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Bewertung und Kritik zu

FAUST
von Johann Wolfgang von Goethe
Regie: Enrico Lübbe 
Premiere: 29. September 2018 
Schauspiel Leipzig 

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Zum Inhalt: Am Ende seines Lebens blickte Goethe auf über fünfzig Jahre der Beschäftigung mit dem Faust-Stoff zurück: Von den 1770er Jahren bis kurz vor seinem Tod 1832 arbeitete er an dem Stoff, dem er in seiner Jugend als Puppenspiel erstmals begegnete und der dann sein schriftstellerisches Leben dominierte.  Zwei Dramen schuf Goethe aus dem Stoff: den Faust I, erschienen 1806, und den Faust II, kurz vor dem Tod beendet, aber erst für die Nachwelt veröffentlicht.

Das Schauspiel Leipzig wird sich, in Weiterführung der inszenatorischen Doppelbefragungen der vergangenen Spielzeiten, den beiden Teilen des „Faust“ verschieden nähern — und sie unterschiedlich präsentieren: „Faust I“ wird als Inszenierung auf der Großen Bühne stattfinden und zudem die Leipziger Arbeit mit Chören fortsetzen. Für den II. Teil verlassen wir das Schauspielhaus und die klassische Theatersituation — und splitten den Theaterabend auf in drei parallele Themen-Touren hinein in die Stadt Leipzig, angeleitet vom Interesse, welche Themen aus dem „Faust II“ uns nach wie vor beschäftigen und welche Verbindungen sich aus dem Stoff ins Heute ziehen lassen. 
Die Touren starten am Schauspielhaus und finden parallel statt; pro Aufführung kann nur an je einer Tour teilgenommen werden. Den Schluss des „Faust II“ erleben dann alle drei Touren wieder gemeinsam im Schauspielhaus.

Regie: Enrico Lübbe 
Bühne: Etienne Pluss 
Kostüme: Sabine Blickenstorfer 
Video: fettFilm 
Komposition Musik & Chor: Peer Baierlein 
Chorleitung: Franziska Kuba und Ustina Dubitsky 
Choreographie: Stefan Haufe 
Dramaturgie: Torsten Buß 
Produktionsleitung Themen-Touren: Maximilian Grafe 
Licht: Ralf Riechert 


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FAUST, mit Themen-Touren
  · 01.10.18
''Besonders gut und aktuell ist das an der immer noch die Umwelt zerstörenden Braunkohleförderung zu spüren. Rund um Leipzig wurde schon im Mittelalter einer der wichtigsten Energieträger abgebaut. Zur zweifelhaften Blüte gelangte der Braunkohleabbau in DDR-Zeiten, wo etliche Dörfer den Tagebauen weichen mussten. Nach der Wende ging es mit der sogenannten MIBRAG weiter. Man erfährt das auf der Busfahrt zum Völkerschlachtdenkmal. Vor Ort hören die Teilnehmer einen Vortrag zur Entstehung der Braunkohle, eine Lobeshymne auf den Bodenschatz oder wie man Leute gefügig machte, die sich dem Eingriff auf Natur und Land zu widersetzen wagten. Auch dazu gab es Stasi-Akten. Doch auch heute gilt wie im Faust II: „Man hat Gewalt, so hat man Recht.“ 

In einem Film und einem Hörstück sprechen Betroffene aus ihren Erfahrungen mit der Umsiedlung in der DDR, vom Widerstand gegen den Braunkohleabbau, der auch heute im Fall des Dorfs Pödelwitz mit Greenpeace und anderen NGOs weiter geführt wird. In den alten Tagebaurestlöchern entsteht nun eine Seenlandschaft, bilden sich Naherholungsgebiete. Die Natur holt sich das Land zurück. Was mit den verschwundenen Dörfern verloren gegangen ist, sind die Orte der Erinnerung, wie es einer der Betroffenen sagt. Und dennoch bleibt ein versöhnendes Vogelgezwitscher am Ende der Tour im Ohr. 

Manchmal sagen halt Erfahrungsberichte mehr als tausend Goetheverse. Der Einbruch der Wirklichkeit in die Kunst. Theorie trifft auf Praxis. Und wie um das doch künstlerisch zu beglaubigen, erwarten einen - mittlerweile wieder zurück im Schauspielhaus - Faust und die Lemuren. Die Bühne dreht sich wieder im Kreis. Es wird erstaunlich konventionell Text deklamiert. Passend zur Tour geht es um Philemon und Baucis, deren Land Faust begehrt und die, sich gegen die Zwangsumsiedlung wehrend, deswegen sterben müssen. Faust, verfolgt von seinen Dämonen, zieht hier nichts Weibliches hinan. Seine Vision kein Graben, sondern ein Grab. Der Chor singt sakral Lateinisches zum Schluss.'' schreibt Stefan Bock am 1. Oktober 20188 auf KULTURA-EXTRA
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