Bewertung und Kritik zu
LAPIDARIUM – Residenztheater München
Uraufführung: 10. Oktober 2025
Von: Rainald Goetz
Regie: Elsa-Sophie Jach
Über die Inszenierung
Mit „Lapidarium“ bringt das Residenztheater einen neuen Text von Rainald Goetz zur Uraufführung – ein Werk, das zwischen Reflexion, Fragment und sprachlicher Verdichtung oszilliert. Elsa-Sophie Jach nähert sich dem Material mit einer präzisen, analytischen Regiehandschrift, die die Bruchstücke, Denkbewegungen und eruptiven Sprachflächen des Autors in eine klare theatrale Form überführt.
Die Inszenierung arbeitet mit einer reduzierten, zugleich hochkonzentrierten Bildsprache, die Goetz’ Text als Denkraum erfahrbar macht: ein Ort, an dem Wahrnehmung, Erinnerung, politisches Bewusstsein und persönliche Erfahrung ineinandergreifen. Jach betont die rhythmische Struktur des Textes und schafft Übergänge zwischen essayistischen, performativen und emotional verdichteten Momenten. Der Abend entwickelt eine Atmosphäre, die zwischen intellektueller Schärfe und existenziellem Druck changiert.
Ensemble
- Regie: Elsa-Sophie Jach
- Bühne: Aleksandra Pavlović
- Kostüme: Johanna Stenzel
- Musik: Lena Geue
- Live-Musik (Tuba): Barbara Kolb
- Video/Kamera: Jonas Alsleben
- Licht: Gerrit Jurda
- Dramaturgie: Almut Wagner
Besondere Aspekte dieser Inszenierung
- eine präzise, analytische Regie, die Goetz’ fragmentarische Textstruktur klar herausarbeitet
- eine reduzierte, konzentrierte Bildsprache, die den Text als Denk- und Erfahrungsraum öffnet
- eine Inszenierung, die essayistische, performative und emotionale Ebenen verbindet
- ein Fokus auf Rhythmus, Sprachflächen und innere Bewegungen
- eine Uraufführung, die Goetz’ poetische und politische Schärfe in eine zeitgenössische Form übersetzt
Die Produktion untersucht, wie Sprache, Wahrnehmung und gesellschaftliche Realität miteinander verwoben sind und welche theatrale Kraft aus Goetz’ fragmentarischer, zugleich hochpräziser Schreibweise entsteht.




