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Drei Schwestern

Bewertung und Kritik zu

DREI SCHWESTERN
nach Anton Tschechow
Regie: Simon Stone 
Premiere: 30. Oktober 2019 
Residenztheater München 

Zum Inhalt: Mit einem Drama um Alltag, Sehnsucht und Scheitern stieg Anton Tschechow – und mit ihm das moderne Theater – ins 20. Jahrhundert ein: «Drei Schwestern», uraufgeführt 1901 im Moskauer Künstlertheater, ist die Chronik einer Familie, in der Tschechow die Balance zwischen Melancholie und Lebensfreude, Realismus und Stilisierung hält.

Der australische Autor und Regisseur Simon Stone hat Tschechows berühmtes Drama zum Ausgangspunkt seiner von «Theater heute» als «Stück des Jahres 2017» ausgezeichneten Neudichtung genommen und diese mit rasanter Dialogkunst, subtilen Charakterstudien und der daraus sich zuverlässig ergebenden Ambivalenz der Figuren thematisch im Hier und Jetzt verortet.

Inszenierung: Simon Stone
Bühne: Lizzie Clachan
Kostüme: Mel Page
Musik: Stefan Gregory
Licht: Cornelius Hunziker und Gerrit Jurda
Dramaturgie: Constanze Kargl

TRAILER

1 Kritik

5 von 5 Sterne
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Heroes just for one scene...
6 Jahre her.
Kritik
''Betrachtet man den historischen Hintergrund, vor dem Tschechow sein berühmtes Stück 1900 schrieb, fallen die Parallelen erschreckend ins Auge. Damals waren die Reformen der 60er Jahre (des 19. Jahrhunderts) gescheitert, die absolutistische Monarchie hatte lediglich die Leibeigenschaft aufgehoben (auch Tschechow selbst war der Sohn eines früheren Leibeigenen). Zahlreiche Attentate – das letzte war schließlich erfolgreich - hatten den Reformwillen des Zaren Alexander II. ausgebremst. Die neue Schicht der „Intelligenzija“ zwischen Bürgertum und Arbeiterklasse war enttäuscht. Alexander III. befahl daraufhin eine Politik scharfer Unterdrückung. In dieser Atmosphäre der Depression praktizierte Tschechow als Arzt - und schrieb. Diese Inszenierung der Drei Schwestern hat ihren großartigen Ruf mehr als verdient. Die Textfassung von Simon Stone enthält nur noch wenige originale Tschechow-Sätze und ist dennoch werktreu - im Geiste: unsentimental, komisch und tragisch. Keine russische Schwermut, keine diffuse Gefühlssülze. Dafür präzise Beobachtung. Tschechow wäre begeistert. Und er würde den durchweg glänzenden Schauspielerinnen und Schauspielern bestimmt genauso gratulieren wie damals seiner Ehefrau Olga Knipper, die bei der umjubelten Uraufführung die Mascha gab. Der neue Intendant des Residenztheaters Andreas Beck hat diesen Knaller aus Basel mitgebracht. Wer das Stück 2016 dort noch nicht gesehen hat, sollte es sich nun in München unbedingt anschauen.'' schreibt Petra Herrmann am 27. Dezember 2019 auf KULTURA-EXTRA
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