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Bewertung und Kritik zu

MEIN KAMPF
von George Tabori
Regie: Christian Stückl 
Premiere: 25. Januar 2018  
Münchner Volkstheater 

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Zum Inhalt: In einem Männerwohnheim in der Wiener "Blutgasse" trifft der junge Künstler Adolf Hitler auf den jüdischen Buchhändler Schlomo Herzl. Dieser beginnt sich, um den Provinzler aus Braunau am Inn mütterlich rührend zu kümmern. Schlomo tröstet Hitler, weil er die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie nicht besteht; er versucht ihm Manieren beizubringen; er räumt ihm hinterher; bietet Hitler sogar seinen warmen Wintermantel für die kalten Nächte an. Auch den markanten Scheitel und das sogenannte Hitlerbärtchen frisiert ihm Herzl. Doch hinter all der Fürsorge und Liebe vermutet Hitler eine weltweite Verschwörung der Ahnen Zions.

Mit: Pascal Fligg, Timocin Ziegler, Jakob Immervoll, Julia Richter, Carolin Hartmann 

Regie: Christian Stückl 
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier 
Musik: Tom Wörndl 
Dramaturgie: Dima Schneider 

Trailer „Mein Kampf“ - Münchner Volkstheater

 
Meinung der Presse zu „Mein Kampf“
Münchner Volkstheater


nachtkritik
Hitler, das Naturtalent

Augsburger Allgemeine
Das Naturtalent Hitler


Süddeutsche Zeitung
Tut's sehr weh?

Oberbayrischen Volksblatt
Wie es ist, Hitler zu lieben


WIR EMPFEHLEN

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Tabori´s Mein Kampf
  · 26.01.18
''Christian Stückl hat die messerscharfen, grotesken und anspielungsreichen Dialoge, die auch mit Originalzitaten aus Hitlers Mein Kampf versetzt sind, als eindringliches Kammerspiel inszeniert: ein Dialog zwischen zwei großartigen Darstellern. Pascall Fligg als Schlomo Herzl stutzt dem Lockenkopf Jokob Immervoll als Adolf geradezu tänzerisch den Schnauzer, kämmt ihm die Führerfrisur: ahnungslos und in gutem Glauben macht ausgerechnet der Jude Hitler zu Hitler. Wie rührend er sich um einen sorgt, den er für einen Selbstmordkandidaten hält! Wie viele Opfer wird dieser Irrtum kosten, Schlomos Güte - aber auch die Arroganz des Establishments. Hätte doch die Akademie an Hitlers Zeichnungen ein bissl mehr Gefallen gefunden und ihn nicht gedemütigt als einen, dem nur das Anstreichen einer Küchenwand erlaubt werden sollte! Warum nicht Kukuruz im Zwielicht? Ein unfreiwillig komischer Adolf Hitler, lächerlich in seinem Selbstmitleid ebenso wie im Größenwahn. Lachen, das im Halse stecken bleibt. 

Nichts lenkt ab von dem tiefen jüdischen Witz, der so leicht daherkommt. Wenig äußeres Tamtam, nur eine graue Barackenkulisse mit einer Treppe nach oben, durch die weiße Schwaden nach unten fallen. Über die tritt auch der paffende Tod ins Bild, der Tod und das Mädchen, das Schlomo liebt. Was alles nur schlimmer macht. Da braucht der Ofen nicht zu rauchen, er erinnert auch so an die Verbrennungsmaschinen der Krematorien. 
Die Musik von Tom Wörndl ist zurückhaltend, setzt aber zum richtigen Zeitpunkt einen großen Moment: die Wahnsinnszene, in der Hitler zum Politiker wird – führt seine Rhetorik ad absurdum.'' schreibt Petra Herrmann am 26. Januar 2018 auf KULTURA-EXTRA
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