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DER WÜRGEENGEL
nach dem Film von Luis Buñuel
Regie: Viktor Bodó 
Premiere: 24. Oktober 2020 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: Mehrere Gäste versammeln sich in einem großen Konferenzsaal. Erstaunlich ist, dass die Bediensteten die Flucht ergreifen, noch unerklärlicher, dass die Anwesenden, nachdem sie sich gesetzt haben, ihre Plätze nicht verlassen können. Eine unsichtbare Mauer hält diese Gesellschaft gefangen. Dann gibt es einen Stromausfall und Angst breitet sich aus. Nach und nach fallen die Schranken bürgerlicher Konventionen, es kommt zu verbalen Entgleisungen, Eifersuchtsszenen, körperlicher Gewalt, einer Schlacht aller gegen alle. Ein Mann stirbt, ein junges Paar begeht Selbstmord. Nach mehreren Tagen löst sich die seltsame Lähmung genauso unverhofft auf, wie sie aufgetreten ist. Durch offene Türen verlassen die Menschen ihr vermeintliches Gefängnis.

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HEILIG ABEND
von Daniel Kehlmann
Regie: Eva Hosemann 
Premiere: 16. Oktober 2020 
Altes Schauspielhaus Stuttgart

Zum Inhalt: Das neue Stück von Bestsellerautor Daniel Kehlmann, der seit seinen Romanen „Die Vermessung der Welt“ und „Tyll“ zu den wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren zählt, ist ein Politthriller um Liebe und Verrat in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung.
Es ist der 24. Dezember, halb elf Uhr abends. Ein Ermittler und eine Terrorverdächtige, Professorin für Philosophie, sitzen sich im Verhör gegenüber. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: Nur 90 Minuten bleiben dem Ermittler, um von Judith zu erfahren, ob sie tatsächlich für Mitternacht einen terroristischen Anschlag geplant hat.
In „Heilig Abend“ geht es um die Angst vor terroristischen Anschlägen, um Ausmaß und Berechtigung staatlicher Überwachung und um die Frage nach der Vereinbarkeit von Freiheit und Sicherheit. Das spannende Theater-Duell wird inszeniert von Eva Hosemann, der Leiterin der Stuttgarter Kriminächte. Auf der Bühne stehen sich mit Lisa Wildmann und Robert Besta zwei herausragende Darsteller gegenüber.

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CAVALLERIA RUSTICANA / LUCI MIE TRADITRICI
Mascagni / Sciarrino
Regie: Barbara Frey 
Premiere: 11. Oktober 2020 
Staatsoper Stuttgart

Zum Inhalt: Darf man den eigenen Sinnen trauen? Oft genügen Andeutungen und Gerüchte, um dem Herzen Zweifel einzupflanzen, die zur mörderischen Gewissheit werden können. Santuzza ahnt, dass Turridu sie wegen der Frau des arglosen Alfio sitzenlässt. An einem einzigen Vormittag führt diese Ahnung zur Gewalttat. Nicht mit Vergebung sondern einem Opfer endet dieser sizilianische Ostersonntag, denn Männer wie Frauen, Mütter wie Söhne folgen hier einem gesellschaftlichen Codex, der seit Generationen festschreibt, was Treue und Ehre bedeuten. Sind vielleicht sogar die von Mascagni überwältigend in Szene gesetzten Gefühle der Protagonist*innen nur Produkte sozialer Codierungen?

Nach der Souveränität des fühlenden Subjekts fragt einhundert Jahre später auch Salvatore Sciarrino in seiner Oper Luci mie traditrici – Meine trügerischen Augen. Mit einem ganz auf Reduktion setzenden musikalischen Idiom erzählt auch er von obsessiver Eifersucht. Dass einen der Augenschein trügen kann, ahnen hier ein Graf, seine Gräfin, ihr voyeuristischer Diener und ein Besucher, der eine andere Art zu lieben verspricht. Die Angst, sich in den eigenen Sinnen und im geliebten Gegenüber zu täuschen, führt zum Doppelmord. Ob tatsächlich ein Treuebruch stattfindet, bleibt verborgen. Die Gewissheit der Gefühle zersetzt sich; ebenso das musikalische Gewebe: Das Sprechen über die Liebe zerfällt in erstickte Worte, Geflüster, Herzklopfen und Atemzüge, und weicht schließlich der tosenden Stille der Einsamkeit.

Weiterlesen: Cavalleria Rusticana / Luci Mie Traditrici

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DAS DSCHUNGELBUCH
von Alexander Erbrich Crawford
Premiere: 10. Oktober 2020 
Staatsoper Stuttgart

Zum Inhalt: Das kleine Menschenkind Mogli wird von Wölfen großgezogen. Doch eines Tages kehrt der böse Tiger Shir Khan in den Dschungel zurück und Mogli macht sich mit Hilfe des klugen Panthers Baghira auf, um Schutz in der Menschensiedlung zu suchen. Als die beiden auf ihrem Weg dorthin den stets gut gelaunten Bären Balu treffen, geht der Trubel erst richtig los. Ob swingender Affentanz mit dem verrücktesten Orang-Utan, King Louie, die unvergessliche Elefantenparade oder eine hypnotische Begegnung mit der Schlange Kaa – im Disney-Dschungel ist einfach der Bär los!

Weiterlesen: Das Dschungelbuch

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LIEBEN SIE GERSHWIN?
Gauthier Dance
Choreographie: Marco Goecke 
Premiere: 19. Januar 2020 
Theaterhaus Stuttgart

Zum Inhalt: Der Tanz und George Gershwin – das ist nichts weniger als eine große Liebesgeschichte. Davon zeugen nicht nur Filmklassiker aus Hollywoods goldener Ära, mit Stars wie Fred Astaire, Ginger Rogers oder Gene Kelly. Es ist vor allem die Musik Gershwins selbst, die erst in der Kombination mit Bewegung und Tanz ganz bei sich zu sein scheint. Und so war es wohl nur eine Frage der Zeit, bevor sich auch Marco Goecke diesem unnachahmlichen Wanderer zwischen Jazz und Klassik, zwischen „E- und U-Musik“ zuwandte. Der musikalische Reichtum, aus dem er schöpfen konnte, ist immens und reicht von Hits wie Summertime, Someone To Watch Over Me oder The Man I Love über populäre Musical-Songs zu Gershwins Orchesterwerken wie dem Klavierkonzert in F-Dur. Die Qual der Wahl war im Übrigen auch bei der Auswahl der Interpretinnen angesagt. Jazz-Ikonen wie Sarah Vaughan haben Gershwins Songs legendäre Alben gewidmet, Janis Joplin hat sich von Summertime zu einer spektakulären, herben Blues-Version inspirieren lassen. Ihre Stimmen werden diese Produktion begleiten.

Weiterlesen: Lieben Sie Gershwin?

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DIE ZAUBERFLÖTE
von Wolfgang Amadeus Mozart
Regie: Barrie Kosky & Suzanne Andrade 
Premiere: 3. Oktober 2020 
Staatsoper Stuttgart

Zum Inhalt: Generation Change? Alle jungen Menschen müssen ja irgendwie ihren Platz im Leben und in der Welt finden. Und dass das nicht immer ganz einfach ist und selten ohne Reibungen abläuft, wissen Kinder wie Eltern gleichermaßen. Mozarts letzte Oper, Die Zauberflöte, ist in der Hinsicht eigentlich die ideale Familiengeschichte: Eine neue Generation macht erste Schritte in einer neuen Welt, doch einfach nachmachen geht nicht. Die Antworten muss die Jugend nämlich selbst finden, die überlebensgroßen, uneindeutigen Elternfiguren dienen kaum als unhinterfragbares Vorbild – die Königin der Nacht: rachsüchtige Furie, oder liebende und besorgte Mutter? Sarastro: die gute, gerechte Autorität, oder ein Frauenfeind und Fortschrittsverhinderer? Erst auf sich alleine gestellt finden Pamina und Tamino, Papageno und Papagena die benötigten Antworten und es lüftet sich wahrscheinlich auch für Eltern wie Kinder im Saal der Schleier vom märchenhaften Mysterien- und Einweihungsspiel: Wo wir nicht von unseren eigenen Erfahrungen ausgehend handeln und urteilen, reproduziert sich nur die Welt, wie sie schon gewesen ist (mit allem Schlechten, was dazugehört). Barrie Koskys legendäre und weitgereiste Zauberflöte, die er für die Komische Oper Berlin mit der britischen Theatertruppe „1927“ entwickelt hat, macht aus Mozarts Oper einen rasanten Spaß in Rückgriff auf Stummfilmzitate und die Ästhetik der Kabaretts der Weimarer Republik. Jetzt auch in Stuttgart mit unserem Ensemble – in einer eigenen, neu erarbeiteten Fassung!

Weiterlesen: Die Zauberflöte

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DER BESUCH DER ALTEN DAME
von Friedrich Dürrenmatt
Regie: Burkhard C. Kosminski 
Premiere: 26. September 2020 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: Welchen Preis hat Gerechtigkeit? Nach zwanzig Jahren kehrt die Milliardärin Claire Zachanassian nach Güllingen zurück. Die Kleinstadt ist hoch verschuldet, verarmt und steht kurz vor dem Ruin. Zachanassian verspricht der Gemeinde neuen Wohlstand. Allerdings ist ihre finanzielle Hilfe an eine Bedingung geknüpft: Die Bewohner von Güllingen bekommen das Geld nur, wenn sie Alfred Ill, Zachanassians früheren Geliebten und Vater ihres Kindes, töten. Dieser hatte damals die Vaterschaft geleugnet, zwei falsche Zeugen bestochen, sie zur Hure degradiert und aus Güllingen verjagt. Jetzt will sie nur eins: Gerechtigkeit. Viel Zeit ist seitdem vergangen. Das gefallene Mädchen inzwischen die reichste Frau der Welt nimmt nicht nur Rache an Ill, sondern sie offenbart auch die Verführbarkeit, Gier und Korruption der Bewohner von Güllingen. Sie alle machen sich schuldig und werden zu Tätern, Mitläufern und Kollaborateuren. Dürrenmatts Parabel hat nichts von ihrer Aktualität verloren. Der Spezialist für schlimmstmögliche Wendungen kostet auch diese aus: die totale und willkürliche Herrschaft des Kapitals über ethische Normen. Dürrenmatt deckt die Mechanismen und Machtverhältnisse einer Gesellschaft zwischen Schuld und Verantwortung, Gemeinwohl und Moral schonungslos auf.

Weiterlesen: Der Besuch der alten Dame

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DIE LAGE 
von Thomas Melle
Regie: Tina Lanik 
Premiere: 18. September 2020 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: Die Wohnungsbesichtigung als Castingshow: attraktiv, erfolgreich, mit dickem Bankkonto und einem vorzeigbaren Partner versehen – so sieht er aus, der Mieter oder die Mieterin mit Chancen. Um ein WG-Zimmer, eine Dreizimmer-Altbauwohnung in einem aufstrebenden Viertel oder gar ein Loft über den Wolken zu ergattern, muss Intimes offengelegt werden. Die Bewerber*innen haben nicht nur Akustikproben sexueller Betätigungen, sondern auch ein Zertifikat eines Schlaflabors zur Bestimmung des Schnarch-Lautstärkepegels abzugeben.

Weiterlesen: Die Lage

 

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