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    Schaubühne am Lehniner Platz
    www.schaubuehne.de
    Kurfürstendamm 153 - 10709 Berlin
    Telefon: 030 890023
    SPIELPLAN & KARTEN

    است (ist)

    Bewertung und Kritik zu

    است (ist) - Teheran 
    von Parnia Shams und Amir Ebrahimzadeh
    Premiere: 2019 (International University Festival, Teheran) 
    Deutschland-Premiere: 26. April 2023 (Gastspiel FIND) 
    Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 

    eventimTICKETS ONLINE KAUFEN

    Zum Inhalt: Ein Unterrichtsraum in einer privaten Mädchenschule in Teheran. Mitten im Schuljahr kommt die 16-jährige Mahoor neu in die Schulklasse. Ihre Eltern leben im Norden des Landes und haben sich scheiden lassen. In der neuen Schulklasse wird Mahoor schnell zum Zentrum der Aufmerksamkeit. Es konzentrieren sich Neugierde und Eifersucht auf sie. Sie freundet sich mit Parnia an, der klassenbesten Schülerin. Schnell wird diese Freundschaft innerhalb der Klasse, vor allem aber auch von den Lehrenden der Schule mit Argwohn beäugt und verleumdet. Die Freundschaft überschreite auf inakzeptable Weise Grenzen, heißt es seitens des Schuldirektoriums, sei »abnormal« und »subversiv«. Beide Schülerinnen werden gezwungen, eine Erklärung zu unterschreiben, dass es sich um eine rein platonische Freundschaft der beiden Mädchen handle, und keine Liebesbeziehung. Die beiden Schülerinnen gehen sehr unterschiedlich mit dieser Zerreißprobe um. Die Inszenierung است (Persisch für »ist«) entwickelte die junge Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Parnia Shams mit sechs weiteren Theaterabsolventinnen der Sooreh Universität in Teheran, ausgehend von eigenen Erfahrungen. Möglichst nah sollen Schauplatz und Spiel die Wirklichkeit von Überwachung und Repression wiedergeben, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied zu echten Mädchenschulen: Einzig die Schülerinnen haben eine Stimme. Der Machtapparat aus Lehrerinnen und Direktorium, der innerhalb der Schule die intimsten Beziehungen überwacht, diszipliniert und letztlich auch unterdrückt, wird nicht von Schauspielerinnen verkörpert, sondern existiert nur in den Reaktionen der Schülerinnen.

    Mit: Mahtab Karimi, Sadaf Maleki, Mahoor Mirzanezhad, Yasaman Rasouli, Shadi Safshekan, Parnia Shams, Parvaneh Zabeh. 

    Regie: Parnia Shams
    Dramaturgie: Shahab Rahmani
    Bühne: Pourya Akhavan
    Kostüme: Pegah Shams
    Regieassistenz: Mahmood Khodaverdi
    Licht: Alireza Miranjom
    Grafik: Mohammed Mosavat
    Vertrieb: NH Theatre Agency

    3.0 von 5 Sterne
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    Bedrohliche Atmosphäre in iranischer Nachwuchsarbeit
    1 Jahr her.
    Kritik

    Wenn da nicht die Schleier und die strenge Geschlechtertrennung wären, könnte man zu Beginn meinen, dass „ist“ von Parnia Shams und Amir Ebrahimzadeh auch in einer Schule irgendwo in Westeuropa spielen könnte. Etwas altbacken ist der Frontalunterricht vielleicht, aber die PISA-Studien und die Corona-Pandemie haben ja deutlich gemacht, wie sehr das Schulsystem hierzulande internationalen Standards herhinkt.

    Sehr realistisch sind Mobbing und Intrigen gegen die neue Mitschülerin. Dieses Thema toxischer Weiblichkeit ist so universal, dass die Handlung der ersten Hälfte jederzeit auch in der Schule zwei Querstraßen an Ihrem Wohnort spielen könnte.

    Langsam wird die Atmosphäre bedrohlicher. Wir erleben immer nur die sechs Mädchen, die gegen eine bedrohliche Wand reden. Mit fünf jungen Spielerinnen von der Sooreh Universität Teheran hat Regie-Studentin Parnia Shams, die auch selbst mit der auf der Bühne steht, ihr Erstlingswerk vor vier Jahren entwickelt. Mehrere Preise gewann „ist“ bei einem Hochschul-Festival in Teheran 2019.

    Ausweglos wird die Lage für zwei Mädchen. Nach massiven Vorwürfen werden sie zur Selbstbezichtigung gezwungen, wie sie in Sekten oder totalitären Regimen an der Tagesordnung sind. Dem nur eine Stunde kurzen Abend ist noch deutlich anzumerken, dass es sich um eine Nachwuchsarbeit handelt.

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