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Bewertung und Kritik zu

¿QUÉ HARÉ YO CON ESTA ESPADA? 
von Angélica Liddell
Regie: Angélica Liddell
Berlin-Premiere: 6. April 2018 (FIND)
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin

Zum Inhalt: Im Zentrum des zweiten Teils von Angélica Liddells 2015 begonnener »Trilogie des Unendlichen« stehen zwei Akte archaischer Gewalt im Paris moderner Tage: der Mord des japanischen Gaststudenten Issei Sagawa an seiner Kommilitonin Renée Hartevelt im Jahr 1981, deren Leichenteile er im Anschluss kochte und verspeiste, und die Anschläge vom 13. November 2015. In einem szenischen Akt der Rebellion gegen den Rationalismus sucht Liddell in der von ihm verdrängten, irrationalen Gewalt des Kannibalismus und Terrorismus eine Bewusstwerdung der eigenen Existenz und die verborgene Essenz der Poesie: »Die Gabe, das Herz des Lebens mit einem Griff herauszureißen, wie die Indianer einen Skalp abziehen«, gemäß einem Aphorismus von Thoreau. »Wie reale Gewalt in poetische verwandeln, um uns in Kontakt mit unserer wahren Natur zu bringen – durch Akte wider die Natur? (Nietzsche) Man muss zum Ursprung der Tragödie zurückkehren, ebenso wie die Wissenschaftler den Ursprung des Universums suchen, indem sie Protonen zur Kollision bringen, diese schöne Gewalt der Schlacht zwischen den Teilchen, Ursprung der Materie. Wenn wir einen klassischen Handlungsfaden entwickeln müssten, ginge es um die Geschichte einer Frau, die seit ihrer Geburt andere und sich selbst töten will und auf dem Weg der Fiktion ihre mörderischen Tendenzen freisetzt, ihre authentischen Sehnsüchte, bis sie schließlich zur Überzeugung kommt, dass sie aufgrund ihrer spirituellen Beziehung zum Schrecken, zu den Kannibalen, in der Lage ist, Gemetzel zu produzieren, wirkliche Gemetzel, nur mit der Macht und der Gewalt ihrer Gedanken, ihrer Wünsche, so wie eine verletzte, mit Schweinblut bedeckte Mentalistin, die auf ihren Schultern wie ein düsteres Schicksal die Leichen von Paris trägt.«

Mit: Victoria Aime, Louise Arcangioli, Alain Bressand, Paola Cabello Schoenmakers, Sarah Cabello Schoenmakers, Lola Cordón, Marie Delgado Trujillo, Greta García, Estíbaliz Racionero Balsera, Lucía Yenes, Angélica Liddell, Gumersindo Puche, Taira Irie, Masanori Kikuzawa, Ichiro Sugae, Kazan Tachimoto

Regie, Bühne und Kostüme: Angélica Liddell
Licht: Carlos Marquerie, David Benito
Ton: Sandra Vicente
Produktion: Iaquinandi S.L.
Koproduktion: Festival d’Avignon


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Ungewöhnlich couragierte Performerin
  · 09.04.18
''Welcher Kontrast zur letztjährigen Festival-Eröffnung! Auch damals war eine Inszenierung von Angélica Liddell gezeigt worden – ein schrecklich pseudo-provokanter Abend mit viel Gebrüll und wenig Drive, bei dem die Spanierin nur als Autorin und Regisseurin fungiert und dafür die Schaubühnen-Schauspieler in Szene gesetzt hatte. Hier nun steht sie, was für ein Gewinn!, wieder selbst auf der Bühne. Eine sich wie wahnsinnig verausgabende, ungewöhnlich couragierte Performerin und große Sprechakrobatin. Die jungen, internationalen Zuschauer dankten es zwischendurch mit Szenenapplaus.

Liddell widersetzt sich dem kunstbetrieblichen Mainstream und aller neuer, gängiger Theater-Orthodoxie, wenn sie sich am Ende darüber lustig macht, heute müsse alles "politisch, politisch, politisch" sein. Dabei sei doch die Liebe das wichtigste, das Anrennen gegen die Gleichgültigkeit. Damit ist sie alles andere als en vogue – der Mut zu diesem unmodernen Statement kann einem durchaus imponieren.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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