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Bewertung und Kritik zu

ALLES WEITERE KENNEN SIE AUS DEM KINO
von Martin Crimp
Regie: Mirja Biel 
Premiere: 30. Juni 2019 
Münchner Volkstheater 

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Zum Inhalt: Mit einem riesigen Heer lagert Polyneikes vor den Toren Thebens. Er ist zurück in die Heimat gekehrt, um von seinem Bruder den Thron zu verlangen, so wie es einst vereinbart war. Doch Eteokles weigert sich, zu gut fühlt sich die Macht in seinen Händen an, und so folgt ihrem Streit ein Massaker, das erst beendet ist, als sie sich im Zweikampf gegenseitig erschlagen. Ihr Tod reiht sich ein in eine lange Kette von Grausamkeiten, die die Geschichte Thebens durchzieht und deren Verlauf, so scheint es, unausweichlich vorbestimmt ist. Vor den Schicksalssprüchen des Orakels gibt es kein Entrinnen, doch geht eine Entscheidung jeder Tat voraus.

Ödipus, der den Vater tötet und die Mutter Iokaste heiratet, ihre Söhne Eteokles und Polyneikes, deren Starrsinn jeden Versöhnungsversuch zunichtemacht, ihre Tochter Antigone, die sich erbittert ihrem Onkel Kreon widersetzt – sie sind die Protagonisten eines nicht enden wollenden Familiendramas mit katastrophalen Folgen für das ganze Land. Der britische Dramatiker Martin Crimp projiziert die fluchbeladenen Verstrickungen des antiken Mythos auf einen Kriegsschauplatz unserer Tage, an dem zweifelhafte Machtansprüche Gewalt legitimieren und das Private mehr denn je politisch ist.

Regie: Mirja Biel
Bühne: Matthias Nebel
Kostüme : Katrin Wolfermann
Musik: Fee Kürten
Video: Rosanna Graf
Dramaturgie: Rose Reiter
Deutsch von Ulrike Syha


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Das Rätsel Mensch
  · 01.07.19
''Dreh- und Angelpunkt des Stücks ist das Rätsel der Sphinx. Auch sie belagerte einst der Sage nach Theben und fraß jeden, der es nicht lösen konnte. Gewachsen war ihr nur Ödipus, der damals sich und Theben retten konnte. Doch Ödipus ist längst blind und entmachtet. Er hat ein Machtvakuum hinterlassen, ein familiäres Trauma und viele ungelöste Fragen wie: Gibt es den gerechten Krieg? Nein, aber er ist besser als Sex, befindet der Chor schließlich im Blutrausch und will eigentlich gar nicht mehr wissen: „Wenn die Antwort auf das Rätsel 'der Mensch' ist, was ist dann die Frage?“ Da schweigt auch Teiresias, der blinde Seher. 

Dieser Teiresias (Silas Breiding) wird als Transgender vorgeführt (in der Tat war Teiresias der antiken Legende nach sowohl Mann als auch Frau) und zeigt bravourös ein paar schöne Soli, wie auch alle anderen Mitglieder des Ensembles ihr Bestes geben. Dennoch berührt die Inszenierung von Mirja Biel kaum. Eine Abfolge von Greueln und Teichoskopien ohne spürbaren Rhythmus oder Höhe-bzw. Tiefpunkte. Weder entschlossen grotesker Slapstick, noch echte Tragödie. 

Dabei zeigt der Autor Martin Crimp, wie die Lösung eines Rätsels nur weitere Rätsel produziert und eine Spirale der Gewalt in Gang setzt, deren Wucht bis heute wirkt.'' schreibt Petra Herrmann am 2. Juli 2019 auf KULTURA-EXTRA
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Spröde Antiken-Übermalung
  · 30.06.19
Katie Mitchell inszenierte die Uraufführung des Texts 2013 und setzte auf ein ganzes Dutzend Mädchen, die laut Nachtkritik „geheimnisvoll wieselflink choreografiert“ und „gleichzeitig Bühnenarbeiterinnen, Souffleusen, Aufseherinnen, Regisseurinnen“ waren. Mirja Biel, die bei dem recht selten gespielte Stück zum Spielzeit-Finale am Münchner Volkstheater Regie führt, reduziert den Chor auf drei Mädchen (Nina Steils, Ines Hollinger und als Jüngste im Wechsel Anna Roth / Maya Zankov), die nicht über die Rolle als Stichwortgeberinnen hinauskommen.

Was die Regisseurin und das Volkstheater an dem leicht modernisierten antiken Stoff interessierte, wird in diesen 100 Premieren-Minuten nicht recht klar. München, das allein in dieser Spielzeit schon „Dionysos Stadt“ in den Kammerspielen und „Die Backchen“ im Cuivilliéstheater erlebte, hat nun ein weiteres Antikenprojekt, das vom Scheitern und den blutigen Machtkämpfen einer Familie erzählt.

Zu Beginn referiert Iokaste, die Mutter des Ödipus (Mara Widmann), im Schnelldurchlauf die Vorgeschichte des Themas. Pfeiftöne und stroboskopartig flackerndes Licht werden mehrfach kurz eingesetzt, die Scheinwerfer-Batterien sind so weit nach unten gesenkt, dass der Bühnenraum fast wie ein Gefängnis wirkt.

Erst als die Spielhandlung beginnt und der eitle Gockel Eteokles (Nicolas Streit) auf seinen Rivalen Polyneikes (Timocin Ziegler) trifft, werden die Scheinwerfer hochgefahren und geben ein unwirtliches Feld frei, auf dem sich die Familienmitglieder bekriegen. Die für Crimps Stück zentralen drei Mädchen zwar immer mit dabei, aber eher als dekorative Anhängsel als wirklich mittendrin.

Mit großem Ensemble, aber recht spröde erzählt der Abend seine Geschichte: halbherzig, ohne das jugendliche Feuer, das Volkstheater-Inszenierungen sonst oft auszeichnet.

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