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Das Bildnis des Dorian Gray

Bewertung und Kritik zu

DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY – Berliner Ensemble

Premiere: 19. März 2026, Neues Haus
Nach dem Roman von: Oscar Wilde
Bearbeitung: Heiki Riipinen
Regie: Heiki Riipinen

Über die Inszenierung

Die Inszenierung von „Das Bildnis des Dorian Gray“ konzentriert sich auf die Frage nach Schönheit, moralischer Verantwortung und der Verführungskraft ästhetischer Ideale. Heiki Riipinen entwickelt eine theatrale Form, die zwischen psychologischer Verdichtung, visueller Symbolik und präziser Sprachführung oszilliert. Die Aufführung legt den Fokus auf die innere Zerreißprobe des Protagonisten, dessen Wunsch nach ewiger Jugend und sozialer Bewunderung in einen moralischen Abgrund führt.

Die Inszenierung arbeitet mit klaren, reduzierten Bildern, die die Verwandlung des unsichtbaren Porträts in eine szenische Metapher überführen. Licht, Körperlichkeit und räumliche Setzungen erzeugen eine Atmosphäre, die zwischen Eleganz, Verführung und zunehmender Düsternis wechselt. Die Bearbeitung betont die zeitlose Aktualität von Wildes Themen: die Konstruktion von Identität, die Macht des Blicks und die zerstörerische Dynamik narzisstischer Selbstentwürfe.

Ensemble

  • Max Gindorff
  • Amal Keller
  • Gabriel Schneider
  • Paul Zichner

Besondere Aspekte dieser Inszenierung

  • eine präzise, psychologisch fokussierte Bearbeitung des Wilde‑Klassikers
  • eine visuelle Sprache, die Verführung, Eleganz und moralische Zersetzung verbindet
  • eine Inszenierung, die das unsichtbare Porträt als theatrale Metapher nutzt
  • ein Ensemble, das die Ambivalenzen zwischen Schönheit, Macht und Schuld herausarbeitet
  • eine klare dramaturgische Struktur, die die zeitlose Relevanz des Stoffes betont

Die Produktion untersucht, wie ästhetische Ideale, gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Abgründe miteinander kollidieren und welche theatralen Formen daraus entstehen.

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Rüschen, Lack, Leder, ein Adonis und das Publikum als Zerfallsprodukt
1 Stunde her.
Kritik

Dieser Regie-Einfall hat Witz. Aus dem Halbdunkel heraus taxiert Max Gindorff das Publikum und pflaumt die Zuschauer an: nicht schön genug, nicht elegant genug! Mit diesem Adonis in seinem Rüschen-Kleid kann an diesem Abend niemand mithalten.

Das Publikum verschwindet auch für den Rest des Abends nicht hinter der vierten Wand, sondern wird in kurzen Momenten immer wieder direkt angespielt: mit schreckgeweiteten Augen und angeekelten Blicken unterhält sich das Ensemble über die entstellten Gestalten, die ihnen aus dem „Bildnis des Dorian Gray“ entgegen blicken. Während Gindorffs Dorian selbst so jung und schön bleibt wie und je, wird sein Abbild mit jedem narzisstischen Affront und jedem Tod, den er auf dem Gewissen hat, immer unansehnlicher. Die undankbare Rolle, diese Unansehnlichkeit zu verkörpern, haben wir, das Publikum, zu schultern.

Eine zweite Setzung prägt diesen Abend: Louise-Fee Nitschke durfte sich bei den Kostümen austoben und ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Lack und Leder, aber auch viel Mascara, Tüll und Rüschen tragen die vier Spieler*innen. Der norwegisch-finnische Regisseur Heiki Riipinen streicht die Queerness dieses Romans von Oscar Wilde in jeder Sekunde heraus.

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