Der gute Mensch von Sezuan

Bewertung und Kritik zu

DER GUTE MENSCH VON SEZUAN 
von Bertolt Brecht
Regie: Tina Lanik 
Premiere: 15. Oktober 2022 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: Drei Götter steigen auf die Erde herab, da immer mehr Klagen über die Unbewohnbarkeit der Welt zu ihnen dringen. Sie einigen sich auf einen Minimalkonsens: Die Verhältnisse können bleiben, wie sie sind, wenn genügend gute Menschen gefunden werden, die ein menschenwürdiges Dasein leben können. Der Prostituierten Shen Te geben die Götter ein Startkapital, um einen kleinen Tabakladen zu eröffnen. Schlagartig sieht sich Shen Te von Bittstellern umgeben, die an ihrem bescheidenen Wohlstand teilhaben möchten. Shen Te erschafft sich ein Alter Ego, sie tritt als ihr skrupelloser Vetter Shui Ta auf den Plan. Er gründet eine Tabakfabrik, in der die Angestellten unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Als das Gerücht aufkommt, Shui Ta habe seine Cousine ermordet, sieht sich Shen Te von allen Seiten umstellt.

Mit: Paula Skorupa, Valentin Richter, Marietta Meguid, Noah Baraa Meskina, Reinhard Mahlberg, Evgenia Dodina, Peer Oscar Musinowski, Gabriele Hintermaier und Michael Stiller sowie den Musikerinnen und Musikern Jo Ambros, Eugen Aniskewitz, Tommy Baldu, Cornelius Borgolte, Lukas Brenner, Max Treutner, Clara Vetter, Martin Wiedmann und Lisa Wilhelm

Inszenierung: Tina Lanik
Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier
Licht: Felix Dreyer
Dramaturgie: Carolin Losch
Musikalische Leitung: Cornelius Borgolte


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China-Pop
  · 25.10.22
''Die Kritikerin der vereinten Stuttgarter Nachrichtenzeitung versichert: „Das Publikum geht gedankenreich nach Hause.“ Woher sie so genau weiß, wie das Publikum nach Hause geht, ob es anstelle der Inszenierung gedankenreich, ob es gedankenvoll oder weder noch dem verdienten Schlaf zustrebt, bleibt ein Rätsel. Die Gedanken jedenfalls, die Bertolt Brecht in seinem Text und in seiner Konstruktion untergebracht hat, dürfte es in dieser Inszenierung kaum gefunden haben. Die hat der Wasserverkäufer Wang bei seinen hektischen Läufen und Sprüngen wohl verschüttet. In seinem Lied von der belebenden Wirkung des Geldes hat Brecht die Essenz zu einem Zweizeiler verdichtet: „Aber wenn der Gute etwas Geld hat/ Hat er, was er doch zum Gutsein braucht.“ Ob das die chinesischen Schriftzeichen verkünden, die das Bühnenbild schmücken? Was weiß unsereins, dem jedes Chinesisch spanisch vorkommt?'' schreibt Thomas Rothschild am 25. Oktober 2022 auf KULTURA-EXTRA
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