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Spirit and the Dust

Bewertung und Kritik zu

SPIRIT AND THE DUST – Deutsches Theater Berlin

Premiere: 27. Februar 2026, Bühne
Uraufführung von: Noah Haidle
Übersetzung aus dem Englischen: Barbara Christ
Regie: Anna Bergmann

Über die Inszenierung

„Spirit and the Dust“ entwickelt aus Noah Haidles Text eine Erzählung, die zwischen existenziellen Fragen, emotionalen Brüchen und poetischen Beobachtungen oszilliert. Die Inszenierung von Anna Bergmann legt den Fokus auf die inneren Bewegungen der Figuren und die Art und Weise, wie Erinnerungen, Verluste und Hoffnungen miteinander verwoben sind. Die Aufführung arbeitet mit präzisen szenischen Setzungen und einer Erzählstruktur, die zwischen Intimität und distanzierten Momenten wechselt.

Die Bühne schafft einen Raum, der sowohl konkrete Situationen als auch symbolische Ebenen zulässt. Kostüme, Licht und Musik unterstützen die Transitionsmomente zwischen verschiedenen emotionalen Zuständen und erzählerischen Fragmenten. Die Inszenierung nutzt atmosphärische Verdichtungen, um die inneren Konflikte der Figuren sichtbar zu machen und gleichzeitig eine offene, vieldeutige Lesart zu ermöglichen.

Ensemble

  • Corinna Harfouch
  • Alexander Khuon
  • Lenz Moretti
  • Wiebke Mollenhauer
  • Abak Safaei-Rad
  • Frieder Langenberger

Besetzung und künstlerisches Team

  • Regie — Anna Bergmann
  • Bühne — Diana Berndt
  • Kostüme — Katharina Achterkamp
  • Musik — Marcel Braun, Samuel Wiese
  • Licht — Kristina Jedelsky
  • Dramaturgie — Johann Otten

Besondere Aspekte dieser Inszenierung

  • eine poetische Erzählweise, die Erinnerungen, Gegenwart und emotionale Brüche miteinander verschränkt
  • ein Bühnenraum, der zwischen konkreten Situationen und symbolischen Ebenen changiert
  • eine Inszenierung, die innere Bewegungen und psychologische Übergänge sichtbar macht
  • ein Ensemble, das feine emotionale Schattierungen und unterschiedliche Perspektiven herausarbeitet
  • eine musikalische und visuelle Struktur, die atmosphärische Verdichtungen erzeugt

Die Produktion untersucht, wie Menschen mit Verlust, Veränderung und inneren Spannungen umgehen und welche ästhetischen Formen daraus entstehen.

2 Bewertungen

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Wenn David Lynch ins Deutsche Theater zieht
1 Tag her.
Kritik

''Überhaupt liegt über diesem Abend etwas, das stark an Lynch erinnert: nicht als Zitat, sondern als Stimmung. Das Nebeneinander von Alltäglichkeit und Abgrund. Das plötzliche Kippen von Normalität in Albtraum. Die Ahnung, dass unter der glatten Oberfläche eines Hauses, einer Beziehung, eines freundlichen Gesprächs längst das Entsetzen lauert. Bergmann arbeitet mit Video, Live-Kamera, Musik und physischen Setzungen so, dass die Bühne immer wieder aus dem Realismus herausgleitet. Die Bilder werden grell, künstlich, traumartig; die Klangflächen wirken wie Störungen im Nervensystem der Figuren. Das ist geheimnisvoll, manchmal verstörend, oft von eigentümlicher Schönheit.

Und doch bleibt es, anders als bei Lynch, nicht ganz im freien Schwebezustand des Rätsels. Bergmann hält das Geschehen immer wieder in einer artifiziellen Vitrine. Man schaut nicht in ein dunkles filmisches Unterbewusstes, sondern in eine kunstvoll gebaute Versuchsanordnung aus Schmerz, Erinnerung und Überleben. Diese Inszenierung will nicht Naturalismus, aber sie will Wahrheit – nur eben als Bild, Rhythmus, Zustand.

Die übrigen Figuren umkreisen Hope wie Trabanten derselben Katastrophe – und sie sind klug, präzise, ohne falsches Pathos gesetzt. Alexander Khuon gibt Lee, den verwitweten Lateinlehrer, mit einer müden Wärme und vorsichtigen Zärtlichkeit, die dem Abend einen leisen Gegenrhythmus schenkt. Lenz Moretti spielt Will nicht als bloßen Problemfall, sondern als nervös flackernde Figur am Rand des Selbstverlusts, in der Verletzlichkeit und Aggression unauflöslich ineinander greifen. Wiebke Mollenhauer verleiht Margaret eine klare, wache Präsenz; bei ihr ist spürbar, wie sehr Zukunft hier zugleich Versprechen und Zumutung ist. Abak Safaei-Rad macht Donna, die den gleichen Kindstod anders überlebt hat, zur stillen, schmerzfesten Kontrastfigur zu Hope – weniger expressiv, aber gerade darin eindringlich. Und Frieder Langenberger stattet Jerry mit jener eigentümlichen Mischung aus Leichtigkeit, Loyalität und schwebender Fremdheit aus, die ihn tatsächlich zu einer Art Joker-Figur macht. So tragen alle ihre Versehrtheit offen oder versteckt mit sich herum: verlorene Kinder, verlorene Lieben, verpasste Leben, Selbstzerstörung, die Sehnsucht nach einem zweiten Anfang. Dass dies nie zur bloßen Leidensparade gerät, liegt an der Inszenierung, die immer wieder aus dem Pathos heraus in eine eigentümlich schwebende, manchmal fast grell-komische Künstlichkeit flüchtet.'' schreibt Steffen Kühn am 1. März 2026 auf KULTURA-EXTRA

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Sentimentale Soap mit gelungenen Retro-Musical-Elementen
3 Tage her.
Kritik

Konstruiert wirkt der Soap-Plot über die Traumata der Mütter, die um drei tote Kinder trauern. „Spirit and the Dust“ ist ein sentimentales Kammerspiel, wie man es in Berlin eher auf den Ku´damm-Bühnen als am DT vermuten würde.

Glücklicherweise ließ sich Anna Bergmann ein Regie-Konzept einfallen, mit dem sie aus der Vorlage noch einiges rauskitzelt. Sie konzentriert sich auf die vorsichtige, zarte Annäherung zweier alternder, einsamer Seelen. Die Maklerin Hope (Corinna Harfouch) und der Altphilologe Lee (Alexander Khuon) sind ein ganz zauberhaftes, scheues Paar. Ein gelungener Gag für das DT-Stamm-Publikum: Alex Khuon wurde mit alten Pullis und Anzügen so ausstaffiert, dass er seinem Vater, dem ehemaligen Intendanten Uli Khuon, diesmal sehr ähnlich sieht. Wenn Khuon jr. aus der Figur des kaltgestellten Lateinlehrers die Begeisterung für antike Mythen und Bildungs-Zitate heraussprudeln lässt, taucht sein Vater und langjährige Präsident des Bühnenvereins vor dem inneren Auge auf.

Zwischen all den Trauer-Ritualen träumt sich die Inszenierung immer wieder in eine bonbonbunte Retro-Musical-Welt á la „La La Land“ weg. Zu Choreographien von Rônni Maciel und Evergreens wie „Singing in the Rain“ tänzelt das Ensemble leichtfüßig über die Bühne, am schönsten sind die Video-Einspieler vom frisch verliebten Paar auf der Brücke über die Spree.

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