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Alternde Meister

Bewertung und Kritik zu

ALTERNDE MEISTER – Gemäldegalerie Berlin / Berliner Ensemble

von: Ersan Mondtag, Nadim Samman
Premiere: 11. September 2026, Gemäldegalerie Berlin
Koproduktion: Berliner Ensemble

Künstlerisches Team

Regie:Ersan Mondtag, Nadim Samman
Produktionsleitung: Franziska Isabella Niehaus
Mitarbeit: Antonia Hänsch

Besetzung

Künstlerin: Candice Breitz
Schauspieler: Frank Büttner
Schauspieler: Pierre Emö
Poledancerin: Meni Erdmann FRZNTE
Rentnerin und Partnerin von Günther: Birgit Heinecke
Schauspieler: Paul Herwig
Schauspieler: Louis Hofmann
Schauspielerin: Amal Keller
Schauspielerin: Eva-Maria Keller
Kurator und ehemaliger Clubbesitzer: Udo Kittelmann
Türsteher und ehemaliger Clubbesitzer: Frank Künster
Schauspieler: Hans-Peter Luppa
Schauspieler: Jannik Mühlenweg
Performerin und Rapperin: addeN Neda Pourbakhshayeshi
Schauspielerin und Filmregisseurin: Sema Poyraz
(ukrainischer) Tänzer: Anton Ruslanovic
Schauspielerin: Semra Uysallar
Schauspielerin: Bärbel Warneke
Rentner und Partner von Birgit: Günther Weidmann
DJ: Westbam
Stuntfrau und Schauspielerin: Helga Wretman
Tänzerin: Ashley Alexandra Wright

Über die Inszenierung

„Alternde Meister“ ist ein hybrider, performativer Abend, der Kunstgeschichte, Clubkultur, Biografie und Gegenwartspolitik miteinander verschränkt. Mondtag und Samman entwickeln eine vielschichtige Installation, in der Performer*innen, Schauspieler*innen und reale Persönlichkeiten aus Berliner Kultur- und Clubgeschichte gemeinsam auftreten.

Die Gemäldegalerie wird zum theatralen Parcours, in dem historische Meisterwerke mit zeitgenössischen Körpern, Biografien und sozialen Realitäten konfrontiert werden. Die Inszenierung arbeitet mit Mondtags typischer Überzeichnung, ikonischen Bildern und einer starken, politisch vibrierenden Atmosphäre.

Die große Bandbreite der Mitwirkenden – von Schauspiel über Tanz, Poledance, Performance, DJ‑Kultur bis hin zu Kurator*innen und Rentner*innen – erzeugt ein vielstimmiges, dokumentarisch‑fiktionales Gefüge, das die Frage nach „Meisterschaft“ neu verhandelt: Wer wird gesehen, wer wird erinnert, wer wird ausgestellt?

Die Produktion verbindet intime Momente mit greller Überzeichnung, biografische Fragmente mit choreografischen Sequenzen und schafft eine ästhetisch dichte, gesellschaftlich aufgeladene Theaterinstallation.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– hybride Form zwischen Installation, Schauspiel und Performance
– vielstimmiges Ensemble aus Kunst, Clubkultur und Schauspiel
– ikonische, politisch vibrierende Bildsprache
– theatrale Nutzung der Gemäldegalerie als performativer Raum
– radikale Gegenwartsbefragung von „Meisterschaft“ und Sichtbarkeit

„Alternde Meister“ ist ein intensiver, bildmächtiger Abend, der Kunstgeschichte und Gegenwart in ein kraftvolles Spannungsfeld setzt.

2 Bewertungen

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Trauerritual-Etüde mit diversem Cast
13 Tage her.
Kritik

Sehr divers ist der Cast dieser Performance „Alternde Meister“, die Ersan Mondtag mit dem Kurator Nadim Samman entwickelt hat: vom erfolgreichen Filmschauspieler Louis Hofmann über den Veteran der Techno-Bewegung Westbam, ein Rentner-Paar oder die Rapperin addeN, die schon an einer Inszenierung der Volksbühne mitwirkte, bis zu Mitgliedern des koproduzierenden Berliner Ensembles reicht die lange Liste der Mitwirkenden. 

Recht zäh beginnt der erste Durchlauf. Das Publikum darf sich frei zwischen den Räumen bewegen, hinzu kommen die Museumsbesucher und Touristen, die unabhängig von dieser Performance die Gemälde von Caravaggio, Cranach oder Rubens besichtigen. Etwas ratlos wirken die Blicke, in nervöser Übersprungshandlung werden dennoch die Smartphones gezückt und jede noch so kleine Regung mitgefilmt.

Erst nach 20 Minuten wird klar, worauf Mondtag/Samman abzielen: nach und nach setzen sich die Performer in Bewegung und schließen sich einer Prozession an. In einem zentralen Raum findet eine Trauer-Zeremonie statt: der anatolische Frauen-Chor SEYYARE, den die vor kurzem ausgeschiedene Gorki-Intendantin Shermin Langhoff initiierte und der erstmals in Ersan Mondtags Inszenierung „Das rote Haus“ auftrat, stimmt eines von Gustav Mahlers Kindertotenlieder und ihre Version eines russischen Volkslieds an, das in der Cover-Version von Dalida bekannt wurde. 

Zögernd löst sich diese sehr würdige Gedenk- und Abschieds-Versammlung auf. Die Performer*innen gehen zurück zu ihrer Ausgangs-Position. Der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen beginnt von vorn.

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Vergängliches
14 Tage her.
Kritik

''Nach dem zirka halbstündigen "Durchlauf" trafen sich dann alle (Performerinnen und Performer wie Besucherinnen und Besucher) im großen Raum X:

Dort sang der von mir bereits erwähnte anatolische Frauenchor eines der Kindertotenlieder von Gustav Mahler (Nr. 4 "Oft denk ich, sie sind nur ausgegangen") und stimmte gleich danach das etwas fröhlichere russische Lied "Dorogoi dllinnoyu" (ich kannte es als "An jedem Tag, mein Freund...", gesungen von Dalida) an, und das sangen sie dann auch noch auf (wahrscheinlich:) Kurdisch oder Türkisch.

Ja und dann war auch schon Schluss, und alle gingen wieder zurück zum Ausgang...'' schreibt Andre Sokolowski am 13. September 2026 auf KULTURA-EXTRA

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