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Theater Bonn
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Am Boeselagerhof 1 - 53111 Bonn
Telefon: 0228 778008
SPIELPLAN & KARTEN

Die Möwe

Die Möwe – Theater Bonn

Autor:Anton Tschechow
Premiere am Theater Bonn: 30. Januar 2026
Regie: Sascha Hawemann
Bühne: Alexander Wolf
Kostüme: Ines Burisch
Video: Lars Figge
Licht: Johanna Salz
Dramaturgie: Jens Groß

Besetzung

  • Nina: Imke Siebert
  • Kostja: Riccardo Ferreira
  • Pawel (sein Vater): Alois Reinhardt
  • Alexandra (Schriftstellerin): Ursula Grossenbacher
  • Dorn (Arzt und Schriftsteller): Christian Kuchenbuch

Über die Inszenierung

Mit „Die Möwe“ bringt das Theater Bonn einen der großen Klassiker des modernen Dramas in einer zeitgenössischen, präzise geführten Interpretation auf die Bühne. Regisseur Sascha Hawemann legt den Fokus auf die inneren Spannungen der Figuren: auf ihre Sehnsüchte, ihre Verletzlichkeit und den Wunsch, in Kunst und Leben einen eigenen Weg zu finden. Die Inszenierung arbeitet mit klaren Bildern und einer intensiven Spielweise, die die emotionalen Brüche des Stücks unmittelbar spürbar macht.

Im Mittelpunkt stehen Konstantins Suche nach neuen Theaterformen, Ninas Traum von einer künstlerischen Zukunft und Arkadinas Festhalten an ihrem Status als etablierte Schauspielerin. Zwischen ihnen entstehen Konflikte, die von Eifersucht, Bewunderung, Enttäuschung und unausgesprochenen Erwartungen geprägt sind. Die Bonner Produktion zeigt diese Beziehungen mit großer Genauigkeit und macht sichtbar, wie zeitlos Tschechows Figuren in ihrem Ringen um Anerkennung und Selbstbestimmung sind.

Inhalt

Auf dem Landgut von Sorin treffen Familie, Freundinnen, Freunde und Gäste zusammen. Was zunächst wie ein sommerliches Beisammensein wirkt, entwickelt sich zu einem Geflecht aus unerwiderten Gefühlen, künstlerischen Ambitionen und persönlichen Krisen. Konstantin versucht, mit einem eigenen Stück neue Wege zu gehen, Nina wird zur Projektionsfläche für Hoffnungen und Ideale, während Arkadina und Trigorin zwischen Karriere, Gewohnheit und der Angst vor Veränderung schwanken. Tschechow zeigt diese Figuren ohne einfache Urteile – widersprüchlich, verletzlich und zutiefst menschlich.

Warum sich ein Besuch lohnt

  • eine moderne, zugängliche Annäherung an einen Theaterklassiker
  • präzise Figurenführung und starke Ensembleleistungen
  • klare, reduzierte Bildsprache mit Fokus auf Beziehungen
  • zeitlose Themen wie Kunst, Liebe, Selbstzweifel und Identität
  • ein intensiver Theaterabend, der lange nachhallt

„Die Möwe“ am Theater Bonn zeigt, wie aktuell ein über hundert Jahre altes Stück sein kann, wenn man den Figuren aufmerksam zuhört und ihre inneren Kämpfe ernst nimmt.

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1 Stunde her.
Kritik

''Regisseur Sascha Hawemann und Dramaturg Jens Groß haben Tschechows Klassiker Die Möwe auf fünf Figuren verdichtet und die Geschlechter auf Elternebene umbesetzt. Im Zentrum stehen der gealterte Schauspieler Pawel, sein sich als Schriftsteller probierender Sohn Kostja, die etablierte Schriftstellerin Alexandra und die sich nach einer Bühnenkarriere sehnende Nina. Das Nacheifern im Berufswunsch deutet früh einen Konflikt zwischen den Generationen an. Ein unterhaltsames Potenzial schöpft Tschechows Drama daraus, dass die Kommunikation immer wieder scheitern muss, da die Figuren - stets die eigenen Sehnsüchte vor Augen – aneinander vorbeireden.

Auf zwischenmenschlicher Ebene erscheint zunächst die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Pawel und Kostja besonders interessant, da sich beide auf komplizierte Weise voneinander entfremdet zu haben scheinen.

Riccardo Ferreira hat als Kostja emotionale Momente, wenn er sich frustriert auf dem schmalen Grat zwischen übertriebener Wut und Verzweiflung entlang bewegt und regelmäßig droht, das Gleichgewicht zu verlieren. Er erschießt eine Möwe, pfeffert Müllsäcke nach der abgebrochenen Aufführung hinter die Bühne, reißt Vorhänge vom Bühnenvorbau herunter. Ferreira lässt glaubhaft werden, dass seine Figur emotional verletzt ist – bedingt durch die fehlende Anerkennung und fortwährende Abwesenheit seines geschäftigen Vaters.

Für Alois Reinhardt als Pawel steht über allem die Kunst. Wenn Kostja spricht, wirkt Pawel innerlich abwesend. Er nimmt die künstlerischen Werke seines Sohnes kaum wahr und zeigt sich ihnen gegenüber sogar verächtlich. In Anwesenheit seines Sohnes hat er meist eigene Projekte im Kopf. Es kommt zwischen ihnen zu einem brachialen Konflikt von bitterlicher Schärfe. Hier wird deutlich, dass sich beide ständig miteinander vergleichen und dabei selbst nicht den Kürzeren zu ziehen vermögen.

Imke Siebert rennt als Nina mehrfach wie ein Wirbelwind auf die Bühne. Ihre Nina schließt andere Figuren stürmisch in die Arme. Die Umarmungen werden oft ebenso zärtlich wie peinlich in die Länge gedehnt. Obwohl Ninas Bühnenkarriere in jungen Jahren nur von mäßigem Erfolg gekrönt ist, hält sie am Glauben an die Kunst fest und rät Kostja schließlich, auch Durststrecken auszuhalten.'' schreibt Ansgar Skoda am 4. Februar 2026 auf KULTURA-EXTRA

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