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Bewertung und Kritik zu

ZEITFÜREINANDER
Dating in Zeiten von Social-Distancing
Online-Premiere: 1. Mai 2020 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Zehn Schauspieler_innen, fünf Theater, eine Webserie.
Aus der Isolation und Entfernung heraus kreieren zehn Schauspieler_innen mit der Regisseurin Anne Lenk Figuren, die sich auf eine virtuelle Suche nach Nähe begeben. Über eine fiktive Webseite für online Speed-Dating treffen sie in kurzen, improvisierten Tête-à-Têtes erstmals aufeinander, lernen sich kennen und gehen auf digitale Tuchfühlung.
Entstanden sind fünf Videos, die nicht nur die Herzen der Charaktere höher schlagen lassen, sondern auch fünf Theater vernetzen: Deutsches Theater Berlin, Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspiel Hannover, Residenztheater München und Staatstheater Nürnberg.

Mit Schauspieler_innen der Ensembles des Deutschen Theater Berlin, Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspiel Hannover, Residenztheater München und Staatstheater Nürnberg

Idee und Realisierung: Anne Lenk und Camill Jammal
Musik: Camill Jammal
Schnitt: Camill Jammal
Voice-Over: Robert Dölle


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Speeddating mit Redundanzen und Potenzial in der 2. Staffel
  · 08.07.20
In den Staffeln 1 und 3 quält sich das Projekt jedoch durch Redundanzen. Die kurzen 5-Minuten-Slots wechselnder Paare (zunächst hetero-, dann homosexuell) wiederholen kleine Gags entschieden zu oft, in den improvisierten Gesprächen tauchen immer wieder dieselben Textbausteine auf, so dass der Charme des Konzepts darunter deutlich leidet. Vor allem in der ersten Staffel bleiben die Figuren der Spieler*innen oft zu blass. Die klarsten Konturen und interessantesten Charaktere entwickeln Britta Hammelstein als beziehungsunfähige Beziehungscoach Meike, hinter derem scheinbar naiven Dauerlächeln in der 2. Staffel ein strategischer Plan sichtbar wird, und Camill Jammal als gockelhaft-posender Filmregisseur Tobias Weinberger. Einer der schönen Momente der ersten Staffel ist, wie kühl Emma (Franziska Machens) ihn auflaufen lässt.

Welches Potenzial in dem Online-Format steckt, blitzt immerhin in der 2. Staffel auf. Endlich haben die Paare mit 10 Minuten etwas mehr Zeit: die Dialoge werden pointierter und einfallsreicher, ohne den Brei aus dem vorherigen Date noch mal durchzukauen. Es macht Spaß den Paaren, dabei zuzuhören, wie sie verschiedene Beziehungsmodelle von Polyamorie bis Asexualität durchdiskutieren, ohne schnell zum nächsten Date weiterhecheln zu müssen.

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