Stage Musicals


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I AM EUROPE
von Falk Richter
Regie: Falk Richter 
Choreografie: Nir de Volff 
Premiere: 1. Februar 2019 (Gastspiel) 
Thalia Theater Hamburg 

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Zum Inhalt: Staatspleiten drohen, Arm und Reich driften auseinander, Konzerne setzen sich über das Gemeinwohl hinweg und überall erstarkt die Angst: reaktionäre Parteien und religiöser Fanatismus kehren zurück und mit ihnen die alten Feindbilder. Demokratische Institutionen verlieren an Glaubwürdigkeit, die kulturelle, ethnische, religiöse oder sexuelle Vielfalt wird angegriffen.
Zur gleichen Zeit aber haben leisere, nicht weniger starke Veränderungen stattgefunden. In den letzten Jahrzehnten haben immer mehr Menschen die normativen Modelle von Zugehörigkeit, Familie, Religion, Sprache, Kultur oder sexueller Identität aufgegeben und sie mit neuem Sinn gefüllt. Ein Europa, welches die Grenzen von Sprache und Kultur friedlich überwunden hat, will von vielen nicht einfach abgeschafft werden.

Falk Richter beschäftigt sich mit den Fragen gespaltener Gesellschaften zusammen mit einem jungen Ensemble: Europäer seit vielen Generationen oder in der ersten, die mehr als acht unterschiedliche Sprachen sprechen, verschiedene Religionen und sexuelle Identitäten haben. Wie hat sich Europa in ihre Biografen eingeschrieben? Wie leben sie die Konzepte von Heimat, Familie, Religion und Gemeinschaft? Wie sehen sie sich selbst in einem Europa, in dem der demokratische Diskurs mehr und mehr von Demagogie und Hass verdrängt wird? Welche Utopien kann man diesen Entwicklungen entgegensetzen? Und wie wollen wir in Zukunft zusammen leben?

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WHO IS HAPPY IN RUSSIA
nach Nikolai Nekrasov
Regie: Kirill Serebrennikov 
Premiere: 24. Januar 2019 (Gastspiel) 
Thalia Theater Hamburg 

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Zum Inhalt: „Who is Happy in Russia?“ Diese einfache Frage birgt bis heute sozialpolitischen Zündstoff. Und ist zugleich Titel eines Klassikers der Russischen Literatur: ein überlanges Poem von Nikolai Nekrasov, das jedes Schulkind in Russland auswendig lernt. Zusammen mit dem grandiosen Ensemble des Moskauer Gogol Centers und einer Gruppe Live­Musiker entwirft Serebrennikov ein überbordendes Triptychon zwischen Tanz, Sprechtheater und Performance: Ein so schonungsloses wie sinnesfrohes, melancholisches wie messerscharfes Panorama russischer Lebenswelten und Freiheitssehnsüchten bis in die Gegenwart.

Kirill Serebrennikov, künstlerischer Leiter des Gogol Centers und international gefeierter Theater­, Opernund Filmregisseur, wurde in den letzten Jahren zum Sprachrohr einer jungen Generation in Russland, die sich mit dem Status Quo nicht länger abfnden will. Seit August 2017 steht der Kreml­kritische Künstler in Moskau unter Hausarrest.

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FRANKENSTEIN / HOMO DEUS
inspiriert von Mary Shelley und Yuval Noah Harari
Regie: Jan Bosse 
Premiere: 18. November 2018
Thalia Theater Hamburg

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Zum Inhalt: Die Faszination des Frankenstein­Mythos ist ungebrochen und geistert in tausend Varianten durch unser kollektives Gedächtnis. In ihrem Meisterwerk aus dem 19. Jahrhundert erzählt Mary Shelley von Traum und Alptraum der Erschaffung eines menschenähnlichen Wesens, das sich bitter an seinem Schöpfer rächt. Und heute? In unserer fortschrittsgläubigen und technikverliebten Welt schreitet die Optimierung des Menschen zügig voran. Noch nie waren wir so nah an der Verwirklichung der Visionen jenes ehrgeizigen Forschers Viktor Frankenstein. Werden denkende Maschinen uns bald ersetzen?
Yuval Noah Harari, Autor des Weltbestsellers „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ fragt in seinem neuen Buch, wie es dem Homo Sapiens ergehen wird, wenn er den technikverstärkten „Homo Deus“ erschaffen hat. Zieht tatsächlich Science­Fiction in unsere Realität und unseren Alltag ein? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die bald alles besser können als wir? Wenn die Wissenschaft selbst unser sogenanntes Bewusstsein als System von Algorithmen enttarnt? Werden wir am Ende gar keine Menschen mehr sein? Wenn die Fähigkeit zur Empathie verloren geht, ist einer der letzten Unterschiede des Hominiden zum Androiden dahin. Bedeutet das vielleicht endlich die Erlösung von der Knechtschaft des Weltreichs mit den drei Buchstaben: ICH?

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DRITTE REPUBLIK 
von Thomas Köck
Regie: Thomas Köck, Elsa-Sophie Jach 
Premiere: 2. November 2018
Thalia Theater Hamburg

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Zum Inhalt: Eine Landvermesserin und ihr Kutscher irren durch einen Schneesturm. Es ist das Jahr 1918 – sie sollen die Außengrenzen nach Kriegsende neu vermessen. In der Undurchsichtigkeit des Schneetreibens, die die Erfüllung des Auftrags unmöglich macht, treffen die beiden auf unterschiedlichste Figuren und ihre Versionen einer Idee Europas. Unter ihnen ist auch der Hamburger Reedereidirektor und Visionär transnationalen Handels Albert Ballin, der sich am 9. November, dem Tag der Ausrufung der ersten demokratischen Republik, das Leben nimmt. 
In einem kafkaesken Setting über die letzten 100 Jahre hinweg bis heute, entwerfen der Autor Thomas Köck und die Regisseurin Elsa-Sophie Jach, die "dritte republik" als ein Verfassungskonzept für ein taumelndes Europa zwischen Globalisierung und nationalstaatlichen Sehnsüchten: die Dystopie eines autokratischen und neoliberalen Staatenbunds, ausgelöst durch den Rechtsruck mehrerer europäischer Länder.

Weiterlesen: Dritte Republik

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IRAN-KONFERENZ
von Iwan Wyrypajew
Regie: Matthias Günther 
Premiere: 21. Oktober 2018
Thalia Theater Hamburg 

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Zum Inhalt: Am 15. Februar 2017 findet an der Kopenhagener Universität eine öffentliche Konferenz zur „Iran­Frage“ statt. Geisteswissenschaftler verschiedener Fakultäten, Schriftsteller, Journalisten sowie bekannte Persönlichkeiten des Kulturlebens diskutieren über die Konkurrenz zweier Weltanschauungen, die der Konferenzleiter als „religiösen Traditionalismus“ und „humanistischen Rationalismus“ zu beschreiben versucht. Wie unvereinbar die Positionen sind, wird schon beim ersten Redner deutlich. Nicht Mündigkeit und Kritik, sondern Selbsterkenntnis, Hingabe und Gottergebenheit seien die Themen, über die es zu sprechen gelte. Es regt sich Widerstand. Wie man eine Instanz akzeptieren könne, die sich für die Atombombe, Kriege, Folter, die Todesstrafe, Auspeitschungen und den amerikanischen Präsidenten entschieden habe. Die Antwort: Gott schreibt das Menschenschicksal begleitet von Musik der Tränen.
Spätestens jetzt platzt einigen Konferenzteilnehmern der Kragen. Aber Wyrypajew wäre nicht Wyrypajew, wenn die Konferenz nur  eine Konferenz wäre. Das Stück „Iran­Konferenz“ schafft, zeitgenössisch mit Rednerpult und Mikrofonen ausgestattet, einen west­östlichen Diskursraum, der sich in eine mythische Vergangenheit ausdehnt. In ihm stellen sich Wyrypajews wiederkehrende Fragen nach Wahrheit und individueller Freiheit unter neuen Vorzeichen.

Weiterlesen: Iran-Konferenz

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MEDEA UND JASON
nach Franz Grillparzer
Regie: Jette Steckel 
Premiere: 20. Oktober 2018
Thalia Theater Hamburg

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Zum Inhalt: „Kolchis. Wilde Gegend“ – so beginnt der Dramatiker Franz Grillparzer seine Trilogie der Medea, der Tochter des Königs Aietes, der großen Liebenden, die aus Liebe zur Retterin und Mörderin wird.
Ihr Mythos lebt seit der Antike. Bis in die Gegenwart wird er immer wieder neu überschrieben. Es ist Medeas Ende, das sie berühmt gemacht hat: die monströse Verzweiflungstat, der Mord an ihren eigenen Kindern. Wie jedes grausame Ende einer Geschichte hat auch dieses eine Vorgeschichte. 
„Kolchis. Wilde Gegend“ – hier, am Ufer des Schwarzen Meeres landet der griechische Held Phryxus. Sein Schiff hat ein goldenes Vlies zum Segel, ein geheimnisvolles Widderfell. Aietes, der König von Kolchis, erschlägt seinen Gast und raubt das goldene Vlies. Die junge Medea ist Zeugin des Mordes. Jahre später erreichen die Argonauten aus Griechenland Kolchis und fordern das goldene Vlies zurück. König Aietes plant, ihren Anführer Jason zu vergiften. Doch Medea rettet den Fremden, in den sie sich verliebt, opfert ihm Vater und Bruder und flieht mit ihm. Nach langer Irrfahrt, in Jasons Heimat nicht willkommen geheißen, gelangen sie nach Korinth und bitten um Asyl. Kinder sind inzwischen geboren, doch die Liebe ist erloschen. Medea bleibt hier eine Fremde. Jason geht eine Beziehung zur jungen Königstochter Kreusa ein, Medea gibt er preis. Entwurzelt, den Verrat nicht verwindend, holt sie zur Rache aus und bekennt: „Man hat mich bös genannt, ich war es nicht: Allein ich fühle, dass man's werden kann.“

Weiterlesen: Medea und Jason

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HEXENJAGD
von Arthur Miller
Regie: Stefan Pucher 
Premiere: 29. September 2018 
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Zum Inhalt: In Salem verstehen die Leute keinen Spaß. Als Pastor Parris heimlich junge Mädchen beim kultischen Tanzen im Wald beobachtet und einige von ihnen tags darauf in eine merkwürdige Trance verfallen, ist die Sache klar: Hier geht es mit dem Teufel zu. Das ist die Stunde der Fanatiker, und davon gibt es im puritanischen Salem jede Menge. Vor allem, wenn neben religiösen auch ökonomische und erotische Interessen ins Spiel kommen. Die Gruppe junger Mädchen, angeführt von Abigail Williams, ist scheinbar im Verbund mit einer höheren Macht. Sie verbreiten Hysterie mit ihrer Behauptung, Hexen erkennen zu können. Das Klima in Salem ver­ändert sich in irrem Tempo. Nachbarn beschuldigen Nachbarn. Es kommt zu Verfolgungen, zur Hexenjagd. Die Obrigkeit schreitet zur Tat, ein Gericht wird eingesetzt. Nur wer zugibt, mit dem Teufel im Bund zu sein, kann sich vor dem Galgen retten.  

Sind die Salemer noch bei Verstand? Was soll diese Auslöschungsdemonstration? Sie lieben, sie hassen, sie denunzieren – um möglichst großen Nutzen zu erzielen. Der ganze Irrsinn endet mit der Lynchjustiz an vielen unbequemen Bewohnern Salems.

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PATENTÖCHTER
von Julia Albrecht und Corinna Ponto
Regie: Gernot Grünewald 
Premiere: 15. September 2018 
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Zum Inhalt: Am 30. Juli 1977 bekommt Jürgen Ponto Besuch von Susanne Albrecht, der Tochter seines Jugendfreundes Hans­Christian Albrecht. Völlig überraschend erschießen ihre Begleiter Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar, Mitglieder der Rote Armee Fraktion, den Vorstandssprecher der Dresdner Bank in seinem eigenen Haus. Corinna Ponto ist 20 Jahre alt, als ihr Vater ermordet wird, Julia Albrecht erst dreizehn, als ihre Schwester Susanne den Mördern ihres Patenonkels Zugang zu seinem Haus verschafft. Das Band zwischen den befreundeten Familien ist zerstört. 13 Jahre lang sieht Julia ihre Schwester nur auf Fahndungsplakaten. Als nach dem Mauerfall 1990 Susannes zweites Leben in der DDR enttarnt wird, kommt es zu einer ernüchternden Begegnung in einem Berliner Untersuchungsgefängnis. 

30 Jahre nach der Tat, die beider Leben geprägt hat, nimmt Julia Albrecht Kontakt zu Corinna Ponto auf. Der in ihrem gemeinsamen Buch „Patentöchter“ dokumentierte Briefwechsel wirft einen neuen Blick auf die bis heute ausschließlich von Dritten gedeutete Tat. Gemeinsam beginnen die beiden Frauen einen Dialog über Schuld und Vergebung. Entstanden ist ein faszinierendes Dokument der Zeitgeschichte, das weit über die seelischen Verletzungen hinausweist, von denen es eindrücklich und berührend erzählt.

Weiterlesen: Patentöchter


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3.6
Durchschnittsnote aller Stücke
5 11
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