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ICHUNDICH
Johannes Harneit
Regie: Christian von Treskow 
Premiere: 3. November 2019 
Staatsoper Hamburg 

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Zum Inhalt: Else Lasker-Schüler floh nach der Machtergreifung Hitlers nach Zürich und lebte von 1939 bis zu ihrem Tod 1945 in Jerusalem. Ihr sprachmächtiges und gleichzeitig bösartig-satirisches Stück „IchundIch“ ist das hellsichtige Drama ihrer Zeit und der Lasker-Schüler ebenda. Es spielt in der biblischen Hölle wie im Höllengrund, dem Hinnomtal in Jerusalem, und es spielt in der Ewigkeit wie in der Gegenwart des Jahres 1941. Es treten auf (in orthographischer Maskierung): Faust, Mephisto und Marta Schwertlein, aber auch die „Nacis“ Göbbels, Göhring und Hitler, die Dichterin (Lasker-Schüler selbst), der Regisseur Max Reinhardt, der Haaretz-Kritiker Gershon Swet. In ihrem Stück imaginiert die Autorin das utopische Arrangement zwischen Faust und Mephisto als historischen Kompromiss gegen die rechte Macht, die daraufhin im Lavastrom untergeht.

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NABUCCO
von Giuseppe Verdi
Regie: Kirill Serebrennikov 
Premiere: 10. März 2019 
Staatsoper Hamburg 

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Zum Inhalt: Jerusalem ist besetzt, der jüdische Tempel zerstört, das hebräische Volk ins verfeindete Babylon verschleppt. Im babylonischen Exil geht der Kampf weiter, um Land, Glauben und die Freiheit des jüdischen Volkes. Machtgier lässt den Babylonierkönig Nabucco nach gottgleicher Herrschaft streben. Mit Wahnsinn gestraft, lässt ihn die Liebe zur eigenen Tochter Erlösung finden: Ein demütiger Ruf nach dem Gott der Hebräer bricht aus Nabucco heraus. Die Gedanken, auf goldenen Flügeln, erreichen den Himmel. Auf Erden geht die Suche nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit und religiöser Identität weiter. Eine immerwährende Suche, die auch Jahrtausende nach dem gescheiterten Turmbau zu Babel, in Zeiten von internationaler Weltsprache und Menschenrechtsabkommen zu Gewalt und Unterdrückung führt.

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ORPHÉE ET EURYDICE
von Christoph Willibald Gluck
Regie: John Neumeier 
Deutschland-Premiere: 3. Februar 2019 
Staatsoper Hamburg 

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Zum Inhalt: Eurydike ist tot, eine Tatsache, die der Mensch und Künstler Orpheus nicht akzeptieren mag. Er fordert sie zurück. Tatsächlich schlägt die Schönheit der Kunst und ihre grenzensprengende Macht dem Tod und den Bewachern der Toten – es scheint, dass dies notwendig ist – die Waffen aus der Hand. Eurydike darf wieder ins Leben. Doch was im Mythos noch der sehnsüchtige, aber tödliche Blick des Orpheus zurück auf die hinter ihm gehende Geliebte war, ist bei Gluck der Verdacht, Orpheus schaue sie nicht an, weil er sie nicht mehr liebe. Der Beweis, den er antreten muss, dass es nicht so ist, tötet sie ein zweites Mal. Doch auch das ist Täuschung: Amor, die Liebe, hat alles inszeniert, um Orpheus zu prüfen, und Eurydike lebt. Die Götter trauen den Menschen eben nicht, wie auch umgekehrt.

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COSÌ FAN TUTTE
von Wolfgang Amadeus Mozart
Regie: Herbert Fritsch 
Premiere:  8. September 2018
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Zum Inhalt: Zwei Männer wollen die Treue ihrer Frauen prüfen und gehen eine Wette ein, dass sie standhaft bleiben. Die Frauen müssen sich heftigen Attacken der Männer erwehren, die die Festung ihrer Treue am Ende doch noch zu Fall bringen. Aber die Männer, als beteiligte Elemente des Experiments, haben nicht damit gerechnet, dass auch sie ihren Frauen und ihren Gefühlen untreu werden könnten. Das Betrügen, Verwirren, Belügen - der anderen und sich selbst - ist grotesk komisch und grausam zugleich. Die einen machen sich eher weniger Gedanken über die neue Lage (Guglielmo und Dorabella), die anderen ringen bis zur Erschöpfung darum (Fiordiligi und Ferrando). Die Schlusszeremonie soll den gesellschaftlichen status quo zementieren und zwingt die neue Freiheit in die Knie. Doch die Heirat ist nur Schein, und unter der Oberfläche der Tradition rumort es.

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BENJAMIN
von Peter Ruzicka
Regie: Yona Kim
Premiere: 3. Juni 2018 
Staatsoper Hamburg
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Zum Inhalt: Walter Benjamin war deutscher Philosoph und Kulturwissenschaftler. Sein Lebensweg als Jude und Marxist durch das 20. Jahrhundert war unstet und irrend. Die Figuren, die in dieser Oper Benjamins letzten Lebensweg mitgehen, stecken seinen Wirkungsbereich ab. Hannah Arendt sprach von der „Banalität des Bösen“, Benjamins Schachpartner Bertolt Brecht polemisierte gegen seinen „jüdischen Faschismus“, der Kabbala-Forscher Gershom Scholem wollte den Freund nach Israel holen, mit der lettischen Schauspielerin Asja Lacis phantasierte Benjamin über proletarisches Kindertheater. Nicht die Weltrevolution, sondern die „schwache messianische Kraft“ wies Benjamin den Weg in eine gerechte Gesellschaft. Auf der Flucht in die USA nahm sich Benjamin 1940 in der spanischen Grenzstadt Port-Bou das Leben.

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MESSA DA REQUIEM
von Giuseppe Verdi
Regie: Calixto Bieito 
Premiere:  11. März 2018 
Staatsoper Hamburg 

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Zum Inhalt: Libera me. Errette mich. Befreie mich, Herr, vom ewigen Tode. Das Individuum schreit. Vor ihm erstreckt sich die Bilanz seines Lebens. Abgründe des Nichts. Verdis „größte Oper“ konfrontiert den Menschen mit sich und seinem Schicksal – eine Grenzerfahrung, denn das Individuum steht dem Absoluten in Gestalt des Todes gegenüber. Als Realist des Musiktheaters erfindet Verdi die Wirklichkeit mit allen Mitteln der Kunst; von den Schrecken des Jüngsten Gerichts im Dies irae bis zum hoffnungsvollen Bitten im Libera me, mit dem er seine Totenmesse in Abweichung von der liturgischen Konvention vollendet. Katharsis. Erlösung. Auferstehung. Der Einzelne geht in der Gemeinschaft auf. Das Kollektiv verkündet: Requiem æternam. Ewige Ruhe gib ihnen, Herr Gott, und ewiges Licht leuchte ihnen.

Weiterlesen: Messa da Requiem

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DIE ZAUBERFLÖTE
von Wolfgang Amadeus Mozart
Regie: Jette Steckel 
Premiere:  23. September 2016 
Staatsoper Hamburg 

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Zum Inhalt: Diese Oper ist ein Theater der Welt: Sie erzählt vom Älterwerden, von Prüfungen, von undurchsichtigen Entscheidungen. Einer ist auf der Suche nach Individualität, manch anderer ist zu bequem dazu. Andere wiederum propagieren, dass die Gemeinschaft der einzig richtige Ort für den Einzelnen sei. Macht ist von alters her legitimiert oder von neuen Machthabern usurpiert. Werte wie Anpassung und Gefolgschaft stehen gegen Selbstbehauptung und Eigenständigkeit. Es wird geliebt und geträumt, getäuscht und vertraut. Selbstmorde werden verhindert, Examina abgenommen, Abenteuer werden bestanden. Wer hat Recht? Wem ist Unrecht geschehen? Die Welt der Zauberflöte ist undurchsichtig, jeder versucht, seinen Weg zu finden: in ihr, aus ihr hinaus oder in sie hinein. Wer steuert das Ganze? Wem ist zu trauen? Der Musik vielleicht?

Weiterlesen: Die Zauberflöte

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DIE WALKÜRE
von Richard Wagner
Regie: Claus Guth
Premiere: 19. Oktober 2008
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Zum Inhalt: Das Wälsungenpaar, das Wagner Wotan erschaffen lässt, könnte eine Option sein, wäre da nicht der egoistische Trieb, der jeglicher Freiheitsutopie entgegensteht. Wotan muss an der bestehenden Weltordnung festhalten, um sich selbst vor dem Untergang zu bewahren. Er kann sein Wälsungen-Experiment nicht objektiv angehen, sondern manipuliert seine Probanden. Siegmund muss isoliert aufwachsen, lange Jahre mit ihm „im wilden Wald“ leben, wo er ihn Kampftechniken zur Selbsterhaltung lehrt, bis Siegmund als Profi-Rebell allein auf die Welt losgelassen wird. Prompt drängt es den Herangewachsenen zu Männern und, wie die Musik es so schön beschreibt, noch mehr zu Frauen. Doch überall, wo Siegmund hinkommt, rächt sich der Mangel an sozialer Kompetenz: „In Fehde fiel ich, wo ich mich fand“. Siegmund lernt nicht, sich selbst zu vertrauen. Nur das ihm vom Vater verheißene Schwert ist eine Lebensversicherung. In Hundings Haus wird er es finden, wo „sie“ auf ihn wartet, die leibliche Zwillingsschwester, die zur Sklavin einer Männersippe wurde und die es nun aus genetischem wie sozialem Instinkt zu dem Unbekannten zieht. Beider Zusammentreffen zeitigt eine Reaktion von der Stärke eines Naturereignisses und hat sich dennoch mitnichten von selbst gefügt.

Weiterlesen: Die Walküre


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