Siegfried

Bewertung und Kritik zu

SIEGFRIED 
von Richard Wagner
Regie: Jossi Wieler und Sergio Morabito 
Premiere: 9. Oktober 2022 
Staatsoper Stuttgart

Zum Inhalt: Die legendäre Inszenierung des dritten Ring-Teils von Jossi Wieler und Sergio Morabito kehrt als Neueinstudierung zurück auf die Bühne des Stuttgarter Opernhauses. Siegfried beschreibt die Jugend des Titelhelden und die vorläufige Rückeroberung des Rings, für den der Riese Fafner seinen Bruder totgeknüppelt und sich in einen Drachen verwandelt hat. Siegfried schildert aber auch das Aufbrechen zu ersten Heldentaten – unter anderem die „Erweckung“ seiner in Tiefschlaf versetzten Traumfrau und Tante Brünnhilde, die ihn dann aber doch endlich mal das Fürchten lehrt! GMD Cornelius Meister leitet die Neueinstudierung mit einer Reihe von lang erwarteten Rollendebüts im Ensemble.

Die Vorstellungen der beiden Zyklen von Der Ring des Nibelungen im Frühjahr 2023 können vorerst nur im Paket mit allen vier Vorstellungen in den Preisgruppen I-IV erworben werden. Noch verfügbare Einzelkarten gehen mit den üblichen Vorverkaufsdaten (datumsgleich zwei Monate vor der jeweiligen Vorstellung) in den Online-, Telefon- und Schalterverkauf.

Musikalische Leitung: Cornelius Meister
Regie und Dramaturgie: Jossi Wieler und Sergio Morabito
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock
Licht: Dieter Billino


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Töriger Herr
  · 10.10.22
''Die Besetzung besteht – eine mutige Entscheidung – mit zwei Ausnahmen ausschließlich aus Rollendebüts. Die Ausnahmen: der Stuttgarter Liebling Matthias Klink als nichts weniger als zwergenhafter Mime und Daniel Brenna anstelle von Jon Fredric West in der Titelrolle. West, mit ausgeprägtem Bauch und strähnigem Haar, überraschte 1999 als ganz und gar unheldischer Siegfried. Wieler und Morabito nahmen Brünnhilde beim Wort, die den unschuldig-brünstigen Liebhaber ein „wonniges Kind“ nennt. „O kindischer Held! O herrlicher Knabe! Du hehrster Taten töriger Herr!“ Jossi Wieler, der die Neueinstudierung höchstpersönlich betreute, hat dafür gesorgt, dass das Original fast erreicht wird.

Mit Simone Schneider und Stine Marie FischerTommi Hakala, dessen Wanderer mit seinem kräftigen, vollen Bariton die Antagonisten fast zuzudecken droht.

Die eigentliche Sensation des Abends aber kommt aus dem Orchestergraben. Cornelius Meister, dessen Vertrag – eine lobenswerte Entscheidung – eben erst verlängert wurde, dirigiert das Staatsorchester Stuttgart mit einer kaum überbietbaren Konzentration und Dichte. Vom ersten Takt der Ouvertüre an ist Wagners Musik bei ihm so unheimlich spannungsgeladen, wie man sie selten gehört hat. Stellenweise scheint das Orchester gegenüber den Sängern die Führung zu übernehmen. Das mögen manche Ideologen kritisieren. Aber es hört sich gut an. Dieser Siegfried sollte künftig unter den Namen Wieler, Morabito und Meister zitiert werden.'' schreibt Thomas Rothschild am 10. Oktober 2022 auf KULTURA-EXTRA
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