Schaubühne Berlin



Schaubühne am Lehniner Platz
www.schaubuehne.de
Kurfürstendamm 153 - 10709 Berlin
Telefon: 030 890023
SPIELPLAN & KARTEN

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Bewertung und Kritik zu

THIS IS HOW WE DIE

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THIS IS HOW WE DIE (Ontario/New York/London) 
von und mit Christopher Brett Bailey
Premiere: Mai 2014 (Norwich Arts Centre) 
Berlin-Premiere: 9. Oktober 2021 (Gastspiel FIND) 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: Aus dem Setting einer szenischen Lesung heraus, an einem Tisch sitzend und mit seinem Textbuch vor sich liegend, entwickelt der junge kanadisch-amerikanische Performer Christopher Brett Bailey in »THIS IS HOW WE DIE« eine rasante Beat-Poetry-Collage, in der sich Spoken-Word und Storytelling vermischen. Bailey begibt sich in seinem Monolog auf einen absurden Road- und Seelentrip durch England und Nordamerika, auf dem Paranoia, erste Liebe, Enthauptungen und Mordgeständnisse genauso vorkommen wie ein tödlicher Kaktus. Die Sprache gewinnt zunehmend an Tempo, die Sätze überschlagen sich, die Bilder werden immer surrealer und immer trashiger, bis schlussendlich die Worte zu Hintergrundrauschen verschwimmen. »THIS IS HOW WE DIE« ist eine psychedelische Hommage an die ästhetische und gesellschaftliche Rebellion der Beatniks, die sich stets auf einem schmalen Grat zwischen halluzinogenem Surrealismus, bitterböser soziologischer Satire und persönlichem Bekenntnis bewegten.

The Scarlet Letter

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THE SCARLET LETTER (Madrid) 
von Angélica Liddell
Regie: Angélica Liddell
Deutschland-Premiere: 21. Mai 2019 (Internationale Maifestspiele)
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Berlin-Premiere: 8. Oktober 2021 (Gastspiel FIND) 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 
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Zum Inhalt: Die spanische Extremperformerin Angélica Liddell ist eine Ausnahmeerscheinung im europäischen Theater. Eine Grenze zwischen Leben und Kunst akzeptiert sie nicht, sie ist immer Kunstfigur und private Person zugleich. Ihr radikales Körpertheater, das ihr inneres Leiden an der Gewalt der Welt spiegelt, schreckt mitunter selbst vor Selbstverletzung nicht zurück und sorgt spätestens seit ihrer Einladung zum Festival von Avignon vor zehn Jahren international für Furore.
Für ihre jüngste Performance »The Scarlet Letter« ließ sich Angélica Liddell von einem der berühmtesten Romane des 19. Jahrhunderts inspirieren – »Der scharlachrote Buchstabe« von Nathaniel Hawthorne –, in dem eine Ehebrecherin in einer puritanischen Gesellschaft gezwungen wird, ein scharlachrotes A auf ihrer Brust zu tragen. Liddell sieht den Puritanismus noch heute in einer einseitigen Vernunftherrschaft am Werk und setzt ihr einen leidenschaftlichen Schmerzensschrei entgegen.

Liebestod

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LIEBESTOD (Madrid) 
von Angélica Liddell
Premiere: 9. Juli 2021 (Festival d'Avignon) 
Berlin-Premiere: 6. Oktober 2021 (Gastspiel FIND) 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: Mit ihrer neuesten Arbeit »Liebestod« bringt Angélica Liddell Richard Wagners Mythos und Musik zusammen mit der Geschichte des revolutionären und sagenumwobenenen Toreros Juan Belmonte. Sie setzt so ihre Suche nach Erhabenheit in der Tragik fort. Sie kritisiert eine Gegenwart, die den Bezug zu Spiritualität und zur Transzendenz zunehmend verliert zugunsten einer vermeintlich wohlmeinenden, an Versöhnung und Konsens orientierten Kultur.

salt.

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SALT. (Birmingham) 
von Selina Thompson
Regie: Dawn Walton 
Premiere: 12. Mai 2016 (Mayfest, Bristol) 
Berlin-Premiere: 1. Oktober 2021 (Gastspiel FIND) 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: In »salt.« fährt die britische Performerin Selina Thompson als Passagierin an Bord eines kommerziellen Containerschiffs die Route der Schiffe nach, die ihre Vorfahren aus Ghana nach Jamaika und von dort aus nach Großbritannien deportierten. Thompsons Vorfahren waren Teil von mehreren Millionen schwarzer Männer, Frauen und Kinder, die als Sklaven verkauft wurden und mit ihrer Arbeit den westlichen Wohlstand beförderten und den Grundstein des heutigen europäischen ökonomischen Erfolgs legten. Auf ihrer eigenen Reise wird Thompson mit normalisiertem, systemischem und beifälligem Rassismus konfrontiert und beobachtet patriarchale Machtverhältnisse innerhalb der Mannschaft, die nahe legen, dass die koloniale Vergangenheit nicht so weit in der Ferne liegt, wie sie vor Antritt der Reise glaubte. Als Thompson in Elmina Castle, Ghana vor der »Door of No Return« steht und den atlantischen Ozean betrachtet, erinnert sie sich an die Menschen, die dort, auf der Reise oder auf den Plantagen, gestorben sind. Wie kann die Trauer, die sie in diesem Moment empfindet, in einer Welt existieren, in der es zugleich so banale Dinge wie Postfilialen und Parfümzerstäuber gibt? Und was bedeutet es, als schwarze Frau in einem zum Großteil von weißen Menschen bevölkerten Land zu leben?

Outside

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OUTSIDE (Moskau) 
von Kirill Serebrennikov
Premiere: 16. Juli 2019 (Festival d´Avignon) 
Berlin-Premiere: 30. September 2021 (Gastspiel FIND 2021) 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 
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Zum Inhalt: Der chinesische Fotograf Ren Hang fotografierte Stadtlandschaften, die Natur und vor allem die nackten Körper junger Männer und Frauen in seiner Pekinger Wohnung. Hangs Fotos zeigen eine neue chinesische Generation in ihrem rebellischen Lebenswillen und einer unangepassten Schönheit, die im scharfen Kontrast stehen zum staatlich verordneten Bild der Jugend. Seine weniger bekannten Gedichte sind dunkler, handeln von Sex, Einsamkeit, Depressionen, der Liebe und dem Tod. Die Kunst von Ren Hang faszinierte den Regisseur Kirill Serebrennikov, beide planten eine gemeinsame Zusammenarbeit. Nur 48 Stunden vor einem verabredeten Treffen der beiden nahm sich der damals 29-jährige Ren Hang in Peking das Leben. Serebrennikov entschied sich unter dem Schock des Verlusts, Hang ein Denkmal zu setzen, und in seiner Inszenierung seine eigenen Erfahrungen im Leben und Werk von Ren Hang zu spiegeln. Nur wenige Monate später wird Serebrennikov selbst Opfer politischer Repressionen in Russland: Man wirft ihm Steuerbetrug vor und verordnet einen mehrere Jahre dauernden, vor kurzem aufgehobenen Hausarrest. So ist »Outside«, das Serebrennikov aus dem Gefängnis der eigenen Wohnung heraus schrieb und inszenierte, und das in Abwesenheit des Regisseurs beim Festival d’Avignon 2019 uraufgeführt wurde, auch das Ergebnis einer dramatisch abgebrochenen Begegnung zweier Künstler. In ihren Biografien und in ihrem Schaffen verteidigen sie vehement Themen wie Identität, Sexualität, Schönheit und den Platz des Einzelnen in totalitären Systemen – mit Humor, Poesie und einem ungebrochenen Willen zur Freiheit.

Love

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LOVE (London) 
von Alexander Zeldin
Premiere: 13. Dezember 2016 (National Theatre, London) 
Berlin-Premiere: 30. September 2021 (Gastspiel FIND 2021) 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 
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Zum Inhalt: Eine Notunterkunft des Sozialamts an den Weihnachtstagen. Im Aufenthaltsbereich mit Küchenzeile, von dem aus man zum gemeinsam genutzten Bad und den Schlafzimmern gelangt. Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten finden hier eine Bleibe und treffen aufeinander. Eine Frau aus dem Sudan ist gerade erst in Großbritannien angekommen und führt lange Telefongespräche, so lange die Verbindung hält. Ein Mann auf der Durchreise kommt bepackt mit Koffern an und bezieht sein Zimmer. Ein Vater, zwei Kinder und die hochschwangere Mutter wollen möglichst bald nach Hause zurückkehren oder ein neues Zuhause finden. Ein mittelalter Mann um die fünfzig kümmert sich allein um seine pflegebedürftige Mutter und lebt schon lange in seinem Zimmer. Der Ort ist ungemütlich, eigentlich nur als vorübergehende Unterkunft gedacht, bis die Menschen, die er beherbergt, ein besseres Zuhause finden. Die hyperrealistische Inszenierung nimmt das Publikum buchstäblich mit unter sein Dach und teilt mit Zuschauer_innen und den Bewohner_innen einige lustige, traurige, berührende und zutiefst menschliche Momente. Die Zeit des Aufenthalts, aufgeladen mit kleinen und existenziellen Konflikten, Begegnungen und Emotionen, ist auch und vor allem eine Zeit des Wartens: Warten darauf, dass das Teewasser kocht, dass das Bad frei wird oder man sich in der Küche beim Zubereiten des Abendessens abwechseln kann. Sie ist auch eine Zeit des Wartens darauf, endlich wieder woanders hingehen zu können, um ein Leben zu beginnen oder zu beenden, das sich nicht in der Befriedigung grundlegender Bedürfnisse erschöpft. In realistischen Szenen in Echtzeit zeigt Alexander Zeldins Inszenierung das Bemühen eines und einer jeden, die eigene Würde zu behalten, getragen von außergewöhnlichen Schauspieler_innen, die ihre Figuren mit großer Beobachtungsgabe und Liebe zum Detail verkörpern. »LOVE« ist Teil der Trilogie »The Inequalities« des britischen Autors und Regisseurs Alexander Zeldin. Die drei Inszenierungen setzen sich mit sozialer Ungleichheit auseinander und versuchen, diese mit den Mitteln des Theaters realistisch darzustellen und kritisch zu befragen. Den ersten Teil dieser Trilogie, »Beyond Caring«, das unter Mitarbeiter_innen des Reinigungsteams eines Schlachthofes spielt, sollte Alexander Zeldin im Frühjahr mit Schauspieler_innen des Schaubühnen-Ensembles neu inszenieren – dies wurde coronabedingt auf den April 2021 verschoben.

Amarillo

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AMARILLO (Mexiko-Stadt) 
von Teatro Línea de Sombra
Regie: Jorge A. Vargas 
Berlin-Premiere: 12. April 2018 (Gastspiel FIND 2019)
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin

Zum Inhalt: Ein Mann aus Mexiko zieht durch die sengende Sonne in Richtung Norden. Sein Ziel: die Stadt Amarillo in Texas. Oder auch: »Der amerikanische Traum – der gut klingt, wenn man noch nicht da war.« Er ist auf der Flucht vor Armut und Perspektivlosigkeit, auf der Suche nach einer großen Zukunft oder einfach nach einem Auskommen für seine Familie. Er hat den Grenzwall überwunden, der Migranten wie ihn aus den USA fernhalten soll. Er ist über Stacheldraht geklettert, durch Lücken im Zaun geschlüpft, durch den Rio Grande geschwommen, allein durch die Wüste gezogen, hat sich in Obhut eines zwielichtigen »Coyote« begeben. Er ist von Soldaten der US Border Patrol und des mexikanischen Generalstaatsanwalts gejagt, erniedrigt, nackt ausgezogen, auf den Boden geworfen, seiner Barschaft beraubt worden, von Wegelagerern überfallen, ausgeplündert, getreten und auf die Gleise einer Bahnlinie geworfen worden. Er ist in der Wüste dehydriert zusammengebrochen. Und er ist schließlich spurlos verschwunden, bevor er sein Ziel erreichte. Sein Name: »Niemand. Juan, Pedro, Fernando, Manuel, Hugo, Fabian … Mercedes, Enriqueta, Angeles, Julieta, Maria, Fabiola, Gwendolin, William …«.
Das mexikanische Theaterkollektiv Teatro Línea de Sombra hat sich in »Amarillo« auf die Suche nach den realen Geschichten gemacht, die hinter den News-Meldungen von illegaler Migration, Grenzschutz und der im mexikanischen Volksmund so genannten »muro de la vergüenza« (»Mauer der Schande«) stehen, die das Land von den USA trennt. Die Aufführung basiert auf den Geschichten und Zeugnissen von Tausenden, die den Grenzübertritt wagten. In zwei stellvertretenden Figuren – einem Mann, der loszieht und einer Frau, die die Spuren seiner Reise erforscht, weil sie keine Nachricht mehr von ihm erhält – kondensieren die Schauspieler_innen das Panorama einer Völkerwanderung der Gegenwart und bringen damit die politischen und menschlichen Tragödien an den Tag, die mit ihr verbunden sind. Vor sieben Jahren erstmals aufgeführt und seither auf Tourneen in über 40 Städten der Welt gezeigt, erhält das Stück vor dem Hintergrund der aktuellen Schlagzeilen um den Ausbau des amerikanisch-mexikanischen Grenzwalls und seiner Folgen dabei eine erneute Zuspitzung, die ihm eine noch drängendere Aktualität verleiht als zum Zeitpunkt seiner Premiere.

The Town Hall Affair

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THE TOWN HALL AFFAIR (New York) 
von The Wooster Group
Regie: Elizabeth LeCompte 
Berlin-Premiere: 11. April 2018 (Gastspiel FIND 2019)
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin

Zum Inhalt: In »THE TOWN HALL AFFAIR« begibt sich das legendäre New Yorker Künstler_innenkollektiv The Wooster Group auf die Spuren des Films »Town Bloody Hall« von Chris Hegedus und D.A. Pennebaker, der eine Diskussion dokumentiert, die 1971 im »Town Hall« in New York zum Thema Emanzipation stattfand. Moderator des Abends war damals ausgerechnet der Schriftsteller Norman Mailer, der paradoxerweise nicht nur für seine machistischen Texte bekannt war, sondern auch für seinen Liberalismus, und sich einen heftigen, intellektuellen Schlagabtausch mit seinen Gästen lieferte. Unter ihnen die Kulturkritikerin Diana Trilling, die feministische Autorin Germaine Greer und die lesbische Journalistin Jill Johnston. »THE TOWN HALL AFFAIR«, inszeniert von der Regisseurin und Mitbegründerin der Wooster Group Elizabeth LeCompte, ist nicht nur eine bloße Wiederaufführung des Films, der immer wieder auch eingespielt und durch ein simultanes Reenactment seiner Reden und Handlungen virtuos überschrieben wird, sondern auch seine Fortschreibung, und zeigt eindrücklich, dass die Diskussionen, die uns heute noch nachdrücklich beschäftigen, Anfang der 1970er Jahre bereits angelegt waren und als Diskurs weitergetragen wurden.


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