Felix Krull

Bewertung und Kritik zu

FELIX KRULL 
nach Thomas Mann
Regie: Bastian Kraft 
Premiere: 17. Juni 2011 
Münchner Volkstheater 

Zum Inhalt: Mit seinem "Felix Krull" gelangen Thomas Mann die hinreißenden Memoiren eines gerissenen Kriminellen und Fantasten, der die gute Gesellschaft mit Leichtigkeit um den Finger wickelt und sich so seinen Weg nach oben bahnt.

Felix Krull löst sich aus seinem bankrotten Elternhaus im Rheingau, um mit "natürlicher Begabung für gute Form" den Reichen, Schönen und Mächtigen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen.
Auf diese Weise entzieht er sich dem Militär, verführt spielend die Pariser Damenwelt und tauscht schließlich mit dem von Enterbung bedrohten Marquis de Venosta seine Identität. Einem glanzvollen Leben voller "Liebeslust" scheint nun nichts mehr im Wege zu stehen ... Felix, der Glückliche, der Kaiser der Schwindler und Diebe.

Regie: Bastian Kraft
Bühne und Kostüme: Anna van Leen
Musikkomposition: Arthur Fussy
Dramaturgie: Kilian Engels
Licht: Philipp von Bergmann-Korn


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Spielerisch-leichter Beginn, Kalauer am Ende
  · 24.05.21
Wer ist der „echte Felix Krull“? Es ist ein amüsanter Regie-Einfall von Bastian Kraft, dass er den Blender und Hochstapler aus Thomas Manns Roman-Klassiker in einem Setting auftreten lässt, das an den US-amerikanischen Quizshow-Klassiker „To tell the Truth“, der auch in der deutschen „Sag die Wahrheit“-Version Fernsehgeschichte geschrieben hat.

Der Aufschneider Krull manövriert sich schnell in eine unangenehme Situation. Als einer der drei prahlt, er würde auch selbstverständlich in Unterhose eine blendende Figur machen, beginnt ein sehr komisches und präzise inszeniertes Striptease-Duell, in dem sich die drei Krulls belauern, bis die Szene fließend in Krulls Musterung übergeht, die wohl bekannteste Szene des Romans.

Mit seinen drei Spielern Pascal Fligg, Nicola Fritzen und Justin Mühlenhardt hat Bastian Kraft ein „Best of“ aus dem Roman destilliert. Fast auf den Tag genau zehn Jahre ist dieser Abend inzwischen alt, Kraft war damals noch ein junges Regie-Talent, das zu einer Karriere an großen Häusern in Berlin, Wien und Zürich ansetzte. Von den drei Schauspielern ist nur noch Fligg im Ensemble des Volkstheaters, aber die beiden anderen aus der Originalbesetzung gastieren regelmäßig in diesem Münchner Repertoire-Dauerbrenner.

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