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Die Leiden des jungen Werther

Bewertung und Kritik zu

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER – Schauspielhaus Bad Godesberg

von: Johann Wolfgang von Goethe
Premiere: 26. September 2026, Schauspielhaus Bad Godesberg

Künstlerisches Team

Regie und Bühne:Simon Solberg
Kostüme: Una Jankov
Licht: Ansgar Evers
Dramaturgie: Nadja Groß
Musikalische Leitung Schauspiel: Philip Breidenbach

Besetzung

Ensemble: Riccardo Ferreira, Rebecca Große Boymann, Julia Kathinka Philippi, Alois Reinhardt, Max Wagner
Live-Musik: Samuel Reissen, Fabian Richter, Philip Breidenbach, Philip Mancarella, Kevin Jost

Über die Inszenierung

Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ gehört zu den einflussreichsten Werken der deutschen Literatur. Der Briefroman erzählt von Leidenschaft, Sehnsucht und der Unmöglichkeit, persönliche Gefühle mit gesellschaftlichen Erwartungen in Einklang zu bringen. Werthers Liebe zu Lotte entwickelt sich zu einer existenziellen Krise, die ihn immer weiter in die Isolation führt.

Simon Solberg nähert sich dem Stoff als zeitloser Geschichte über emotionale Überforderung, Selbstfindung und die Suche nach einem Platz in der Welt. Die Inszenierung untersucht die Wucht romantischer Gefühle ebenso wie die Frage, wie Menschen mit unerfüllbaren Sehnsüchten umgehen.

Die Bühne von Simon Solberg schafft einen Raum zwischen innerer Landschaft und äußerer Wirklichkeit. Una Jankovs Kostüme verorten die Figuren zwischen historischer Vorlage und heutiger Wahrnehmung und betonen die Aktualität der Themen.

Eine besondere Rolle spielt die Live-Musik: Philip Breidenbach und die Musiker Samuel Reissen, Fabian Richter, Philip Mancarella und Kevin Jost begleiten die Handlung und schaffen eine unmittelbare Verbindung zwischen emotionalem Ausdruck und musikalischer Atmosphäre.

Ansgar Evers’ Lichtgestaltung formt unterschiedliche Stimmungen zwischen romantischer Verklärung und existenzieller Verzweiflung. Nadja Groß’ Dramaturgie unterstützt die Übertragung des berühmten Romans auf die Bühne und schärft den Blick auf seine gegenwärtige Relevanz.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– Bühnenfassung eines Literaturklassikers
– Verbindung von Schauspiel und Live-Musik
– zeitgenössische Perspektive auf Goethes Roman
– starke emotionale und psychologische Figurenzeichnung
– atmosphärische Bühnen- und Lichtgestaltung

„Die Leiden des jungen Werther“ erscheint in Bonn als intensive und musikalisch geprägte Auseinandersetzung mit Liebe, Sehnsucht und den Grenzen menschlicher Selbstverwirklichung.

1 Kritik

5 von 5 Sterne
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Krise auf der Bühne, Krise im Haus
11 Stunden her.
Kritik

''Die Inszenierung ist als ein intensiver, etwa 100-minütiger Abend ohne Pause angelegt, was die emotionale Dichte und Zuspitzung von Werthers Zustand spürbar macht.

Die moralischen Konflikte erscheinen oft oberflächlich und vorhersehbar, den Werther-Darstellern gelingt es jedoch, ihrer Figur eine Tiefe und Wahrhaftigkeit zu geben und mühelos die Herzen der Zuschauer zu erobern. Die vielstimmige musikalische Performance verdichtet den Gefühlszustand dieses kollektiven Werthers.

Rebecca Große Boymann betört als Lotte agil mit erstaunlicher Wucht und einer vereinnahmenden, verletzlichen Stimme. Max Wagner porträtiert den Albert, der persönliche Sehnsüchte reduziert, verantwortungsvoll, rational und verlässlich agiert, als stabilen Fels in der Brandung und Gegenpol zum launigen Werther.

Die im Stück verankerten kollektiven Gesangspassagen und Sprechchöre – wie etwa die gemeinschaftliche Passagen „Wir sind gut genug“ – gewinnen durch die aktuellen Sparbeschlüsse eine bittere, reale Metaebene. Werthers Kampf gegen die äußere Ohnmacht wird so direkt zum Stellvertreterkampf für den Erhalt des eigenen Theaterhauses. Das Ensemble rückt die lokale Kulturkrise mitten in das Zentrum des Abends, um das Bewusstsein der Zuschauer für den drohenden Verlust des Hauses zu schärfen, und hält dabei die Balance zwischen Leichtigkeit und spannendem Subtext.'' schreibt Ansgar Skoda am 14. Oktober 2026 auf KULTURA-EXTRA

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