887

Bewertung und Kritik zu

887 (Québec) 
von Ex Machina / Robert Lepage
Premiere: 14. Juli 2015 (Toronto) 
Berlin-Premiere: 9. April 2022 (Gastspiel FIND) 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: Robert Lepage sagt zu, Michèle Lalondes Gedicht »Speak White« bei einer Gala vorzutragen, die den Jahrestag einer berühmten Poesielesung feiert. Diese Lesung fand im Frühjahr 1970 statt und gilt als Gründungsveranstaltung der zeitgenössischen Lyrik in Quebec. Doch bei der Vorbereitung droht er zu scheitern. Egal, was er tut, Lepage kann sich das Gedicht, das von der Unter­drückung der Bevölkerung Québecs erzählt, einfach nicht merken. In seiner Verzweiflung beschließt er, es mit einer alten Lern­methode zu versuchen: Denk an einen Ort, den du gut kennst und ordne dort allem, an das du dich erinnern möchtest, einen bestimmten Platz zu. Lepage beschließt, an einen Ort zurück­ zukehren, den er aus seiner Kindheit kennt: nach Québec, in die Avenue Murray. Die Hausnummer 887 bezeichnet den Wohn­block, in dem Robert Lepage aufgewachsen ist: mit einem Vater, der als Taxifahrer arbeitet, einer Mutter, die Hausfrau ist und einer Großmutter, die an Alzheimer leidet. Der Wohnblock existiert nicht nur in Lepages Erinnerung, sondern steht in dem Stück »887« auch nachgebaut als Modell auf der Bühne. Mit Lepage zusammen tauchen wir ein in die Räume der Vergangenheit, in die gedrängten Zimmer der Familie Lepage, aber auch in die ihrer Nachbar_innen. Es ist das Québec der 60er und 70er Jahre, ein Ort voller Widersprüche und sozialer Konflikte, ein Ort, an dem verschiedene Klassen, Identitäten sowie die französische und die englische Sprache aufeinandertreffen und kollidieren.

Mit: Robert Lepage

Text, Ausstattung und Regie: Robert Lepage
Creative Direction und Design: Steve Blanchet
Dramaturgie: Peder Bjurman
Regieassistenz: Adèle Saint­-Amand
Musik und Sound Design: Jean­-Sébastien Côté
Licht: Laurent Routhier
Bild Design: Félix Fradet­-Faguy
Mitarbeit Bühne: Sylvain Décarie
Mitarbeit Requisite: Ariane Sauvé
Mitarbeit Kostüm: Jeanne Lapierre.


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