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Die Letzten werden die Allerletzten sein

Bewertung und Kritik zu

DIE LETZTEN WERDEN DIE ALLERLETZTEN SEIN – Berliner Ensemble

von: Martha von Mechow, Luis Krawen
Uraufführung: 30. Oktober 2026, Berliner Ensemble, Werkraum

Künstlerisches Team

Regie/Bühne/Video: Luis August Krawen
Mitarbeit Bühne: Pitt Kunath
Kostüme: Anneke Goertz
Musik: Ludwig Abraham
Licht: Robert Matysiak, Lukas Nowak
Dramaturgie: –

Besetzung

Ensemble: Nina Bruns, Jannik Mühlenweg, Kathrin Wehlisch

Über die Inszenierung

„Die Letzten werden die Allerletzten sein“ ist eine radikale, bildstarke Uraufführung, die soziale Ungleichheit, digitale Überforderung und gesellschaftliche Brüche in einer hybriden Form zwischen Schauspiel, Installation und Videoarbeit verhandelt. Luis Krawen verbindet dokumentarische Fragmente mit fiktionalen Szenen und schafft eine dichte, visuell präzise Theatersprache.

Die Bühne und Videoarbeiten von Luis August Krawen formen einen multimedialen Raum, der zwischen digitaler Überlagerung, realen Objekten und symbolischen Setzungen wechselt. Pitt Kunaths Mitarbeit in der Bühne unterstützt die komplexen räumlichen Übergänge.

Anneke Goertz’ Kostüme betonen die sozialen und emotionalen Spannungen der Figuren und setzen klare visuelle Akzente. Ludwig Abrahams Musik schafft eine atmosphärische Ebene, die zwischen elektronischer Verdichtung und fragmentarischen Klangflächen oszilliert.

Das Licht von Robert Matysiak und Lukas Nowak moduliert den Raum zwischen greller Öffentlichkeit und intimen Momenten und verstärkt die medienüberlagerten Szenen. Die drei Schauspieler*innen – Nina Bruns, Jannik Mühlenweg und Kathrin Wehlisch – tragen den Abend mit präzisem, körperlich präsentem Spiel.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– hybride Form aus Schauspiel, Installation und Video
– starke visuelle Handschrift von Luis Krawen
– atmosphärische Klang- und Lichtgestaltung
– präzises, körperlich präsentes Ensemble
– zeitgenössische Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit

„Die Letzten werden die Allerletzten sein“ ist ein intensiver, medienüberlagerter Abend, der gesellschaftliche Brüche mit großer ästhetischer Klarheit sichtbar macht.

1 Kritik

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Prekäre Arbeitsbedingungen an der Supermarktkasse
3 Tage her.
Kritik

Der Supermarkt ist Lebensmittelpunkt von Maria (Kathrin Wehlisch), Pete (Jannik Mühlenweg) und Judy (Nina Bruns). Stundenlang sitzen sie an der Kasse, scannen monoton die Waren ab, führen routinierten Small-Talk und sind abends so fertig, dass es nur noch zu Bier und Serie auf der Couch reicht.

Von prekärer, entfremdeter Arbeit erzählt WORX-Regie-Stipendiat Luis August Krawen mit Co-Autorin Martha Mecchow. Beide kommen aus der P14-Talentschmiede im 3. Stock der Volksbühne am Rosa Luxemburg-Platz und liefern in Miniaturen und Fragmenten präzise Beobachtungen dieses tristen Lebens.

Kathrin Wehlisch als Maria ist das Zentrum des Abends. Resigniert fügt sie sich in ihr Schicksal. Als Malerin war sie nicht finanziell erfolgreich. Da sie nur 200 € Rente hat, sieht sie keine Alternative, durch das Schuften beim Regale-Einräumen und Kassieren die zu mickrige Rente aufzustocken. Von den autobigraphischen Erfahrungen von Krawens Mutter ist dieser Abend inspiriert, erfahren wir im Programmheft-Interview mit dem Duo.

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