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Automatenbüfett

Bewertung und Kritik zu

AUTOMATENBÜFETT – Deutsches Theater Berlin

Premiere: 26. März 2026
Autorin: Anna Gmeyner
Regie: Jan Bosse

Über die Inszenierung

„Automatenbüfett“ ist ein selten gespieltes, gesellschaftskritisches Stück der 1930er Jahre, das die sozialen Spannungen einer von Armut, Arbeitslosigkeit und politischer Unsicherheit geprägten Zeit sichtbar macht. Jan Bosse legt die sozialen und psychologischen Bruchlinien frei, die sich in der Enge eines einfachen Speiselokals bündeln. Die Inszenierung arbeitet mit präzisen Figurenzeichnungen und einer Atmosphäre, die zwischen Alltagsrealismus, sozialer Härte und unterschwelliger Bedrohung oszilliert.

Die Bühne nutzt die räumliche Verdichtung des Automatenrestaurants als Mikrokosmos gesellschaftlicher Konflikte. Begegnungen, Abhängigkeiten und unausgesprochene Spannungen werden in klaren, rhythmisch gesetzten Szenen sichtbar. Die Regie betont die Aktualität von Gmeyners Text, indem sie ökonomische Unsicherheit, soziale Kälte und politische Radikalisierung als zeitlose Mechanismen herausarbeitet, die sich in den Figuren spiegeln.

Ensemble

  • Julischka Eichel
  • Felix Goeser
  • Manuel Harder
  • Jens Koch
  • Florian Köhler
  • Janek Maudrich
  • Til Schindler
  • Matilda Switala
  • Komi Mizrajim Togbonou

Besondere Aspekte dieser Inszenierung

  • eine Wiederentdeckung eines selten gespielten sozialkritischen Stücks der 1930er Jahre
  • ein Bühnenraum, der soziale Enge und gesellschaftliche Spannungen verdichtet
  • eine Inszenierung, die ökonomische Unsicherheit und politische Radikalisierung präzise herausarbeitet
  • ein Ensemble, das mit feiner psychologischer Genauigkeit agiert
  • eine klare, rhythmische Szenenstruktur, die Alltagsrealismus und unterschwellige Bedrohung verbindet

Die Produktion untersucht, wie soziale Härte, politische Umbrüche und individuelle Überlebensstrategien miteinander verwoben sind und welche theatrale Kraft aus diesem gesellschaftlichen Mikrokosmos entsteht.

1 Kritik

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Betulich-plätschernd mit überforderten Vereinsmeiern und selbstbewussten Frauen
9 Stunden her.
Kritik

Die Inszenierung betont das Schrullige der Figuren. In hinterwäldlerischen Kostümen verzetteln sich die Männer in ihrem Vereinsmeiertum. Das Abgleiten der Gesellschaft in den Faschismus wird in Jan Bosses Regie nicht weiter thematisiert. Hier erleben wir eine Groteske tumber Männer, die sich ganz besonders wichtig nehmen und in Diskussionen im Kreis drehen.

Die handlungstreibenden Entscheidungen treffen die Frauen: neben der schon erwähnten Eva ist das Clementine Adam (Julischka Eichel), die im Automatenbüfett das Regiment führt. Hinter diesem heute nicht mehr gebräuchlichen Begriff verbirgt sich ein zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr angesagtes Selbstbedienungsrestaurant, ein Vorläufer der heutigen Fast-Food-Ketten. 

Jenseits des raumfüllenden Karusells (Bühne: Stéphane Laimé) und der spleenigen Kostüme (Katrin Plath) bietet der Abend noch Songs von Carolina Bigge, die sich das Ensemble in Solo-Auftritten aufteilt und am Schlagwerk begleitet.

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