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Bewertung und Kritik zu

DER EINGEBILDETE KRANKE
von Molière
Regie: Michael Thalheimer
Premiere: 18. Januar 2017 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin

Argan hat Angst vor dem Tod. Um sich davor zu schützen, beobachtet er akribisch jede minutiöse Veränderung seines Körpers, spürt und horcht nach eventuellen Krankheiten. Er lässt sich täglich den Darm reinigen, schluckt unnötige Pillen, trinkt teure, speziell für ihn gefertigte Mixturen und ernährt so ein ganzes Heer von Ärzten und Apothekern. Doch nicht nur die Mediziner gieren nach seinem Geld: Béline, seine zweite Ehefrau, täuscht die Liebe zu ihm nur vor und arbeitet heimlich daran, die Kontrolle über sein Vermögen zu erlangen. Als Argan seine Tochter Angélique dazu zwingen will, in eine Arztfamilie einzuheiraten, damit er rund um die Uhr betreut werden und gleichzeitig Geld sparen kann, bittet Angélique ihre Dienerin um Hilfe. Toinette hat die Ereignisse im Haushalt lange kritisch beobachtet und beginnt eine Intrige zu spinnen, die Argan endgültig die Augen öffnen soll: über seine eigene Hypochondrie, die parasitären Ärzte und seine betrügerische Frau ...

Regie: Michael Thalheimer

Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Michaela Barth
Musik: Bert Wrede
Dramaturgie: Maja Zade
Licht: Norman Plathe

 
Meinung der Presse zu „Der eingebildete Kranke“ - Schaubühne


FAZ
★★★★☆

rbb
★★☆☆☆

nachtkritik
★★☆☆☆

Berliner Zeitung
★★★★☆

Der Tagesspiegel
★★☆☆☆

Die Welt
★☆☆☆☆

tip
★★★☆☆


WIR EMPFEHLEN

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Michael Thalheimer verabschiedet sich mit einem knallbunten abend
  · 18.04.17
vier jahre ist es schon wieder her, dass Michael Thalheimer seinen güldenen tartuffe im rotierenden schaukasten entwarf (http://www.livekritik.de/livekritiken/livekritik-von-frollainwunder-zu-t...). nach gorkis nachtasyl und schillers wallenstein kehrt er nun zu moliére zurück und beschäftigt sich mit dem eingebildet kranken. peter moltzen, den er gern und oft in seinem kreis besetzt, wälzt sich als hypochondrischer argan blähend und spuckend im rollstuhl, verspritzt tinkturen (und das ist ziemlich komisch). wir schauen wieder auf einen schaukasten, dieses mal weiß gekachelt und schwingend wie ein uhrenpendel. im hintergrund wallen zeitgemäße orgelklänge. thalheimer drückt sofort aufs regie-gas und die special slapstick bricht wieder überbordend aus. das publikum amüsiert sich reihenweise (warum auch immer konnten sich die kritiker wieder mal nicht begeistern, herrje). regine zimmermann war schon zerbrechliche gattin in tartuffe und ist heute als augenrollende hausdame besetzt. mit spitzen fingern darf sie u.a. die volle windel des hausherren entsorgen. kay bartholomäus schulze keifte warnend als verwandter in tartuffe und kriecht hier als irrer bruder argans über die kleine bühne. morbide eingeschnürt in plastik, gruslig wie der tod, faszinierend. als argans gattin stolziert jule böwe durch den kasten, völlig überzeugend, überspannt damenhaft nölend, anhänglichkeit vortäuschend und am ende überführt als gieriges weibchen. alina stiegler und iris becher sind die niedlichen töchterchen. ensemble-geist ulrich hoppe tänzelt als schlauer leibarzt herein, mit putzigem bärtchen, und hat renato schuch als seinen tourette-gestörten sohn thomas dabei (zum glück muss töchterchen angelique ihn nicht wirklich ehelichen). schwarzlocke renato bedient hier seine erste slapstick-nummer bravourös und kassiert viele lacher. urgestein felix römer, clanmutti aus tartuffe, ist im zweiten moliére als romantischer cleante besetzt, verliebt in töchterchen 1, angelique (alina). der tatsächliche altersunterschied schien bei moliére auch nicht zu interessieren. der knallbunte entwurf thalheimers zu moliéres letztem werk (und nachlass, der autor verstarb bei der vierten vorstellung als argan) ist ein groooßartiger theaterknallspaß. wo tartuffe sich der klerikalen schwere unterwerfen musste, kann beim kranken hausherren so richtig aufgedreht werden. in knallbunte barockkostüme gesteckt unterhält das hinreißende ensemble von der ersten bis zur letzten der volksnahen, turbulenten 105 minuten. peter moltzen als kompakter argan leitet den verrückten reigen extrovertiert aber auch verzweifelt an. wie überwindet man die angst vor einem elenden tod? mit thalheimer und diesem ensemble auf jeden fall tiefschwarzlustig.
das regie-(und intendanten-)karussell in berlin rotiert, Michael Thalheimer wird zum berliner ensemble wechseln, dafür wird murmelmurmel-könig Herbert Fritsch die schaubühne entern mit seinen verstrahlten entwürfen. ostermeiers gesamtkunstwerk hamlet mit prinz eidinger hat im nächsten jahr zehnjähriges jubiläum. es bleibt spannend.
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Schräg und satirisch?
  · 19.01.17
''Thalheimer nimmt das Stück - als Komödie - nicht wirklich ernst. Er will ihm einen eigenen makabren Ernst überstülpen. Er unterzieht es einer groben grellen Rosskur. Alle Figuren leiden automatenhaft an einem Zuckel-Zwang. Sie schneiden Fratzen. Alle wirken sie irgendwie krank oder irre.'' schreibt Peter Hans Göpfert auf kulturradio.de
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Blut & Scheiße
  · 19.01.17
''{Thalheimer} lässt es (...) durchgehend-ununterbrochen komödiantisch krachen - eine atem- und besinnungslose Rokoko-Humor-Orgie der nervtötendsten Art! Das ihm scheinbar wie aus der Hand gefressen habende Topp-Personal mit Jule Böwe, Alina Stiegler, Iris Becher, Kay Bartholomäus Schulze, Felix Römer, Ulrich Hoppe und Renato Schuch spielt sich da heiß; man fürchtet gar, dass diese Heizspirale völlig durchschmilzt und es irgendwann zum E-Knall kommt - - das kam es freilich nicht. Es enervierte bloß auf das Erbarmungsloseste! Mehr gibt es nicht zu sagen. Leider nicht.'' schreibt Andre Sokolowski am 19. Januar 2017 auf KULTURA-EXTRA
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Der eingebildete Kranke
  · 18.01.17
Der auf 100 Minuten gekürzte Abend kostet jede Blähung seiner Figuren aus, die zucken, zappeln und grimassieren (...) Dem Abend fehlt jedoch die Eleganz von Thalheimers vorheriger Molière-Inszenierung, als er Schaubühnen-Star Lars Eidinger als „Tartuffe“ auftreten ließ. Weiterlesen
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