SCHNEE VON GESTERN, SCHNEE VON MORGEN – Salzburger Festspiele
von: Peter Handke Koproduktion: Berliner Ensemble Uraufführung: 27. Juli 2026 (Landestheater Salzburg) Berliner Premiere: 29. August 2026 (Berliner Ensemble)
„Schnee von gestern, Schnee von morgen“ ist ein neues Werk von Peter Handke, das Erinnerungen, Zeitwahrnehmung und die fragile Beziehung zwischen Vergangenheit und Zukunft in poetischen Bildern verhandelt. Jossi Wieler inszeniert den Text mit großer Ruhe, Präzision und einer klaren, konzentrierten Spielweise.
Die Bühne und Kostüme von Anja Rabes schaffen eine reduzierte, atmosphärische Welt, die zwischen inneren Landschaften und äußeren Räumen wechselt. Steffen Heinkes Lichtgestaltung
''Etwas wird gesagt und gleich wieder in Frage gestellt. Die Ambivalenz in der Wahrnehmung der Welt, in einer Gesellschaft, die immer schnelle Antworten will, gibt es hier in einem Text übers Fragen.
Aber eigentlich kommen die meisten doch in die Vorstellungen, um Jens Harzer zu sehen. Und er ist natürlich wie immer ein Erlebnis. Auf einer kargen Bühne (Bühne und Kostüme: Anja Rabes) mit scheinbar zertrümmerten Küchenmöbeln sind Harzer und Galic gefordert die Teile herumzutragen, es gibt Versuche des Zusammenbauens, dann stecken sie schon mal eingeklemmt in einem übriggebliebenen Rahmen. Als sie in ihre schwarzen Anzüge gekleidet auch noch rot getönte Sonnenbrillen aufsetzen, erinnern sie an Inszenierungen von Warten auf Godot. Schon in Handkes Immer noch Sturm war Jens Harzer der umjubelte Darsteller, wie auch Handke selbst in Salzburg eine Institution ist. Salzburg hat sich Handke für die Uraufführung gewünscht, hier hat er einige Jahre lang gelebt, wurde für mehrere Stücke gefeiert, und kein Mensch hat mehr daran erinnert, dass er sich im ehemaligen Jugoslawienkrieg wiederholt an die Seite der serbischen Nationalisten gestellt hat und sich mit den später als Kriegsverbrecher verurteilten Drahtziehern traf. Spätestens mit dem Literaturnobelpreis war das vergessen. Und er ist ja sicher auch ein sympathischer Kerl. Das jedenfalls berichten Harzer und Galic, die ihn schon öfter in Paris trafen und von seiner Gastfreundschaft schwärmten.'' schreibt Isabella Schmid am 28. Juli 2026 auf KULTURA-EXTRA