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Die Verstreuten

Bewertung und Kritik zu

DIE VERSTREUTEN 
von Tena Štivičić
Regie: Laura Linnenbaum 
Premiere: 21. März 2025  
Berliner Ensemble 

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Zum Inhalt: Die Welt fällt auseinander und nicht erst seit den Lockdowns wird deutlich, wie immer mehr zwischenmenschliche Verbindungen abreißen, Menschen und Lebensentwürfe auseinanderdriften, die Macht der einfachen Antworten wächst. Am Vorabend einer Routineoperation ruft eine Mutter ihre vier erwachsenen Töchter zusammen. Verstreut über ganz Europa führen sie Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und dann war da noch die Pandemie, die tiefere Spuren hinterlassen hat, als man wahrhaben will.

Tena Štivičić hat für das Berliner Ensemble ein Stück geschrieben, das den Rissen in der Gesellschaft am Beispiel einer Familie nachspürt. Die Erschütterung des Gewohnten, Erfahrungen von Isolation einerseits und digitaler Vernetzung andererseits haben die Beziehungen zwischen den Schwestern ebenso verändert wie ihre Vorstellungen über zukünftiges Leben und Sterben. Dabei hat bei Štivičić der Versuch, die so schmerzlich vermisste Verbundenheit herzustellen und sich gleichzeitig radikal selbst zu behaupten, trotz aller Konflikte durchaus auch seine komischen Seiten.

Regie: Laura Linnenbaum
Bühne: Daniel Roskamp
Kostüme: Michaela Kratzer
Musik: David Rimsky-Korsakow
Licht: Steffen Heinke
Dramaturgie: Sibylle Baschung

1 Kritik

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Tragikomisches Diskurs-Kammerspiel
11 Monate her.
Kritik

Dass die Autorin die Kniffe dieses Handwerks beherrscht, beweist sie in ihrem Drama „Die Verstreuten“. Wie aus dem Lehrbuch für Creative Writing steuern die Dialoge mit präzisem Timing auf Pointen zu. Streitgespräche des Quintetts aus kranker, alternder Mutter (Josefin Platt) und ihren vier quer über Europa verstreuten, erwachsenen Töchtern wechseln sich mit Monologen ab, in denen jede einzelne mehr über ihren Hintergrund erzählt und Tiefenschärfe bekommt. Selten kann man an einem Theaterabend so gut studieren, wie eine Autorin mit bekannten Instrumenten aus dem Baukasten ihr Stück entwickelt.

Die Uraufführung von „Die Verstreuten“ im Neuen Haus des Berliner Ensembles lebt davon, dass Regisseurin Laura Linnenbaum mit fünf erstklassigen Spielerinnen und einigen Aushängeschildern des Hauses arbeiten konnte. Das Pointen-Ping-Pong und die schwesterlichen Rangkämpfe münden im Lauf der knapp zwei Stunden in den Aufeinanderprall sehr konträrer Gesellschaftsentwürfe und Weltbilder. Exemplarisch demonstriert dieser Abend die Gräben, die sich in der Polykrise der vergangenen Jahre vertieft haben und oft zum Scheitern der Kommunikation und dem Ende von Freundschaften/familiären Beziehungen führen.

Trotz des zu plakativen Endes, das alle Töchter im Regen stehen lässt, sind „Die Verstreuten“ ein Positivbeispiel, wie ein sichtlich am Reißbrett entwickeltes Drama zu aktuellen Diskursthemen dank handwerklicher Exzellenz der Autorin und eines starken Ensembles, das die Typen als kantige Figuren zum Leben erweckt, gelingen kann.

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