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Die Räuber

Bewertung und Kritik zu

DIE RÄUBER – Schauspiel Stuttgart

Premiere: 4. Juli 2026
von: Friedrich Schiller
Mit Texten von: Thomas Melle

Künstlerisches Team

Inszenierung:Stefan Pucher
Bühne: Nina Peller
Kostüme: Annabelle Witt
Musik: Christopher Uhe
Video: Hannes Francke, Ute Schall
Licht: Felix Dreyer
Dramaturgie: Katja Prussas

Besetzung

Der alte Moor / Pater: Michael Stiller
Karl Moor: Felix Jordan
Franz Moor: Therese Dörr
Amalia von Edelreich: Celina Rongen
Spiegelberg: Tim Bülow
Razmann: Simon Löcker
Schwarz: Mina Pecik
Roller: Karl Leven Schroeder
Schweizer: Silvia Schwinger
Hermann / Schufterle: Sven Prietz

Über die Inszenierung

Stefan Puchers Inszenierung von Schillers „Die Räuber“ verbindet den Sturm-und-Drang-Klassiker mit zeitgenössischen Texten von Thomas Melle. Die Produktion untersucht Machtfantasien, Radikalisierung und familiäre Zerfallsprozesse mit einem modernen, analytischen Blick.

Die Bühne von Nina Peller schafft klare, atmosphärische Räume, die zwischen archaischer Wucht und gegenwärtiger Fragmentierung wechseln. Annabelle Witts Kostüme betonen die sozialen und psychologischen Spannungen der Figuren und verleihen der Räuberbande eine markante visuelle Identität.

Die Videoarbeiten von Hannes Francke und Ute Schall erweitern die Szenen um mediale Spiegelungen und dokumentarische Brüche. Felix Dreyer setzt mit seinem Lichtdesign präzise Akzente, die die moralischen und emotionalen Abgründe der Handlung hervorheben.

Christopher Uhes Musik unterstreicht die Dynamik zwischen Pathos, Gewalt und innerer Zerrissenheit. Die Inszenierung fragt, wie Radikalisierung entsteht, welche gesellschaftlichen Mechanismen sie begünstigen und welche Opfer sie fordert.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– moderne Textfassung von Thomas Melle
– klare, analytische Regie
– starke visuelle und musikalische Akzente
– präzise Video- und Lichtgestaltung
– ein Ensemble mit hoher darstellerischer Intensität

Diese Stuttgarter Produktion zeigt Schillers „Die Räuber“ als zeitgenössisch scharfes, emotional aufgeladenes Drama über Macht, Verlust und moralische Grenzüberschreitungen.

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
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Amalia hat das letzte Wort
2 Stunden her.
Kritik

''Das düstere Bühnenbild mit mythologischen Zitaten erinnert an Arnold Böcklin. Die Bühnenbildnerin Nina Peller beruft sich auf den Koloss des Apennin von Giambologna (1589). Ob die Zuschauer den erkannt haben? Ich gestehe: ich kam erst bei Lektüre des Programmhefts nach der Vorstellung darauf.

Gerne würde man eine außergewöhnliche schauspielerische Leistung hemmungslos loben. Leider ist das unmöglich geworden in einer journalistischen Umgebung, in der jeder mittelmäßige Furz, ob im Kulturbetrieb, in der Gastronomie, in der Architektur, mit Superlativen und sprachlich verqueren Überbietungsformeln überhäuft wird. Die Kritik in ihrem traditionellen Verständnis ist zu einer Außenagentur der verkaufsfördernden Werbung verkommen und hat das Lob, wo es berechtigt und vonnöten wäre, entwertet. Man zögert selbst dort, wo es am Platz wäre, das Gute gut und das Bessere besser zu nennen, weil man sich nicht mir den Lohnschreibern gemein machen möchte, die den Kapitalismus inhaliert und ihre Seele an den Profit verkauft haben.

Auf die Gefahr hin also, dass ich nicht gehört werde im Schatten all jener Berufsjubler, die, wie der Hirtenjunge in Aesops Fabel, „Wolf!“ schreien, obwohl weit und breit keiner zu sehen ist, will ich beteuern, dass Therese Dörr, nicht erst mit dieser Inszenierung, wesentlich zur Rückeroberung der vorübergehend verloren gegangenen überregionalen Wahrnehmung des Stuttgarter Theaters beiträgt.'' schreibt Thomas Rothschild am 5. Juli 2026 auf KULTURA-EXTRA

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