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Einfach das Ende der Welt

Bewertung und Kritik zu

EINFACH DAS ENDE DER WELT – Theater Bonn

Premiere: 8. Mai 2026
Von: Jean-Luc Lagarce
Regie & Musik: Max Lindemann
Ausstattung: Katja Pech
Licht: Boris Kahnert
Dramaturgie: Sarah Tzscheppan
Mit: Christian Czeremnych, Rebecca Große Boymann, Timo Kählert, Lena Geyer, Sophie Basse, Mio Röskens, Joshua Ahrends, Enie Federhenn

Über die Inszenierung

Max Lindemann inszeniert Lagarces berühmtes Kammerspiel als präzise komponiertes, musikalisch durchzogenes Familiendrama. Die Inszenierung legt den Fokus auf die Sprachrhythmen, Wiederholungen und emotionalen Leerstellen, die Lagarces Text so unverwechselbar machen. Louis’ Rückkehr zu seiner Familie – mit der unausgesprochenen Nachricht seines nahenden Todes – wird zu einem Abend über Schweigen, Verletzungen und die Unmöglichkeit echter Verständigung.

Katja Pechs Ausstattung schafft einen engen, atmosphärisch aufgeladenen Raum, in dem die Figuren zwischen Nähe und Abwehr oszillieren. Lindemanns eigene Musik verstärkt die emotionalen Unterströmungen und macht die innere Spannung der Figuren hörbar. Die Inszenierung arbeitet mit feinen psychologischen Nuancen, präzisen Blickachsen und einem Ensemble, das die fragile Familienkonstellation eindringlich sichtbar macht.

Ensemble

  • Christian Czeremnych – Louis
  • Rebecca Große Boymann – Susanne
  • Timo Kählert – Anton
  • Lena Geyer – Kathrin
  • Sophie Basse – Die Mutter
  • Mio Röskens – Louis als Kind
  • Joshua Ahrends – Anton als Kind
  • Enie Federhenn – Susanne als Kind

Besondere Aspekte dieser Inszenierung

  • eine musikalisch strukturierte, atmosphärisch dichte Lesart des Lagarce‑Klassikers
  • ein Kammerspiel, das Sprachrhythmus und emotionale Leerstellen präzise herausarbeitet
  • eine Bühne, die Enge, familiäre Spannung und unausgesprochene Konflikte sichtbar macht
  • ein Ensemble, das zwischen Zurückhaltung, Überforderung und Sehnsucht balanciert
  • eine Inszenierung, die das Schweigen als zentrales dramaturgisches Element nutzt

Die Produktion untersucht, wie Familien aneinander vorbeireden, wie Nähe und Distanz gleichzeitig wirken – und wie schwer es ist, die Wahrheit auszusprechen, wenn die Zeit fast abgelaufen ist.

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Ist Familie für immer?
18 Stunden her.
Kritik

''Im Programmheft nennt Dramaturgin Sarah Tzscheppan die populären französischen Intellektuellen Édouard Louis und Didier Eribon als mit Lagarce in einer Tradition stehend. Warum nehmen die Kinder hier nicht auf die französische Gegenwartsliteratur und bekannte Autobiografien von Didier Eribon oder Édouard Louis Bezug? Das wäre weniger sperrig und fokussierter gewesen. Beide haderten, ähnlich wie Lagarces Protagonist, mit ihrer Homosexualität im sozialen Arbeitermilieu der französischen Provinz und wurden hier, eigenen Veröffentlichungen zufolge, von den nächsten Familienangehörigen unversöhnlich angefeindet. Der Autor Lagarce kam selbst aus der kleinbürgerlichen Schicht in der französischen Provinz und lebte offen homosexuell. Er starb 1995 im Alter von nur 38 Jahren an den Folgen von AIDS.

Max Lindemann thematisiert in seiner Inszenierung Homosexualität als Grund für den familiären Bruch höchstens unterschwellig und niemals offen. Alle anderen Figuren gewinnen durch ihre an Louis gerichteten Schuldzuweisungen, Forderungen und Wünsche an Format. Über Louis Vergangenheit der letzten zwölf Jahre und mögliche Lebenspartner erfahren wir während der Inszenierung nichts. Auf geäußerte Vermutungen seiner Angehörigen reagiert Louis kaum. Auch erfahren die Angehörigen letztlich nichts von seiner Erkrankung. Christian Czeremnych, der in Gestik und Mimik eher stoisch und unbewegt agiert, bleibt in der Rolle der Hauptfigur demgemäß etwas blass.'' schreibt Ansgar Skoda am 13. Mai 2026 auf KULTURA-EXTRA

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