Bewertung und Kritik zu

    Bewertung und Kritik zu

    [BLANK] 
    von Alice Birch
    Regie: Anna Bergmann 
    Premiere: 5. Februar 2022 
    Badisches Staatstheater Karlsruhe 

    Zum Inhalt: In den hundert frei arrangierbaren Szenen ihres neuen Stücks [BLANK] skizziert die renommierte englische Dramatikerin Alice Birch ein kaleidoskopisches Gesellschaftspanorama und untersucht den ewigen Kreislauf von Gewalterfahrung und -ausübung. Eindrucksvoll zeigt Birch, wie das Aufwachsen und Umfeld ihrer Figuren von Vernachlässigung, Kriminalität, Drogen und Missbrauch geprägt und beherrscht werden, das Versagen des Sozialstaats und die Hilflosigkeit der, zu Fürsorge und Verantwortung unfähigen, Eltern. Trotz der defätistisch-beklemmenden Allgegenwärtigkeit der Gewalt gelingt es Birch, ihr Panorama mit entlarvendem Humor anzureichern, die Sehnsucht ihrer Figuren nach Sicherheit, Identität, Unabhängigkeit und Liebe zu erzählen und der scheinbaren Gesetzmäßigkeit des ewigen Gewaltkreislaufs entgegenzusetzen. Aber ist es möglich, Verhaltensmuster, die mit denen wir über Jahre sozialisiert wurden, die uns geprägt und geformt haben, zu durchbrechen?

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    SZENEN EINER EHE 
    nach dem Film von Ingmar Bergman
    Regie: Anna Bergmann 
    Premiere: 31. Oktober 2014 (Theater Lübeck) 
    Karlsruher Premiere: 27. Oktober 2018 
    Online-Premiere: 7. Juli 2021 (Film-Version) 
    Badisches Staatstheater Karlsruhe 

    Zum Inhalt: Die Filmserie Szenen einer Ehe des großen schwedischen Film- und Theaterregisseurs Ingmar Bergman war ein Welterfolg: Johann und Marianne sind seit zehn Jahren verheiratet, beruflich erfolgreich und haben zwei Kinder. Vor wenigen Wochen noch in einer Zeitschrift als modernes Muster-Paar beschrieben, reißen bald Abgründe auf. Hat die Ehe nach seinem Seitensprung noch eine Zukunft? Schonungslos zeichnet Bergman die psychologischen Mechanismen der Beziehung nach, die auseinanderklaffenden Bedürfnisse nach Nähe und Distanz, bis die Konflikte eskalieren.

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    IN DEN GÄRTEN ODER LYSISTRATA TEIL 2 
    von Sibylle Berg
    Regie: Nele Lindemann, Fabian Groß 
    Online-Premiere: 9. Mai 2021 
    Badisches Staatstheater Karlsruhe 

    Zum Inhalt: Sibylle Bergs neuestes Stück beginnt in einer Zukunft, in der die Männer so gut wie ausgestorben sind und Frauen die Geschicke der Welt lenken. Die letzten noch lebenden männlichen Exemplare führen das Publikum durch ein Museum, in dem sich die sogenannten Gärten befinden, in denen die Entwicklung bis zur weiblichen Machtübernahme exemplarisch vor Augen geführt wird. Wir beginnen im „Vorspielgarten“. In ihm ist der Beginn einer Liebe zwischen Bernd und Lysistrata zu erleben, zu einer Zeit, in der die Welt noch männlich dominiert war. In weiteren Gärten ist die Entwicklung der Beziehung zu sehen, Bernd und Lysistrata ziehen zusammen, bekommen ein Kind – von diesem Moment an geht es mit den beiden bergab und die Menschheitsgeschichte wechselt das Vorzeichen: von männlich zu weiblich. Bei Aristophanes ruft die Titelheldin Lysistrata die Frauen verfeindeter Kriegsheere zum Sexstreik auf, um Frieden zu erzwingen. In Sibylle Bergs Überschreibung dieses Stoffes gehen die Männer in den Streik, weil sie nicht alleine zuständig sein wollen für Kindererziehung und Haushalt. Ihre Existenzen enden in den „Friedgärten“, Einrichtungen außerhalb der Stadt, in denen sie unbehelligt sterben können. Sibylle Berg führt mit dieser science-fiction-artigen Komödie drastisch-humorvoll zugespitzt vor Augen, dass die Begriffe Gleichberechtigung und Macht zusammengeführt werden müssen, um einen gesellschaftlichen Fortschritt zu erreichen.

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    ALCINA 
    von Georg Friedrich Händel
    Regie: James Darrah 
    Premiere: 16. Februar 2018 
    Badisches Staatstheater Karlsruhe 
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    Zum Inhalt: Langweilige Liebhaber verwandelt die Magierin Alcina einfach in Pflanzen und Tiere – denn der nächste Seefahrer strandet schon bald an den Ufern ihrer Insel. Das geht so lange gut, bis die Verlobte einer dieser Männer Alcinas Reich entdeckt. Am Ende werden nicht nur alle befreit, sondern hinter der Fassade der fürchterlichen Zauberin kommt die Sehnsucht einer Frau zum Vorschein. Mit den schönsten und berührendsten Arien vertonte Händel die fantastische Geschichte. Sein Meisterwerk, zuletzt vor 40 Jahren in Karlsruhe, hat alles, was eine Barockoper so reizvoll macht: musikalische Opulenz, verblüffende Szenenwechsel, Bühnenspektakel, Verwechslungen und Verwicklungen, und eine gute Portion Liebe und Eifersucht. 

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