Bewertung und Kritik zu

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DER RECHTE AUSERWÄHLTE
von Eric Assous
Regie: Jean-Claude Berutti 
Premiere: 19. März 20018
Hamburger Kammerspiele

Zum Inhalt: Ein luxuriöses Loft im Pariser Bastille-Viertel. Früher Abend. Melanie und Greg (seit zwölf Jahren verheiratet, zwei Kinder) bereiten sich darauf vor, Jeff zum Abendessen zu empfangen. Ihr Gast ist ein alter Freund Gregs: steinreich, überreizt, deprimiert, ein ewiger Einzelgänger. Da bekommt Melanie einen Anruf. Es ist Charline, ihre alte Freundin, die gerade mit ihrem neuen Verlobten Noel aus New York zurückkommt. Die beiden Frauen haben sich ewig nicht mehr gesehen, aber viel zu erzählen. Spontan lädt Melanie ihre Freundin und deren Verlobten zum Abendessen ein. Mehr Gäste, mehr Spaß! Wirklich? Jeff ist der Exfreund Charlines!
Trotz berechtigter Bedenken riskieren es Melanie und Greg, Jeff und Charline aufeinander treffen zu lassen. Noel, der unbekannte Verlobte, wird die Begegnung sicher ausgleichen doch irgendetwas stimmt mit ihm nicht. Seine dominante Art reizt Jeff und Greg, seine Aggression gegen Latinos oder Juden empört auch Melanie … aber das ist noch nicht alles. Und so kocht die Stimmung an dem Abend immer höher und am Ende ist nichts mehr so, wie es vorher war…

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ÜBERMANN ODER DIE LIEBE KOMMT ZU BESUCH
von Christoph Marthaler nach Alfred Jarry
Regie: Christoph Marthaler 
Premiere: 18. März 2018 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg
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Der haarige AffeZum Inhalt: Doppeltitel, die mit einem ODER verbunden werden, sind ja leider keine Seltenheit. Was genau sie ausdrücken sollen, bleibt meist ein wenig nebulös. Zu unterstellen wäre, dass die Urheber Freude an mehreren Titelmöglichkeiten hatten und sich schlicht nicht entscheiden konnten. In Christoph Marthalers neuer Inszenierung jedoch verhält es sich ganz anders. ODER bedeutet hier tatsächlich ODER. Was wiederum die sieben auf der Bühne versammelten Damen dazu auffordert, eine unwiderrufliche Wahl zu treffen: ENTWEDER »Übermann« ODER »Die Liebe kommt zu Besuch«. Eine Prognose zum Wahlausgang erscheint in diesem Fall vergeblich. Denn während die erste Option den Auftritt eines Herrn in Aussicht stellt, der im wirklichen Leben den Namen Dschingis Khan trägt und als mongolischer Heerführer Verwüstungen historischen Ausmaßes zu verantworten hat, so erscheint im zweiten Fall der tatsächliche Besuch der Liebe schlicht unrealistisch. Vielleicht hilft bei der Entscheidungsfindung eine ebenfalls anwesende pataphysische Gottheit, die in der Nachfolge des französischen Schriftstellers Alfred Jarry (1873-1907) die „Wissenschaft von den imaginären Lösungen“ vorantreibt. Und da in der Pataphysik stets nur der ungewöhnliche Einzelfall untersucht wird, also genau das, was nicht allgemein gültig, sondern immer nur im Besonderen die Regel ist, könnte es durchaus sein, dass die Damen sich letztlich weder für den Übermann noch für die Liebe auf Besuch entscheiden, sondern für das Verbindungswort ODER, welches aus pataphysischer Sicht am allerinteressantesten erscheint. Oder?

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PANIKHERZ
von Benjamin von Stuckrad-Barre
Regie: Christopher Rüping 
Premiere: 17. März 2018 
Thalia Theater Hamburg
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Zum Inhalt: Das Buch ist ein Knaller. Es ist ein Bildungsroman, von einem der auszog aus dem Pfarrhaushalt in der deutschen Provinz in die große Welt der Popkultur: ein leuchtendes Versprechen mit seinen marktschreierischen Angeboten, Posen und Ideen.
In Hamburg steht der gelbe Leuchtschriftzug „die eigene Geschichte“ an der Gleismauer unterhalb der Kunsthalle. Und so beleuchtet der Ich­Erzähler als Schausteller seiner eigenen Legende die großen Erfolge und gnadenlosen Abstürze, diese unstillbare Sehnsucht nach den Sternstunden des Ruhms und die harte Landung in Drogensucht, Depression und gigantischer Kaputtheit. Immer dabei als Referenz und Differenz, angehimmelt und ausgebuht: Udo, der Mann mit dem Hut, der Zigarre und den grünen Socken, dessen Songs den Erzähler begleiten, einfach, weil Udo immer schon da war. Eine Hase­und­IgelGeschichte. Irgendwann sitzen beide in Udos Porsche und fahren mit 30 Stundenkilometern durch Hamburg. Das ist die Ansage: Rasender Stillstand!

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DER STURM — A LULLABY FOR SUFFERING 
nach William Shakespeare
Regie: Jette Steckel 
Premiere: 24. Februar 2018
Thalia Theater Hamburg
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Zum Inhalt: "Der Sturm“ ist Shakespeares letztes Stück. Wie immer schafft er mit Zauberhand darin eine ganze Welt. Eine Welt, die der unseren gleicht. Erzählt wird die Geschichte von Prospero, der einst mächtig war und nun entthront mit seiner Tochter Miranda auf einer Insel lebt. Dort macht er sich den Inselbewohner Caliban untertan und beherrscht den Luftgeist Ariel kraft seiner Autorität. Prospero beherrscht aber nicht nur die Geister, sondern wird auch zum Dirigenten seiner „Band of Spirits“. So wird der Sturm, den er entfacht, zu einem „Stück voll hypnotischer Musik, die sich aufs Chaos der Seelen und Gehirne legt – Musik als Mitspieler, als Agens der Verwandlung“ – Musik, die den Puls der Gegenwart im Shakespeareschen Kosmos fühlbar macht. 
Prospero weiß, dass er sterben muss. Er sieht die Zeit gekommen, seiner Tochter Miranda die bewohnte Welt zu zeigen, sie in ihre und unsere taumelnde Gegenwart zu entlassen. Dort bringt Prospero mit Hilfe von Ariel und Caliban die Menschen an den Punkt zwischen Wachsein und Schlaf, der den blinden Fleck des Bewusstseins offenbart. Prosperos Theatrum mundi ist ein Gedankenexperiment. Das Spiel von Macht und Ohnmacht ist ein kompliziertes Spiel. In jeder Beziehung: zwischen Mensch und Natur, zwischen Mensch und Mensch, innerhalb jedweder gesellschaftlichen Ordnung. 

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AUF DER BÜHNE

Hamburg

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Staatsoper Hamburg
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3.4
Durchschnittsnote aller Stücke
5 3
4 16
3 10
2 6
1 1
Kritiken: 19
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