MELUSINE - Was machst du am Samstag?

Bewertung und Kritik zu

MELUSINE - Was machst du am Samstag? 
von Catalina Rueda & Lisa Pottstock
Regie: Thorsten Cölle 
Premiere: 18. Juni 2022 
Staatsoper Stuttgart

Zum Inhalt: Menschen- und Schlangenleib? Mann oder Frau? Mensch, Tier oder Monster? Schön oder hässlich? In ihrer „hybriden Monsteroper“ MELUSINE. Was machst du am Samstag? wirbeln Catalina Rueda und Lisa Pottstock alle Kategorien der Zuschreibung durcheinander, trifft die mittelalterliche Sagengestalt der Melusine auf Billie Eilish, Renaissance-Melodien auf neueste Klänge und setzen drei Sängerinnen den Fremdzuschreibungen, Urteilen und Projektionen die Lust an der Verwandlung und der Mehrdeutigkeit von Identitäten entgegen. In sechs autonomen, assoziativen Bildern entsteht so ein hochaktuelles Prisma, in dem die drei Sängerinnen sich einmal zu drei Facetten der Melusinengestalt vereinen, um bald darauf in eine neue (Schlangen-)Haut zu schlüpfen. MELUSINE. Was machst du am Samstag? ist das preisgekrönte Gewinnerwerk des neu ausgelobten Reinhold Otto Mayer Preises, das das JOiN als erste kooperierende Institution auf die Bühne bringt.

Musikalische Leitung: Alan Hamilton
Regie: Thorsten Cölle

Bühnenbild: Jakob Michael Birn
Kostüm: Kerstin Hägele
Dramaturgie: Miron Hakenbeck


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Die Frau als Schlange, die Schlange als Frau
  · 21.06.22
''Im Großen Haus Rusalka, an der Peripherie im Nord Melusine. Die beiden Wassergeschöpfe haben einiges gemeinsam. Und in beiden Inszenierungen wird die Geschlechterambivalenz gefeiert. Gewiss, das ist in den Stoffen angelegt. Aber es passt auch genau in den Zeitgeist. Und so fällt es kaum auf, dass die Männer, denen Melusine in die Quere gerät, gar nicht erst vorkommen, sondern von den Frauen – notgedrungen: die Ausschreibung für den Wettbewerb verlangte eine Beschränkung auf maximal drei Stimmen – mit verkörpert werden. Dies ist eine Oper für Sopran, Mezzosopran und Alt. Fehlt was? Dafür gibt es ein Akkordeon und viel Perkussion.

Meist wird bei Aufführungen für Jugendliche bei den Programmheften gespart. Nicht so im Fall MELUSINE. Es wurde ein aufwendiges Büchlein produziert im Format von Kinderbüchern, deren getrennte Streifen unterschiedliche Kombinationen von Kopf, Körper und Beinen erlauben. Hier sind es eher Texte als Bilder. Es gibt, in welcher Kombination auch immer, eine Menge zu lesen. Und so lernt auch jene Generation, die mit dem Smartphone aufwächst, dass Melusine nicht eine Kaffeesorte ist.'' schreibt Thomas Rothschild am 21. Juni 2022 auf KULTURA-EXTRA
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