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Bewertung und Kritik zu

PROMETHEUS
Ein Projekt von Bastian Reiber
Premiere: 20. Juni 2019 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: Menschenbildner, Feuerbringer und Gefesselter: Prometheus. Symbolfigur des zivilisatorischen Fortschritts, Liebling der Menschen und eben darum kein Liebling der Götter. Sohn des Iapetos und der Klymene, der Zeus das Feuer stahl und es den Menschen brachte. Der dafür vom Göttervater bestraft und in der Einöde des Kaukasus an einen Felsen geschmiedet wurde, wo ihm jeden Tag ein Adler die nachwachsende Leber aus dem Leib pickte – bis Herkules ihn irgendwann befreite.
In seiner ersten Regiearbeit an der Schaubühne widmet sich der Schauspieler Bastian Reiber, der auch selbst auf der Bühne stehen wird, einer der wichtigsten Figuren der griechischen Mythologie. »Die Geschichte klingt irre spannend. Ich muss sie unbedingt mal lesen. Das muss man sich mal vorstellen. Da fesselt einer irgendwie den anderen an einen Felsen. Und der muss dann da erst mal bleiben … Das ist doch schlimm. Deswegen mach ich Theater.« Prometheus versteht er als Revolutionär und Anarchist, der das Menschengeschlecht erfindet als Auflehnung gegen die Götter. Auflehnung ist auch das Wesen der Komik. Ein Widerspruch gegen die, die Sinn stiften wollen, wo es keinen Sinn gibt. Komik ist keine Flucht in die Unzurechnungsfähigkeit, sondern sie ist eine Kampfansage gegen die, die behaupten zu wissen, wie die Welt funktioniert. Prometheus, der geltende Gesetze hinterfragt und Regeln bricht, tut genau das. Und er bezahlt einen furchtbaren Preis. Und so kann sich auch die Komödie, wenn sie sich ernst nimmt, nicht leisten, harmlos zu sein.

Mit: Florian Anderer, Bastian Reiber, Carol Schuler, Axel Wandtke

Regie: Bastian Reiber
Bühne: Marina Stefan
Kostüme: Vanessa Rust
Dramaturgie: Bettina Ehrlich

TRAILER


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Roggen Roll, viel Eiertanz
  · 29.06.19
''Nachdem die Giebelwand gefallen ist, geht es im Inneren der kleinen Behausung weiter. Schuler versucht zu lesen, während Anderer den Haushalt schmeißt. Zumindest fuhrwerkt er wild mit dem Staubwedel umher und knetet Kuchenteig. Rollentausch mal anders. Heraus kommt dann doch ein kleines Knetmännchen, das sich schnell in den von oben bis unten bematschten Schauspieler Axel Wandke verwandelt, der wiederum behauptet, Andre Agassi zu sein und einen Tennisalbtraum vom Verlust seines Haarteils zum Besten gibt. Was folgt ist beste Stummfilmcomedy, bei der sich die drei eine wilde Verfolgungsjagd um und durch das Häuschen liefern, bis dann doch noch Bastian Reiber als blonder Prometheus auftaucht und von den drei erfreuten Menschenwesen angehimmelt wird. 

Doch sehr viel mehr als ein paar Textphrasen kommen da nicht, bis die sich verarscht fühlenden Gottesanbeter ihr Idol einfach an die Seitenwand tapen und einen Tanz um das von ihm gelegte Ei veranstalten. Bis im Oktober der Meister Herbert Fritsch mit dem vom Hausherrn Thomas Ostermeier von der Wiener Burg wegengagierten Joachim Meyerhoff als Amphitryon Premiere hat, muss man sich halt die Wartezeit noch ein wenig mit der launigen Kopie der vier Fritsch-Schüler vertreiben.'' schreibt Stefan Bock am 29. Juni 2019 auf KULTURA-EXTRA
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In den zu großen Fußspuren von Herbert Fritsch
  · 20.06.19
Um die mythische Figur, die als Strafe für ihre Hybris im Kaukasus an einen Felsen gekettet ist, wo ein Adler die ständig nachwachsende Leber frisst, geht es in Bastian Reibers "Prometheus"-Projekt im Studio der Schaubühne nur am Rande: Ganz am Anfang rattert Carol Schuler die Genealogie dieser Figur herunter, Bastian Reiber steht verschmitzt lächelnd daneben und fällt vor allem durch seine Wissenslücken auf. Dieser Prometheus, mit dem er so wenig anzufangen weiß, wird in den kommenden 90 Minuten konsequenterweise in die Kulissen verbannt. Erst ganz zum Schluss kommt das regieführende Schaubühnen-Ensemble-Mitglied zurück auf die kleine Bühne und wird von den drei Spieler*innen mit Klebeband fixiert.

In der Zwischenzeit erleben wir stattdessen ein sommerliche Fingerübung zum Spielzeitfinale, eine Herbert Fritsch-Light-Inszenierung im Geist und Stil des Mentors, in dessen Inszenierungen die vier Akteur*innen des Abends seit Jahren zu erleben sind: Florian Anderer zappelt quecksilbrig durch die Gegend, wirft ratlose, verzweifelte Blicke in die Runde und hält sinnfreie Monologe über Getreidesorten. Carol Schuler starrt regungslos ins Leere und legt eine tolle Gesangseinlage aufs Parkett. Beide tragen enge, unvorteilhaft an einigen Stellen zu Fatsuits ausgepolsterte beigefarbene Anzüge. In der letzten halben Stunde kommt Axel Wandtke dazu, mimt ein ölverschmiertes Monster, vor dem die beiden anderen fliehen und schlüpft in die Rolle des Ex-Tennis-Stars Andre Agassi, der vergeblich sein Haarteil sucht.

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Ein kleiner Fritsch-Abend
  · 22.06.19
''Zuvorderst gelingt Bastian Reiber eine handwerklich gut entworfene und virtuos performte Slapstick-Revue. Doch gerade die missglückte Agassi-Szene zeigt, dass es dem Regisseur auch um ein lockeres Abarbeiten an den modernen Göttern geht – um Stars, die sich zu Heilsbringern erheben lassen. Auch Prometheus entpuppt sich als solcher: Er taucht am Ende als eitles, blondes Pop-Sternchen in Tennis-Montur auf, singt Achtzigerjahre-Hits an und wird schließlich von den eigenen Knetmännchen überwältigt und gefesselt – weil er das Feuer gar nicht mitgebracht hat. Enttäuschung! Göttersturz!

Doch die Menschen, so die Schlusspointe, finden schnell ein anderes Objekt, das sie anbeten können. Eine nicht besonders tiefgründige oder erschütternde Aussage – aber doch schlüssig. Das Timing, die Selbstironie, das vorgetäuschte Understatement der Schauspieler, die hier mit viel Lust zugange sind, macht Spaß. Ein kleiner Fritsch-Abend, wenn man so will.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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