Das hässliche Universum

Bewertung und Kritik zu

DAS HÄSSLICHE UNIVERSUM 
von Laura Naumann
Regie: Sapir Heller 
Premiere: 29. Juli 2020 
Münchner Volkstheater 

Zum Inhalt: Ein Flirren liegt in der Luft. Überall versammeln sich Menschen in Chats, verlinken Videos und kommentieren das Ende der Welt. Rosa - Hoffnungsträgerin und Anführerin für die einen, Projektionsfläche ihrer Wut für die anderen - gelingt es, eine Nachricht global an jeden existierenden Bildschirm zu verschicken: "Alles muss brennen", schreibt sie. Und ihre Anhängerschaft zündet die Zivilisation an - denn nie wieder soll diese so sein, wie sie war. Ist dann endlich alles anders? Kann die Menschheit auf der Erde dann noch einmal von vorne beginnen?
Während die Welt, wie wir sie kennen, zu Grabe getragen wird, spielt eine Band ihr letztes Konzert: Die Ruinen der Stadt rauchen, eine Grabrednerin trinkt zu viel Riesling und all die Lieder, die noch einmal gespielt werden müssen, bevor die Welt untergeht, verwachsen zu einem unwiederbringlichen Konzert.
Wie konnte Rosa, das Internetphänomen, die Überhörten und Übersehenen zum Griff in die Streichholzschachtel bewegen? Eine alleinerziehende Mutter bekommt Besuch von einem Agenten mit Sonnenbrille, jemand verübt ein Kanzlerinnenattentat - oder ist das alles Fake, manipuliert? Wo kann man die Wahrheit anklicken? Lohnt es sich, an Utopien zu glauben? Und wer passt bei der Revolution eigentlich auf die Kinder auf?

Mit: Nina Steils, Anne Stein, Silas Breiding, Vincent Sauer

Regie: Sapir Heller
Bühne & Kostüme: Anna van Leen
Musik: Ralph Heidel
Dramaturgie: Laura Mangels
Licht: Björn Gerum

TRAILER


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Unterhaltsame Sommertheater-Revue überdeckt Schwächen des Texts
  · 07.05.21
Mit präzise choreografiertem Sprechgesang, Improvisationen und Pop-Nummern von Blur bis Tokio Hotel erzählen vier Ikonen aus Popkultur, Filmgeschichte und Malerei vom Aufstand, der von einer mysteriöseren Rosa angeführt wird, von einem Attentat auf die Kanzlerin und dem Untergang der Konsum-Welt. Als unterhaltsam-launige Sommer-Revue funktioniert der Abend gut und passt zur Stimmung im Juli 2020 mit dem Aufatmen, dass Live-Theater zumindest vorübergehend wieder möglich war.

Beim Live-Stream vom Heidelberger Stückemarkt wird aber auch deutlich, dass die Spielfreude des Ensembles und die Popsongs die Schwächen des Textes nicht überdecken können, der auch für Regisseurin Sapir Heller nur zweite Wahl war.

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