, dass ich dein Glück, dein alles sei!«, denn wenn Undines Liebe verraten wird, so heißt es in den alten Märchen, muss sie den treulosen Mann töten und ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gekommen ist.

Vor fast 180 Jahren musste Albert Lortzing das Stadttheater Leipzig aus tragischen Gründen verlassen, doch seine Musik ist untrennbar mit Leipzig verbunden und kehrt stets voller Poesie und Kraft zurück! Albert Lortzing selbst gibt dazu an: »Diese Oper muss gefallen. Ich versichere dir, dass Musikstücke vorkommen, deren Effekte ich nicht geahnt hätte.«

Musikalische Leitung: Christoph Gedschold
Inszenierung: Tilmann Köhler
Bühne: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Dramaturgie: Marlene Hahn
Licht: Michael Röger
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint
Chor: Chor der Oper Leipzig
Orchester: Gewandhausorchester


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Treppauf, treppab herumgelabert
  · 31.10.22
''Die Inszenierung Tilmann Köhlers: eine Katastrophe. Das Drehbühnenbild mit fünfzehnstufiger Großtreppe und drei sie umschließenden dunkelblauen Vorhängen (Entwurf von Karoly Risz): profan und dürftig. Die egalitären Jetztzeit-Sommerklamotten, die die Kostümdesignerin Susanne Uhl kreierte: bunt, beliebig und zum Teil total bescheuert.

Im Programmheft ist ein arg bemühtes Erklärer-Interview zwischen dem Dirigenten, dem Regisseur, dem Bühnenbildner und der Kostümbildnerin zu lesen, das den Anschein erweckt, als wollte es Bernd Alois Zimmermanns Soldaten analysieren und/ oder in gesellschaftspolitische bzw. soziologisch determinierte Zusammenhänge zwängen. Doch merke: Bei der Lortzing'schen Undine handelte und handelt es sich lediglich um eine Spiel- und Märchenoper. Doch von frohgemuter und v.a. leichtfüßiger Spielfreude und irgend einem prinzipiell bekennenden Hang hin zur wunderbaren Märchenwelt sprich ausufernden Fantasie konnte an diesem Abend keine Rede sein.'' schreibt Andre Sokolowski am 30. Oktober 2022 auf KULTURA-EXTRA
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