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Wodka-Käfer

Bewertung und Kritik zu

WODKA-KÄFER
von Anne Jelena Schulte nach Berliner Mietshaus von Irina Liebmann
Regie: Brit Bartkowiak
Premiere: 13. Dezember 2015 
Deutsches Theater Berlin

1980 begab sich die Autorin Irina Liebmann auf eine eigenwillige Recherche-Reise: Sie klingelte an den Türen eines alten Mietshauses in Prenzlauer Berg und fragte die Bewohner, ob sie über sie schreiben dürfe. Entstanden ist der Erzählband Berliner Mietshaus, in dem sie ihre Besuche in den fremden Wohnungen geschildert hat.

Regie: Brit Bartkowiak  
Bühne und Video: Oliver Helf
Kostüme: Carolin Schogs
Musik: Ingo Schröder
Dramaturgie: Ulrich Beck

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
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Momentaufnahmen vom Prenzlauer Berg in der Box des Deutschen Theaters
10 Jahre her.
Kritik
Die Stärke dieses Abends ist es, dass er präzise Momentaufnahmen aus dem Prenzlauer Berg liefert, über den so viele Klischees von Latte Macchiatto-Müttern bis Bioladen-Bionade-Schwaben kursieren. Gabriele Heinz und Barbara Schnitzler, zwei große Damen des DT-Ensembles, wechseln sich mit Olivia Gräser und Jonas Vietzke ab, die Hausbewohner zu verkörpern: den alleinerziehenden Architekten Peter, der sich mit Minijobs über Wasser hält. Die in der DDR aufgewachsene Pharmaassistentin Katja, die sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangelt, es aber in der geerbten Eigentumswohnung in Lichterfelde nicht aushielt. Die gerade aus Hamburg zugezogene Startup-Kreativagentur-Beraterin Steffi, die Berlin so supercool findet, aber bisher keine sozialen Kontakte aufbauen konnte. Der Punksänger Mark, der von der Kreuzberger Hausbesetzer-Szene geprägt ist und sich mit seiner Partnerin, einer Schauspielerin, die als Sekretärin jobbt, und zwei im Hintergrund zankenden Kindern mehr schlecht als recht über Wasser hält. Astrid, die Tischlerin mit dem Faible für Astrologie, die sich wie eine Billardkugel fühlt, da sie wesentliche Lebensentscheidungen ihren wechselnden Männern überlassen hat, die sie nach Belieben hin und herschubsen. Die junge Mutter Steffi, die von Panikattacken geplagt wird, sobald sie S-Bahn fährt, und sich deshalb am liebsten mit dem kleinen Kind in ihrem Nest verkriecht. [color=#393939]

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