Bewertung und Kritik zu
KINDER DER SONNE – Berliner Ensemble
Premiere: 21. Februar 2026, Neues Haus
Bearbeitung: Jakob Nolte nach Maxim Gorki
Regie: Laura Linnenbaum
Über die Inszenierung
„Kinder der Sonne“ in der Bearbeitung von Jakob Nolte greift die sozialen, politischen und familiären Spannungen des Originals auf und überführt sie in eine zeitgenössische Perspektive. Die Inszenierung von Laura Linnenbaum legt den Fokus auf die Fragilität bürgerlicher Selbstbilder, die Dynamiken innerfamiliärer Beziehungen und die Frage, wie gesellschaftliche Umbrüche in privaten Räumen sichtbar werden. Die Aufführung verbindet realistische Szenen mit atmosphärischen Verdichtungen und präzisen Beobachtungen sozialer Rollen.
Die Figuren bewegen sich in einem Umfeld, das von Unsicherheit, Überforderung und dem Wunsch nach Stabilität geprägt ist. Die Inszenierung arbeitet mit klaren szenischen Setzungen und legt Wert auf die psychologischen Spannungen zwischen den Charakteren. Die unterschiedlichen Haltungen und Erwartungen der Figuren erzeugen ein Geflecht aus Konflikten, das sich im Verlauf des Abends zunehmend verdichtet.
Ensemble
- Marc Oliver Schulze (Paul Fürst, Dozent)
- Pauline Knof (Jelena Fürst, seine Frau)
- Lili Epply (Lisa Fürst, seine Schwester)
- Maeve Metelka (Antonia Markova, Au-pair)
- Bettina Hoppe (Melanija Schmitt, Unternehmerin)
- Jannik Mühlenweg (Nils Lund, Künstler)
- Sebastian Zimmler (Malte Keller, Tierarzt)
- Maximilian Diehle (Roman Gauner, Zimmermann)
- Oliver Kraushaar (Herr Block, Vermieter)
Besondere Aspekte dieser Inszenierung
- eine zeitgenössische Bearbeitung, die Gorkis Themen in aktuelle gesellschaftliche Kontexte überträgt
- ein Fokus auf psychologische Spannungen und fragile soziale Rollenbilder
- eine Inszenierung, die private Konflikte mit gesellschaftlichen Umbrüchen verschränkt
- ein Ensemble, das unterschiedliche soziale Positionen und emotionale Perspektiven sichtbar macht
- eine klare szenische Struktur, die Nähe, Distanz und Konfliktlinien präzise herausarbeitet
Die Produktion untersucht, wie gesellschaftliche Unsicherheiten in familiären und persönlichen Beziehungen wirksam werden und welche Bruchlinien sich daraus ergeben.




