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The Silver Dollar Duke

Bewertung und Kritik zu

THE SILVER DOLLAR DUKE 
A transformance von und mit Madame Nielsen & Sailor Simon Toldam
Premiere: 9. Februar 2022 (Bergen International Literary Festival, Norwegen) 
Deutschland-Premiere: 26. Januar 2023 (Gastspiel, Lessingtage) 
Thalia Theater Hamburg 

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Zum Inhalt: Die dänische Ausnahmekünstlerin und Grenzgängerin Madame Nielsen ist zurück bei den Lessingtagen! Zusammen mit ihrem musikalischen Partner, dem Komponisten und Multi-Instrumentalisten Sailor Simon Toldam, nimmt sie die Menschheit mit auf eine Reise in den mentalen, klanglichen und szenischen Weltraum der legendärsten Bowie-Hits:
Von der Geburt Ziggy Stardusts in „Space Oddity“ über „Ashes to Ashes“ und „Let‘s Dance“ bis zum Tod des Stars und Menschen in „Blackstar“. Die androgynen Alter Egos von Bowie verwandeln sich in fragile Wesen jenseits von Geschlecht und Spezies, vom Homo Sacer über den Androiden bis zum Insekt. Und jeder der zehn Songs wird in zerbrechlichen und harten, herzzerreißenden und tanzbaren Versionen neu erschaffen.

Mit Madame Nielsen alias The Silver Dollar Duke: Performance, Gesang & Gitarre / Sailor Simon Toldam: Klavier, Akkordeon & Electronics

Konzept: Madame Nielsen / The Nielsen Movement
Musik: David Bowie Bearbeitet Von Madame Nielsen Und Sailor Simon Toldam
Text: David Bowie Übertragen Von Madame Nielsen

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Düstere Bowie-Hommage eines zerbrechlichen Wesens
3 Jahre her.
Kritik

Vorsichtig öffnet Simon Toldam die Tür und leuchtet sich mit der Taschenlampe durch das Nachtasyl im dritten Stock des Hamburger Thalia Theaters. Langsam sucht er sich den Weg zu seinem Keyboard. Fast unbemerkt huscht hinter ihm eine Gestalt herein: verborgen unter einer schwarzen Kutte wirkt sie wie ein Gespenst oder der Tod persönlich.

Unterstützt von einer Assistentin entledigt sich Madame Nielsen, die dänische Performerin und Schriftstellerin, des Umhangs und wechselt mehrfach ihre Kostüme. Mit brüchiger Stimme singt sie Songs der androgynen Glamrock-Legende David Bowie.

Nur schemenhaft ist Nielsen anfangs hinter einem Gaze-Vorhang zu erkennen, erst nach und nach wird ihre ganze Erscheinung sichtbar. Der fast überirdisch schönen, ätherischen Erscheinung des jungen Bowie setzt Nielsen ihre sehr fragile, beängstigend ausgemergelte Statur entgegen.

Konzept dieser düsteren, vor einem Jahr beim Festival in Bergen entwickelten Hommage ist es, die Hymnen vergangener Jahrzehnte („Heroes“, „Space Oddity“, „Let´s dance“) nicht so kraftvoll und glamourös wie gewohnt erklingen zu lassen, sondern dass sie hier ein hohlwangiges, mit jeder Geste die Vergänglichkeit des Menschen ausstrahlendes Wesen vorträgt, das so verletzlich und mit ihrer Lebenskraft am Ende wirkt. Auf ganz andere Art als Bowie ist auch sie nicht klar zwischen den binären Geschlechterrollen zu verorten.

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