Bewertung und Kritik zu
GELBES GOLD – Schauspiel Stuttgart
Premiere: 30. April 2026
Von: Fabienne Dür
Inszenierung: Johanna Rödder-Mikow
Bühne: Greta Heithoff
Kostüme: Luisa Windisch
Musik: Andreas Neemann
Video: Laura Lenz, Mauriz Thabo Röckle
Licht: Fabrizio Giannone
Dramaturgie: Linda Graf
Mit: Therese Dörr, Pauline Großmann, Teresa Annina Korfmacher, Michael Stiller
UA: 2. Dezember 2022, Staatstheater Kassel
Über die Inszenierung
„Gelbes Gold“ widmet sich den ökonomischen, ökologischen und sozialen Verwerfungen rund um Rohstoffe, Ressourcen und globale Abhängigkeiten. Johanna Rödder-Mikow inszeniert Fabienne Dürs Text als präzises, atmosphärisch dichtes Schauspiel, das persönliche Geschichten mit strukturellen Fragen verknüpft. Die Inszenierung zeigt, wie alltägliche Konsumentscheidungen mit globalen Auswirkungen verwoben sind – und wie Menschen zwischen Verantwortung, Ohnmacht und Handlungswillen oszillieren.
Greta Heithoffs Bühne schafft einen wandelbaren Raum zwischen Labor, Lagerhalle und Gedankenlandschaft. Videoarbeiten von Laura Lenz und Mauriz Thabo Röckle erweitern die Erzählung um dokumentarische und poetische Ebenen. Die Musik von Andreas Neemann setzt emotionale Kontrapunkte und verstärkt die innere Spannung der Figuren. Rödder-Mikow arbeitet mit klaren Bildern, rhythmischen Szenenwechseln und einem Ensemble, das die Ambivalenzen zwischen persönlichem Wunsch und globaler Realität präzise herausarbeitet.
Ensemble
- Therese Dörr
- Pauline Großmann
- Teresa Annina Korfmacher
- Michael Stiller
Besondere Aspekte dieser Inszenierung
- eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit Ressourcen, Konsum und globalen Abhängigkeiten
- eine klare, visuell starke Regiehandschrift
- ein Bühnenraum, der zwischen Dokumentation und poetischer Abstraktion wechselt
- ein Ensemble, das gesellschaftliche Konflikte präzise und emotional zugänglich macht
- eine Inszenierung, die politische Themen in persönliche Geschichten übersetzt
Die Produktion untersucht, wie Menschen in einem komplexen globalen System navigieren – und welche Verantwortung sie tragen, selbst wenn die Zusammenhänge kaum zu überblicken sind.




