Bewertung und Kritik zu

Bewertung und Kritik zu

IMAGINARY EUROPE
Projekt 1 des Europa Ensembles
Regie: Oliver Frljić 
Premiere: 10. April 2019 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: In Imaginary Europe macht sich Oliver Frljić mit seinem Ensemble auf die Suche nach einem theatralischen Utopia. Im Angesicht des Erstarkens rechtspopulistischer Bewegungen in Europa, zunehmender Intoleranz und den Herausforderungen moderner Migrationsgesellschaften fragen wir nach der Verantwortung von Intellektuellen und Künstler*innen. Mit Peter Weiss und seiner Ästhetik des Widerstands werfen wir einen Blick auf zwei Schlüsselwerke der Malerei und damit auf verschiedene Aspekte der Französischen Revolution: Was ist aus dem Ideal von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit geworden? Biographisches Material der Schauspieler*innen führt das Publikum mitten hinein in die Widersprüche unserer unübersichtlichen Gegenwart. Ist der europäische Traum noch zu retten? 

Weiterlesen: Imaginary Europe

Bewertung und Kritik zu

NIXON IN CHINA
von Alice Goodman
Regie: Marco Štorman 
Premiere: 7. April 2019 
Staatsoper Stuttgart
Buch jetzt bestellen

Zum Inhalt: Neben der Mondlandung der Apollo 11 war der Besuch von Richard Nixon bei Mao Tse-tung seinerzeit eines der größten Medienereignisse: Eine Woche erschien Nixon jeden Abend zur Prime-Time in den amerikanischen Wohnzimmern. Er selbst stellte den Bezug her: „We came in peace for all mankind“. Das wurde nicht nur auf einer Tafel am Landeplatz der Apollo 11 angebracht, sondern Nixon sagte es auch vor seinem Abflug nach China in die Mikrofone. Terra incognita: der Mond wie das Reich der Mitte. John Adams, Alice Goodman und Peter Sellars zielten mit ihrer Oper nicht auf eine oberflächliche oder karikierende Darstellung des Besuchs. Sie wollten eine „heroische Oper“ über die Konstruktion von modernen Mythen schreiben – mit archetypischen Situationen und Figuren. Und es ging ihnen um den Aspekt des Medialen, um die Macht der Bilder, um den Gegensatz zwischen vermeintlich objektiver Wirklichkeit und subjektiver Wahrnehmung. „Bei allen Dingen, die man visuell wahrnimmt, muss man zunächst drei Dinge in Betracht ziehen: die Position des Auges, das wahrnimmt; die des Objekts, das wahrgenommen wird; und die des Lichts, das es beleuchtet“, heißt es in Jean-Luc Godards Film La Chinoise: „Die Realität hat vielleicht bis heute noch nie jemand wirklich zu Gesicht bekommen.“ Bleibt die Frage, wem man noch glaubt, glauben zu können.

Weiterlesen: Nixon in China

Bewertung und Kritik zu

AUFBRUCH!
von Edward Clug, Katarzyna Kozielska und Nanine Linning
Premiere: 28. März 2019
Stuttgarter Ballett

Zum Inhalt: Weimar 1919: Ein Ort und ein Jahr, die bis heute für Aufbruch und Fortschritt stehen. Ein Ort und ein Jahr, an und in dem alte Strukturen aufgebrochen wurden. 1919 wird in Weimar eine demokratische Verfassung, die unter anderem Grundrechte etabliert, Stände aufhebt sowie das Frauenwahlrecht einführt, beschlossen. Gleichzeitig gründen visionäre KünstlerInnen eine neue Schule, die Kunst und Handwerk vereinen will – und somit Form und Funktionalität – und die SchülerInnen unabhängig von Geschlecht, sozialer Herkunft oder Rasse aufnehmen will. Beide Ereignisse prägen bis heute unser Verständnis von Demokratie und Kunst. 

Zum 100-jährigen Jubiläum der Verabschiedung der Weimarer Verfassung und der Gründung des Staatlichen Bauhauses in Weimar entsteht der Ballettabend AUFBRUCH!, eine Koproduktion des Deutschen Nationaltheaters Weimar und des Stuttgarter Balletts. Im Auftrag von Ballettintendant Tamas Detrich lassen sich drei internationale ChoreographInnen von dem Aufbruchsjahr 1919 inspirieren. Die Niederländerin Nanine Linning ist bekannt für ihre aparten, einzigartigen Gesamtkunstwerke, die eine Synthese aus Konzept, Tanz, bildender Kunst und Avantgarde Design bilden. Die Polin Katarzyna Kozielska, die sich des klassischen Ballettvokabulars bedient, es aber mit eigenartigen, humorvollen Einfällen aufbricht, hat mit ihren hochästhetischen Stücken auf sich aufmerksam gemacht und gilt als Hoffnungsträgerin für eine neue Generation von Choreographinnen. Der Rumäne Edward Clug ist derzeit einer der gefragtesten Choreographen Europas; seine intelligenten, am schmalen Grat zwischen Schönheit und Beklemmung entlang wandernden Stücke, lösen tiefgehende Emotionen und Gedankenströme bei ZuschauerInnen aus. Drei AusnahmekünstlerInnen also, die aufbrechen, um dem Ausnahmejahr und -ort 1919/Weimar zu begegnen.

Weiterlesen: AUFBRUCH!

Bewertung und Kritik zu

DER PRINZ VON HOMBURG
von Hans Werner Henze
Regie: Stephan Kimmig 
Premiere: 17. März 2019 
Staatsoper Stuttgart
Buch jetzt bestellen

Zum Inhalt: Wer wachen Auges träumt, lebt gefährlich. Er erfährt die Welt anders, vielleicht so, wie sie sein könnte. Dabei kann das Gewohnte in beängstigende Ferne rücken. Der Prinz von Homburg lebt bisweilen in Traumzuständen. Dadurch handelt er in der Schlacht wider höchsten Befehl, führt sein Heer mit traumwandlerischer Sicherheit aber zum Sieg. Dann wacht er im realen Albtraum auf – Befehlsverweigerern droht die Todesstrafe. Hans Werner Henze verließ Mitte der 1950er Jahre Deutschland in Richtung Italien, nicht aus Wirklichkeitsflucht, sondern um sich dort eine Welt nach eigenen Wünschen zu schaffen – mit Platz für „die sinnliche Lust auf einen neuen Schönheitsbegriff, eine neue ästhetische Glücksvorstellung“. Diese fand nördlich der Alpen im Elan von Aufbau plus Verdrängung ebenso wenig eine Heimat wie im strengen Regelwerk der musikalischen Nachkriegsavantgarde. In der Begegnung mit Heinrich von Kleists Schauspiel formulierte er mit Ingeborg Bachmann so etwas wie eine Utopie: Nicht Sach- und Systemzwänge, nicht Funktionen und Dienstgrade bestimmen die Beziehungen der Menschen, sondern Empfindungen. Ihre Opernfiguren begeben sich ins Risikogebiet der Traumverlorenheit, um zu sich und zueinander zu finden. Auf die Gefahr hin, die Wirklichkeit dabei als hinfällig zu erkennen.

Weiterlesen: Der Prinz von Homburg

Bewertung und Kritik zu

BERNARDA ALBAS HAUS
von Federico García Lorca
Regie: Calixto Bieito 
Premiere: 16. März 2019 
Schauspiel Stuttgart
Buch jetzt bestellen

Zum Inhalt: In Bernarda Albas Haus, seinem letzten Theaterstück, beschreibt der spanische Dichter und Dramatiker Federico García Lorca eine Welt, in der sich Autorität und Freiheit, Zivilisation und Natur, Moral und sexuelles Begehren unversöhnlich gegenüberstehen. Eine Welt voller Repressionen, in der das Leben verkümmert, weil Anpassung in Selbstaufgabe und Ausbruchsversuche in Selbstzerstörung enden. Nach dem Tod ihres Mannes verschließt Bernarda Alba ihr Haus und verordnet ihren fünf Töchtern eine achtjährige Trauerzeit. Während das Leben draußen vorbeizieht, arbeiten die jungen Frauen an ihrer Aussteuer und verzehren sich nach den abwesenden Männern. Als sich Adela in den Verlobten ihrer ältesten Schwester verliebt und aus dem häuslichen Gefängnis ausbricht, kommt es zur Katastrophe. Durch blindes Festhalten an Traditionen errichtet Bernarda eine Festung, in der sich Lebensfreude in Missgunst und Verlangen in Verlogenheit kehrt. Das Leben ihrer Töchter zerbricht, weil die äußere Fassade wichtiger ist als ein selbstbestimmtes Leben. 

Weiterlesen: Bernarda Albas Haus

Bewertung und Kritik zu

ANTIGONE-TRIBUNAL
von Leo Dick
Regie: Blanka Rádóczy
Premiere: 9. März 2019 
Staatsoper Stuttgart
Buch jetzt bestellen

Zum Inhalt: Dreimal wird in Slavoj Žižeks 2015 erschienenem Theaterstück Die drei Leben der Antigone der Widerstand Antigones gegen jede staatspolitische Vernunft zu einem jeweils anderen Ende geführt. Der Chor, das Volk oder die Bürger*innen kommentieren dabei nicht nur, sondern werden selbst zum Akteur. Mit einem eigens gecasteten Bürgerchor beleuchten wir auf und hinter der Bühne Fragen nach dem Erhalt, der Veränderung, der Auflösung oder der Neuschaffung politischer Ordnung, die sich angesichts der unsicheren Zukunft Europas immer drängender stellen.

Antigone: Carina Schmieger
Kreon: David Kang
Haimon / Tiresias: Ida Ränzlöv

Weiterlesen: Antigone-Tribunal

Bewertung und Kritik zu

ONE OF A KIND
von Jiří Kylián
Premiere: 22. Februar 2019
Stuttgarter Ballett
DVD jetzt bestellen

Zum Inhalt: „One of a kind“, zu Deutsch „einzigartig“, gilt nicht nur für dieses abendfüllende Stück, sondern auch für den Choreographen selbst. 1968 wurde Jiří Kylián, von Prag über die Royal Ballet School in London kommend, von John Cranko als Tänzer des Stuttgarter Balletts engagiert. Es war der Beginn einer außergewöhnlichen Karriere, die nachhaltig den europäischen Tanz beeinflussen sollte und die bis heute Maßstäbe in der Tanzwelt setzt. Das 50-jährige Jubiläum seiner Ankunft in Stuttgart feiert das Stuttgarter Ballett mit der Stuttgarter Erstaufführung eines seiner Meisterwerke: One of a Kind

Weiterlesen: One of a Kind

Bewertung und Kritik zu

DAS IMPERIUM DES SCHÖNEN
von Nis-Momme Stockmann
Regie: Tina Lanik 
Premiere: 31. Januar 2019 
Schauspiel Stuttgart
Buch jetzt bestellen

http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=831056&site=13245&type=text&tnb=20&subid=2kGv3SxZum Inhalt: Zwei ungleiche Brüder – erfolgreicher Intellektueller der eine, Lebenskünstler der andere – reisen mit ihren Partnerinnen nach Japan. Vier unterschiedliche Lebensentwürfe prallen aufeinander, und wieder einmal zeigt sich, dass der Kampf um das eigene Wertesystem im Privaten mit der gleichen Unbarmherzigkeit ausgetragen wird wie im globalen Maßstab. Die Konfrontation mit einer fremden Kultur, die mit ganz eigenen sozialen Codes funktioniert, wirkt als Brandbeschleuniger. Die Situation eskaliert, Weltbilder geraten auf den Prüfstand – am Ende liegen alle Gewissheiten in Scherben.
Die unbeschadete Koexistenz zweier Parallelwirklichkeiten ist so alt wie das Sprechen an sich. In der jüngsten Vergangenheit ist diese geradezu paradigmatisch für das gesellschaftliche Plateau des frühen 21. Jahrhunderts geworden, „alternative Fakten“ heißt das Schlagwort der Stunde. Gibt es sie noch, die Wahrheit?

Weiterlesen: Das Imperium des Schönen


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

eventim Reservix Ticketing System



4.0
Durchschnittsnote aller Stücke
5 8
4 14
3 5
2 1
1 0
Kritiken: 16

TICKETS BEI EVENTIM KAUFEN
Warenkorb anzeigen

ANZEIGE



ANZEIGE

 AUF DER BÜHNE © 2019                            
                 Stage Musicals                                   
Toggle Bar