Spielzeit

Bewertung und Kritik zu

SPIELZEIT 
Eine Webserie
Regie: Fanny Rösch / Sebastian Husak / Alexander Löwen / Leo van Kann 
Online-Premiere: 29. April 2021 
Münchner Volkstheater 

Zum Inhalt: Kurze, pointierte Szenen geben Einblicke in den Theateralltag und Probenwahnsinn in einer besonderen Zeit. Die Webserie zeigt den Versuch, während einer Pandemie Kunst zu produzieren. Das Reigen-Prinzip von Schnitzler wird spielerisch aufgegriffen und als freie Vorlage für die Erarbeitung der Episoden genutzt. In der Garderobe, während der Vorstellung, nach der Probe, nachts im leeren Zuschauersaal, auf einen Joint im Werkstatthof – jenseits von Publikum und Bühnenlicht findet das wirkliche Drama statt. Jede*r Regisseur*in hat zwei Folgen entwickelt und umgesetzt. Die Figuren der Serie werden vom Ensemble und den Mitarbeiter*innen des Münchner Volkstheaters dargestellt. 

Die Regisseur*innen

Fanny Rösch, 1998 in München geboren und aufgewachsen, kam früh zum Theater und zum Film. Noch zu Schulzeiten schrieb sie ein Ein-Personen-Stück über ein junges Mädchen, das nach Syrien reist um sich dem IS anzuschließen und spielte selbst die Hauptrolle. Nach dem Abitur arbeitete sie am Set in diversen Positionen für Kino- und Fernsehfilme in München und Berlin. Seit 2019 studiert sie Produktion und Medienwirtschaft an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und konzentriert sich neben ihrer Arbeit als Producerin für Spiel- und Dokumentarfilme auch weiterhin auf eigene Stoffe als Autorin und Regisseurin. Momentan arbeitet sie an einem vom Mozarteum in Salzburg geförderten Kurzfilm mit und über ihre eigene Familie.

Sebastian Husak, 1993 in Hamburg geboren und schon seit seinem 8. Lebensjahr als Nachwuchsschauspieler tätig, konnte Sebastian schon früh seine ersten professionellen Set-Erfahrungen sammeln. Dort hat er seine Begeisterung für Film entdeckt und in seiner Jugend erste eigene Kurzfilme gedreht, die unter anderem den Hamburger Nachwuchs- Filmpreis gewannen und für den Deutschen Nachwuchs-Filmpreis nominiert wurden. Seit 2014 studiert Sebastian Spielfilmregie an der HFF München. Sein letzter Film „Oktopus und Muräne“ (2020) feierte Premiere auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis.

Alexander Löwen wurde 1992 in Moskau (Russland) geboren. Seit 2015 studiert er Spielfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München und arbeitet freiberuflich als Film- und Theaterregisseur. Für seine Produktionen wurde er mehrfach ausgezeichnet. So gewann er 2020 mit seinem Drehbuch zum Kurzfilm „Grad Deutscher Härte“ den Wettbewerb der filmzeit Kaufbeuren und im gleichen Jahr den Jurypreis des WortSchau-Festivals mit der szenischen Tanzperformance "loewenherz". Alexander Löwen lebt und arbeitet in München.

Leo van Kann, 1988 in Hamburg geboren. Studium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg bei Luk Perceval. Gründung des Theaterkollektivs Shane Drinion in Berlin, Produktionen ua. Theaterdiscounter Berlin und den Sophiensaelen. Entwicklung von Bühnenmusik u.A. am Staatstheater Stuttgart. 2016 als Regisseur Kurzfilm SCHATZ (2016) im Wettbewerb des Achtung Berlin Film Festivals. Seit 2016 Studium Filmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Arbeit als Producer für “Phase Shifting Index” (2019, Regie: Jeremy Shaw, Galerie König), Regiearbeiten “On & Off” (2019) und “Licht und Schatten” (2020) bei verschiedenen Festivals, Musikvideo “Beauty” (2020, Paar). 2021 Gründung Katalog filmproduktion GbR.

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Selbstironische Webserie über Theater-Betrieb
  · 02.05.21
Mit viel Selbstironie nimmt das Ensemble des Münchner Volkstheaters den Probenwahnsinn und den Theaterbetrieb satirisch aufs Korn. Studentinnen und Studenten der Münchner Filmhochschule HFF entwickelten gemeinsam mit dem Ensemble und einem Gastauftritt des Intendanten Christian Stückl kleine, zugespitzte Miniaturen: es gibt keine fortlaufende Handlung, nur kurze Schlaglichter.

Mehrfach spielen die kleinen Sketche auf Arthur Schnitzlers "Der Reigen" und erotische Verwicklungen an, fast immer geht es um den Arbeitsdruck, Stress und cholerische Regie-Stars an den Stadttheatern, eines der meistdiskutierten Themen im Theaterbetrieb der vergangenen Jahre.

Nicht alle der acht oft nur wenige Minuten kurzen Videos sind überzeugend, insgesamt ist die Webserie aber ein unterhaltsamer Reigen und ein kreatives Lebenszeichen im weiter anhaltenden Lockdown.
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