Les Enfants Terribles (Kinder der Nacht)

Bewertung und Kritik zu

LES ENFANTS TERRIBLES (KINDER DER NACHT) 
von Philip Glass
Regie: Corinna Tetzel 
Premiere: 12. März 2022 
Staatsoper Stuttgart

Zum Inhalt: Alles beginnt mit einem Schneeball mitten in die Brust: Als sich Paul verliebt, bleibt nichts so, wie es vorher war. Paul fällt in seine eigene Welt, beherrscht von seiner Schwester Elisabeth, die ihm Spielpartnerin, Alter Ego, Krankenschwester und Hassobjekt gleichermaßen ist. Ständig droht Elisabeth damit, Paul für immer zu verlassen. Abgekapselt von einer Außenwelt, die Paul nicht versteht, wird „das Spiel“ immer bedrohlicher…

Musikalische Leitung: Virginie Déjos
Regie: Corinna Tetzel

Bühne & Kostüme: Judith Adam
Dramaturgie: Christoph Sökler


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Minimal Surrealismus
  · 13.03.22
''Die Turner verdoppeln das Prinzip der Repetition, das für die Musik von Phil Glass charakteristisch und maßgeblich für deren Popularität verantwortlich ist. Minimalistisch wie diese ist auch das Bühnenbild von Judith Adam. Agiert wird größtenteils in einem kleinen, vollkommen weißen Zimmer, das zu Beginn ausgeklappt wurde. Die Figuren sagen sich, als hätte Cocteau den Jargon unserer Gegenwart vorausgesehen, lauter Grobheiten ins Gesicht. Sie sind halt schrecklich, diese Kinder.

Die Junge Oper, vor 25 Jahren von Klaus Zehelein initiiert, ist eine verdienstvolle Einrichtung. Nicht mit jeder Produktion entspricht sie den Erwartungen, die man in künstlerischer und in pädagogischer Hinsicht hegen kann. Bei Les Enfants Terribles muss man bedauern, dass eine originelle Aufführung, in ein vom Stadtzentrum entferntes Industriegebiet gedrängt und unübersehbar, trotz Sonderförderung, mit einem knappen Budget versehen, wohl nicht die Aufmerksamkeit erlangen wird, die sie verdiente. Die Chefkritikerin der Lokalzeitung, ansonsten nicht eben zurückhaltend mit Wortmeldungen, hat sich gar nicht erst zur Premiere verirrt. Sie mag es bestreiten, aber das besagt etwas über die Prioritäten in der öffentlichen, nein: in der veröffentlichten Wahrnehmung.'' schreibt Thomas Rothschild am 13. März 2022 auf KULTURA-EXTRA
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