Bewertung und Kritik zu
fünf minuten stille – Deutsches Theater Berlin
Premiere: 19. Mai 2026, Box
Von: Leo Meier
Format: Debüt in der Box
Künstlerisches Team
Regie: Giulia Lancellotti
Bühne: Diana Berndt
Kostüme: Anna Weidemann
Komposition & Sound: Marina Lukashevich
Licht: Peter Grahn
Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler
Ensemble
- Frieder Langenberger
- Katrija Lehmann
- Natali Seelig
Über die Inszenierung
In „fünf minuten stille“ untersucht Leo Meier die fragile Grenze zwischen Nähe und Entfremdung, zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was unausgesprochen bleibt. Giulia Lancellotti entwickelt daraus eine präzise, intime Inszenierung, die den Raum der Box als Resonanzkörper für Stille, Pausen und feine emotionale Verschiebungen nutzt.
Diana Berndts Bühne schafft eine reduzierte, zugleich poetische Umgebung, in der Körper, Stimmen und Geräusche eine besondere Intensität entfalten. Marina Lukashevichs Komposition und Soundgestaltung legen eine akustische Struktur über den Abend, die Stille nicht als Leere, sondern als Bedeutungsträger erfahrbar macht. Die Inszenierung arbeitet mit minimalen Mitteln, aber maximaler Genauigkeit.
Besondere Aspekte dieser Inszenierung
- ein konzentriertes Kammerspiel über Stille, Wahrnehmung und Zwischenräume
- eine Regiehandschrift, die auf Präzision, Reduktion und emotionale Feinheit setzt
- eine Bühne, die Intimität und Distanz zugleich ermöglicht
- ein Ensemble, das mit hoher Sensibilität und Präsenz agiert
- eine Soundgestaltung, die Stille als dramaturgisches Element nutzt
Die Produktion zeigt, wie viel in Momenten geschieht, in denen scheinbar nichts passiert – und wie Theater die Stille selbst zum Ereignis machen kann.

