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DER BAU
nach Franz Kafka
Regie: Mirjam Loibl 
Premiere: 7. August 2020 
Münchner Volkstheater 

Zum Inhalt: Was könnte nicht alles geschehen! Gut, dass das Tier in Kafkas Erzählung vorgesorgt hat. In einem riesigen, unterirdischen Bau mit einem Labyrinth von Gängen hat es sich verschanzt, bergeweise Vorräte angelegt, mit Zähnen und Klauen zur Verteidigung bereit. Am liebsten würde es sein Erdreich gar nicht mehr verlassen, das Ergebnis blut- und schweißgetränkter Arbeit, sein Lebenswerk und ganzer Stolz. Endlich nun die Früchte ernten, die Stille und den Überfluss genießen – doch zwanghaft grübelt das Tier über Schwachstellen in der Konstruktion des Baus, Sicherheitslücken, Versäumnisse vergangener Tage, die im Nu alles zunichtemachen könnten. Da durchbricht ein rätselhaftes Geräusch die Stille. Nachbarn? Eindringlinge? Wasserschaden? Fieberhaft jagt das Tier durch seine Höhlen, um die Ursache auszumachen. Plötzlich wird der Bau zur Falle und die Suche nach dem unsichtbaren Feind zum Kampf mit dem eigenen Ich.

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AM WIESNRAND
von Stefanie Sargnagel
Regie: Christina Tscharyiski 
Premiere: 30. Januar 2020 
Münchner Volkstheater 

Zum Inhalt: Bier, Gaudi, Flirts, im besten Fall ein bisschen Trachtensex mit einem echten Bayern – auf die Wiesn ist Verlass. Was vor über 200 Jahren mit einem Pferderennen im Zuge der Hochzeitsfeierlichkeiten des Kronprinzen Ludwig mit seiner Braut Therese begann, verspricht heute einen 16 Tage währenden Ausnahmezustand schrankenlosen Gelages. Denn klar ist: Auf dem größten Volksfest der Welt gelten eigene Regeln. Zwischen Tradition und Trachtenfasching, bayerischer Gemütlichkeit und Exzess, Riesenrad und Kotzhügel entsteht so Jahr für Jahr ein eigentümlicher sozialer Ort, den der Wiener Literaturstar Stefanie Sargnagel fasziniert unter die Lupe nimmt. Was sie inmitten enthemmter Massen, großer Gefühle und niederer Triebe erlebt, bringt Christina Tscharyiski auf die Bühne, nach „JA EH! – Beisl, Bier und Bachmannpreis“, das den Publikumspreis des Radikal jung Festivals 2018 gewann, ihre zweite Inszenierung eines Sargnagel-Textes. Für musikalischen Halt im Taumel der Ekstase sorgt das Art-Pop Kollektiv EUROTEURO, das dem Schauspielensemble mit Songs voll Euphorie, Resignation und Optimismus zur Seite steht.

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WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT
nach Édouard Louis
Regie: Philipp Arnold 
Premiere: 13. Dezember 2019 
Münchner Volkstheater 

Zum Inhalt: Seine ganze Kindheit wünscht sich Édouard  Louis sein Vater möge verschwinden. Jede Begegnung mit seinem Vater erweist sich als schwierig – aus Scham. Der Sohn schämt sich seiner Andersartigkeit, der machistische Vater schämt sich der Andersartigkeit seines Sohnes. In prekären Verhältnissen wächst er als fünftes Kind in einem von Armut und Alkohol geprägten Elternhaus auf. Auch außerhalb der Familie hat es Louis nicht leicht: Er ringt um seine Identität in der nordfranzösischen Provinz, wo ein homophobes, bildungsfeindliches und gewaltbereites Klima vorherrscht. Jeder Versuch der Anpassung scheitert. Erst mit dem Übertritt in ein Gymnasium in der nächstgelegenen Großstadt gelingt es ihm, dieser Atmosphäre zu entkommen. Viele Jahre später, mittlerweile hat er Soziologie studiert, verarbeitet er seine Erfahrungen als Schriftsteller. In seinem vielbeachteten jüngsten Werk „Wer hat meinen Vater umgebracht“ versucht sich der Sohn dem Vater anzunähern, sein Handeln und seine Einstellungen zu verstehen. Es ist ein wütendes und zugleich zärtliches Buch geworden. Der 27jährige Louis prangert ein politisches System an, das die Armen nicht unterstützt sondern durch Kürzungen der Sozialleistungen weiter an den Rand treibt. Die Einsicht, dass die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse ein Urteil bedeutet, lässt eine späte Annäherung zwischen Vater und Sohn zu.

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DER HAARIGE AFFE 
von Eugene O'Neill
Regie: Abdullah Kenan Karaca 
Premiere: 28. November 2019 
Münchner Volkstheater 

Zum Inhalt: Yank, Heizer im Kesselraum eines Luxusdampfers, ist erfüllt vom Glauben an Technik und Fortschritt, überzeugt von seiner eigenen Kraft und Leistungsfähigkeit. Ein Blick aus den Augen einer Millionärstochter, die aus Sensationslust in den Kesselraum hinuntersteigt, löst in ihm einplötzliches Erkennen seiner Situation aus:

Er begreift sich als minderwertige Kreatur, als haarigen Affen, der nirgends dazugehört. Sein Rachefeldzug führt ihn auf die mondäne Fifth Avenue, doch sein Versuch, Passanten zu provozieren, scheitert an deren kühler Überlegenheit. Schließlich wird er von der Polizei niedergeknüppelt und ins Gefängnis gebracht. Nach seiner Entlassung wendet er sich an die Gewerkschaft, aber auch hier findet er keine Aufnahme. So bleibt ihm als letztes der Weg in den Zoo, zum Affengehege, doch der freigelassene Affe zerquetscht ihn in tödlicher Umarmung.

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HEDDA GABLER
von Henrik Ibsen
Regie: Lucia Bihler
Premiere: 27. September 2019 
Münchner Volkstheater 
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Zum Inhalt: Als Generalstochter in ihrer von Männern und bürgerlichen Prinzipien geprägten Welt wird sie so sehr von der Angst vor dem sozialen Abstieg beherrscht, dass sie sich entgegen ihrer Gefühle für die vermeintliche Sicherheit der Ehe mit Jörgen Tesman entscheidet. Jörgen Tesman, ein aufstrebender Historiker, rechnet fest mit seiner anstehenden Professur. In einem Anflug aus Euphorie und um seiner anspruchsvollen Frau etwas bieten zu können, hat er sich Geld geliehen und ihnen ein prunkvolles Zuhause errichtet. Kaum kommen die beiden ernüchtert aus den Flitterwochen wieder, erreichen sie unerwartete Neuigkeiten. In ihrer Abwesenheit ist Eilat Lövborg, ein ehemaliger Verehrer Heddas und Kollege von Tesman, zurück in die Stadt gekommen. Mit Hilfe Thea Elvstedts hat er nicht nur seinen Alkoholismus überwunden und so seinen guten Namen wieder hergestellt, sondern auch soeben ein Aufsehen erregendes kulturgeschichtliches Buch geschrieben, dessen visionärer zweiter Teil kurz vor der Veröffentlichung steht.

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ALLES WEITERE KENNEN SIE AUS DEM KINO
von Martin Crimp
Regie: Mirja Biel 
Premiere: 30. Juni 2019 
Münchner Volkstheater 
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Zum Inhalt: Mit einem riesigen Heer lagert Polyneikes vor den Toren Thebens. Er ist zurück in die Heimat gekehrt, um von seinem Bruder den Thron zu verlangen, so wie es einst vereinbart war. Doch Eteokles weigert sich, zu gut fühlt sich die Macht in seinen Händen an, und so folgt ihrem Streit ein Massaker, das erst beendet ist, als sie sich im Zweikampf gegenseitig erschlagen. Ihr Tod reiht sich ein in eine lange Kette von Grausamkeiten, die die Geschichte Thebens durchzieht und deren Verlauf, so scheint es, unausweichlich vorbestimmt ist. Vor den Schicksalssprüchen des Orakels gibt es kein Entrinnen, doch geht eine Entscheidung jeder Tat voraus.

Ödipus, der den Vater tötet und die Mutter Iokaste heiratet, ihre Söhne Eteokles und Polyneikes, deren Starrsinn jeden Versöhnungsversuch zunichtemacht, ihre Tochter Antigone, die sich erbittert ihrem Onkel Kreon widersetzt – sie sind die Protagonisten eines nicht enden wollenden Familiendramas mit katastrophalen Folgen für das ganze Land. Der britische Dramatiker Martin Crimp projiziert die fluchbeladenen Verstrickungen des antiken Mythos auf einen Kriegsschauplatz unserer Tage, an dem zweifelhafte Machtansprüche Gewalt legitimieren und das Private mehr denn je politisch ist.

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HERAKLES
Regie: Simon Solberg 
Premiere: 7. Februar 2019 
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Zum Inhalt: Herakles, gezeugt von Zeus mit Alkmene, während ihr Mann Amphytrion im Krieg ist. Nicht Mensch, nicht Gott, sondern irgendetwas dazwischen. Mit übermenschlichen Kräften begabt, aber von Zeus‘ Frau Hera mit rasendem Zorn ein Leben lang verfolgt. Sein Leben besteht aus Arbeit, die er in würdeloser Abhängigkeit verbringen muss. In einem Anfall von Wahnsinn tötet er seine Frau und seine Kinder. Er befragt das Orakel von Delphi, was er tun muss, um diese Tat zu sühnen. Die Antwort ist: mehr arbeiten. Herakles als abhängig Beschäftigter, als Mann fürs Grobe, als Krieger und Kolonist, der bis an die Grenzen seiner Welt hetzt und darüber hinaus.

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KURZE INTERVIEWS MIT FIESEN MÄNNERN 
nach David Foster Wallace
Regie: Abdullah Kenan Karaca 
Premiere: 16. Dezember 2018 
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Zum Inhalt: Unermüdlich kreisen die Männer in David Foster Wallace' 1999 erschienenem Erzählband um sich selbst und reden sich dabei um Kopf und Kragen. In fiktiven Interviews offenbaren sie Bedürfnisse und geheime Fantasien, erzählen von ihren Beziehungen zu Frauen, der Angst (weiblichen) Erwartungen nicht gerecht zu werden genauso wie von brutalen Machtspielen und gewissenlosen Aufreiß-Taktiken. Geständnisse voll nagender Selbstzweifel stehen neben überheblichem Geschwätz und Männlichkeitswahn, provozieren Verständnis und Abscheu zugleich. Mit beißendem Zynismus zeichnet Wallace ein Psychogramm hochneurotischer, selbstreflexiver Männer, das tief in einen panischen Kampf um Souveränität blicken lässt.

Weiterlesen: Kurze Interviews mit fiesen Männern

 

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